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Law, small state theory and the case of Liechtenstein


Wolf, Sebastian; Bussjäger, Peter; Schiess, Patricia (2018). Law, small state theory and the case of Liechtenstein. Small States & Territories SST, 1(2):183-196.

Abstract

This interdisciplinary paper tries to identify specific small state characteristics with respect to the emergence, function and application of legal norms. Three respective assumptions are derived from theoretical considerations. An exploratory single-case study shows that all assumptions apply to Liechtenstein.
The principality can be described as a hybrid legal system that is significantly shaped by foreign legal norms. Liechtenstein’s dualistic constitution particularly combines a powerful monarch with extensive direct democratic elements. The microstate’s legal system depends on supports from sources beyond its territory and citizenry, such as law schools, legal experts and academic sources. Several brief comparisons and examples regarding Andorra, Monaco and San Marino supplement the sociolegal study. Finally, the authors suggest to apply the assumptions to a wide range of jurisdictions in order to learn more about their explanatory power.


Dieses interdisziplinäre Papier versucht, spezifische Merkmale des Kleinstaates in Bezug auf die Entstehung, Funktion und Anwendung von Rechtsnormen zu identifizieren. Aus theo-retischen Überlegungen werden jeweils drei Annahmen abgeleitet. Eine explorative Einzelfallstudie zeigt, dass alle Annahmen für Liechtenstein gelten.
Mehrere kurze Vergleiche und Beispiele zu Andorra, Monaco und San Marino ergänzen die Studie. Schliesslich schlagen die Autoren und die Autorin vor, die Hypothesen auf eine Vielzahl weiterer Rechtsordnungen anzuwenden, um sie zu überprüfen.

Das Fürstentum Liechtenstein kann als eine hybride Rechtsordnung bezeichnet werden, die wesentlich durch ausländische Rechtsnormen geprägt ist. Dargestellt werden im Beitrag der Einfluss des österreichischen und des schweizerischen Rechts sowie die Verpflichtungen aus der Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum EWR. Dieses Zusammentreffen unterschiedlicher Rechtsmassen rückt Liechtenstein in die Nähe einer „mixed jurisdiction“. In der internationalen Literatur wird dieser Terminus jedoch häufig für Staaten verwendet, deren Recht von civil law und common law beeinflusst wird. Dies ist bei Liechtenstein nicht der Fall. Die Autoren und die Autorin bevorzugen deshalb für Liechtenstein die Bezeichnung als „hybrid legal system“.
Die dualistische liechtensteinische Verfassung verbindet das monarchische Element mit umfangreichen direktdemokratischen Elementen. Liechtenstein weist damit wie die anderen europäischen Mikrostaaten Andorra, Monaco und San Marino eine spezielle Staatsform auf.
Das Rechtssystem des Mikrostaates profitiert von Leistungen ausserhalb seines Territoriums, wie z.B. rechtswissenschaftlichen Fakultäten in der Schweiz und in Österreich und von ausländischen Richtern. Näher dargestellt werden in diesem Beitrag die Juristenausbildung in Liechtenstein, Andorra und San Marino. Bezüglich der Zusammensetzung der Richterschaft erfolgt ein Vergleich mit Andorra, Monaco und San Marino. Obwohl die rechtswissenschaftliche Literatur zum liechtensteinischen Recht in den letzten Jahren angewachsen ist und sowohl der Staatsgerichtshof als auch der Verwaltungsgerichtshof eine Reihe von wegleitenden Entscheiden gefällt haben, bleibt der Beizug von ausländischer Literatur und Judikatur für Liechtenstein von Bedeutung.
Der Beitrag bietet einen Überblick über die einschlägige Literatur zum liechtensteinischen Rechtssystem im Allgemeinen. Er wird ergänzt durch Hinweise auf die Literatur zum Recht in Mikrostaaten auf Englisch, Deutsch und Französisch.

