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Medienarena


Vogler, Daniel; Hauser, Lucie; Schneider, Jörg (2018). Medienarena. In: fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/Univers, ,. Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Jahrbuch 2018. Basel: Schwabe, 25-48.

Abstract

Die Digitalisierung treibt die Transformation von publizistischen Anbietern und mediennahen Geschäftsfeldern weiter voran. Nicht alle Unternehmen schaffen den Sprung vom Zeitungs- oder Rundfunkhaus zum digitalisierten Medienunternehmen. Diese Transformation ist aber zumindest teilweise notwendig, da Informationen zunehmend online nachgefragt werden. Die digitalen Kanäle müssen folglich die Ausfallbürgschaft für das erodierende Geschäft mit traditionellen Presse- oder Rundfunkangeboten übernehmen. Doch im Netz existiert bislang kein nachhaltiges Finanzierungsmodell für Informationsjournalismus. Neben der Verschiebung auf Online wenden sich auch zunehmend mehr Nutzer ganz vom professionellen Informationsjournalismus ab. Der Anteil der mit News unterversorgten Nutzer, der sogenannten News-Deprivierten, macht mittlerweile über ein Drittel (36%) der Schweizer Gesamtbevölkerung aus. Das Desinteresse an News ist deshalb fatal, weil dieses die Zahlungsbereitschaft für Onlinenachrichten massgeblich mindert. Jung und Alt haben sich längst daran gewöhnt, dass News im Internet kostenlos zur Verfügung stehen. Gerade einmal 13% der Schweizerinnen und Schweizer geben an, in den letzten Jahren online in irgendeiner Form für Nachrichten bezahlt zu haben. Auch im digitalen Werbemarkt sind die Erträge der Informationsanbieter aufgrund der Konkurrenz durch internationale Tech-Intermediäre oder ausländische Rundfunkhäuser tief. Zwar ist Onlinewerbung inzwischen die bedeutendste Werbeform in der Schweiz, doch davon gehen zwei Drittel (67%) an Suchmaschinen, also an Google. Der Infomationsjournalismus profitiert somit nicht vom wachsenden Onlinegeschäft. Vor allem kleinere und mittlere Medienanbieter sind gezwungen, Publikationen einzustellen oder sich aus dem Mediengeschäft zurückzuziehen. Dies führt zu einer langsam, aber stetig zunehmenden Medienkonzentration. Die Ressourcenknappheit führt letztendlich auch zu Qualitätseinbussen. Besonders die Vielfaltsdimension, also die Diversität der Informationen im Inneren der Angebote, ist davon betroffen.

Abstract

Die Digitalisierung treibt die Transformation von publizistischen Anbietern und mediennahen Geschäftsfeldern weiter voran. Nicht alle Unternehmen schaffen den Sprung vom Zeitungs- oder Rundfunkhaus zum digitalisierten Medienunternehmen. Diese Transformation ist aber zumindest teilweise notwendig, da Informationen zunehmend online nachgefragt werden. Die digitalen Kanäle müssen folglich die Ausfallbürgschaft für das erodierende Geschäft mit traditionellen Presse- oder Rundfunkangeboten übernehmen. Doch im Netz existiert bislang kein nachhaltiges Finanzierungsmodell für Informationsjournalismus. Neben der Verschiebung auf Online wenden sich auch zunehmend mehr Nutzer ganz vom professionellen Informationsjournalismus ab. Der Anteil der mit News unterversorgten Nutzer, der sogenannten News-Deprivierten, macht mittlerweile über ein Drittel (36%) der Schweizer Gesamtbevölkerung aus. Das Desinteresse an News ist deshalb fatal, weil dieses die Zahlungsbereitschaft für Onlinenachrichten massgeblich mindert. Jung und Alt haben sich längst daran gewöhnt, dass News im Internet kostenlos zur Verfügung stehen. Gerade einmal 13% der Schweizerinnen und Schweizer geben an, in den letzten Jahren online in irgendeiner Form für Nachrichten bezahlt zu haben. Auch im digitalen Werbemarkt sind die Erträge der Informationsanbieter aufgrund der Konkurrenz durch internationale Tech-Intermediäre oder ausländische Rundfunkhäuser tief. Zwar ist Onlinewerbung inzwischen die bedeutendste Werbeform in der Schweiz, doch davon gehen zwei Drittel (67%) an Suchmaschinen, also an Google. Der Infomationsjournalismus profitiert somit nicht vom wachsenden Onlinegeschäft. Vor allem kleinere und mittlere Medienanbieter sind gezwungen, Publikationen einzustellen oder sich aus dem Mediengeschäft zurückzuziehen. Dies führt zu einer langsam, aber stetig zunehmenden Medienkonzentration. Die Ressourcenknappheit führt letztendlich auch zu Qualitätseinbussen. Besonders die Vielfaltsdimension, also die Diversität der Informationen im Inneren der Angebote, ist davon betroffen.

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Item Type:Book Section, not_refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Communication and Media Research
06 Faculty of Arts > Institute for Research on the Public Sphere and Society
Dewey Decimal Classification:700 Arts
Language:German
Date:22 October 2018
Deposited On:10 Dec 2018 12:16
Last Modified:10 Dec 2018 14:13
Publisher:Schwabe
Series Name:Qualität der Medien
Number:9
ISSN:1664-4131
ISBN:ISBN 978-3-7965-3923-7
Additional Information:Herausgegeben vom fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/Universität Zürich im Auftrag der Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität, Zürich
OA Status:Green
Official URL:https://www.qualitaet-der-medien.ch/

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