Abstract

This interdisciplinary paper tries to identify specific small state characteristics with respect to the emergence, function and application of legal norms. Three respective assumptions are derived from theoretical considerations. An exploratory single-case study shows that all assumptions apply to Liechtenstein.
The principality can be described as a hybrid legal system that is significantly shaped by foreign legal norms. Liechtenstein’s dualistic constitution particularly combines a powerful monarch with extensive direct democratic elements. The microstate’s legal system depends on supports from sources beyond its territory and citizenry, such as law schools, legal experts and academic sources. Several brief comparisons and examples regarding Andorra, Monaco and San Marino supplement the sociolegal study. Finally, the authors suggest to apply the assumptions to a wide range of jurisdictions in order to learn more about their explanatory power.


Dieses interdisziplinäre Papier versucht, spezifische Merkmale des Kleinstaates in Bezug auf die Entstehung, Funktion und Anwendung von Rechtsnormen zu identifizieren. Aus theo-retischen Überlegungen werden jeweils drei Annahmen abgeleitet. Eine explorative Einzelfallstudie zeigt, dass alle Annahmen für Liechtenstein gelten.
Mehrere kurze Vergleiche und Beispiele zu Andorra, Monaco und San Marino ergänzen die Studie. Schliesslich schlagen die Autoren und die Autorin vor, die Hypothesen auf eine Vielzahl weiterer Rechtsordnungen anzuwenden, um sie zu überprüfen.

Das Fürstentum Liechtenstein kann als eine hybride Rechtsordnung bezeichnet werden, die wesentlich durch ausländische Rechtsnormen geprägt ist. Dargestellt werden im Beitrag der Einfluss des österreichischen und des schweizerischen Rechts sowie die Verpflichtungen aus der Mitgliedschaft im Europäischen Wirtschaftsraum EWR. Dieses Zusammentreffen unterschiedlicher Rechtsmassen rückt Liechtenstein in die Nähe einer „mixed jurisdiction“. In der internationalen Literatur wird dieser Terminus jedoch häufig für Staaten verwendet, deren Recht von civil law und common law beeinflusst wird. Dies ist bei Liechtenstein nicht der Fall. Die Autoren und die Autorin bevorzugen deshalb für Liechtenstein die Bezeichnung als „hybrid legal system“.
Die dualistische liechtensteinische Verfassung verbindet das monarchische Element mit umfangreichen direktdemokratischen Elementen. Liechtenstein weist damit wie die anderen europäischen Mikrostaaten Andorra, Monaco und San Marino eine spezielle Staatsform auf.
Das Rechtssystem des Mikrostaates profitiert von Leistungen ausserhalb seines Territoriums, wie z.B. rechtswissenschaftlichen Fakultäten in der Schweiz und in Österreich und von ausländischen Richtern. Näher dargestellt werden in diesem Beitrag die Juristenausbildung in Liechtenstein, Andorra und San Marino. Bezüglich der Zusammensetzung der Richterschaft erfolgt ein Vergleich mit Andorra, Monaco und San Marino. Obwohl die rechtswissenschaftliche Literatur zum liechtensteinischen Recht in den letzten Jahren angewachsen ist und sowohl der Staatsgerichtshof als auch der Verwaltungsgerichtshof eine Reihe von wegleitenden Entscheiden gefällt haben, bleibt der Beizug von ausländischer Literatur und Judikatur für Liechtenstein von Bedeutung.
Der Beitrag bietet einen Überblick über die einschlägige Literatur zum liechtensteinischen Rechtssystem im Allgemeinen. Er wird ergänzt durch Hinweise auf die Literatur zum Recht in Mikrostaaten auf Englisch, Deutsch und Französisch.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:02 Faculty of Law > Institute of Legal Sciences > Constitutional, Administrative and International Law
Dewey Decimal Classification:340 Law
Uncontrolled Keywords:Rechtsvergleichung, Verfassungsrecht, Kleinstaat, Mikrostaat, Liechtenstein, Andorra, Monaco, San Marino, Juristenausbildung, Richterschaft, Verfassungsgericht, Staatsform, hybrid legal system, mixed jurisdiction
Language:English
Date:November 2018
Deposited On:27 Nov 2018 09:07
Last Modified:24 Sep 2019 23:52
Publisher:Islands and Small States Institute of the University of Malta
OA Status:Green
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:https://www.um.edu.mt/sst/sst12nov2018
Related URLs:https://www.liechtenstein-institut.li/ (Organisation)

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