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Presse - gedruckt und online


Vogler, Daniel; Häuptli, Andrea; Eisenegger, Mark; Hauser, Lucie (2018). Presse - gedruckt und online. In: fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/Univers, ,. Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Jahrbuch 2018. Basel: Schwabe, 49-69.

Abstract

Die Schweizer Medienlandschaft zeichnet sich gerade auch im internationalen Vergleich noch immer durch eine relativ hohe Vielfalt an Angeboten und Verlagen aus. Doch diese Vielfalt ist durch Entwicklungen im Zuge des digitalen
Strukturwandels der Öffentlichkeit gefährdet. Die Schweizer Medienanbieter sehen sich mit einer sinkenden Nutzung ihrer Printprodukte und einer steigenden Nutzung der Onlineausgaben konfrontiert. Die Medienverlage reagieren darauf mit Einsparungen. Zwecks Effizienzsteigerung werden Redaktionen zusammengelegt von gemeinsamen Newsrooms bedient. Titel werden entweder ganz eingestellt oder erscheinen nur noch als Onlineausgaben und Anbieter ziehen sich aus dem Mediengeschäft zurück. Doch die Anzahl Titel und Anbieter ist nur ein Teil der Medienvielfalt. Entscheidend ist auch, wie vielfältig die Berichterstattung in den einzelnen Medien und wie ausgewogen das Beitragsangebot in der Medienarena gesamthaft ist. Die Analysen zeigen, dass die Vielfalt in der schweizerischen Medienarena noch intakt ist. Doch die erstmals für dieses Jahrbuch durchgeführten automatisierten Textabgleiche mittels Jaccard-Koeffizient zeigen, dass durch den Ausbau von redaktionellen Kooperationen die Medienvielfalt der Medienarena gefährdet ist. Vor allem regionale Abonnementszeitungen teilen zunehmend ihre Berichterstattung. Die entscheidende Voraussetzung für ein vielfältiges Beitragsangebot in der Medienarena bleibt aber eine vielfältige Berichterstattung in den Medientiteln selbst. Im langfristigen Vergleich zeigt sich, dass insbesondere Human Interest und Sport einseitig an Gewicht gewinnen. Aus einer Vielfaltsperspektive ist zwar ein gewisses Mass an solcher Berichterstattung durchaus erwünscht. Der vorhandene einseitige Fokus auf diese Themen zuungunsten von anderen mindestens so wichtigen Themen ist aber problematisch. Vor allem der einordnende und erklärende Journalismus über Zusammenhänge im politischen System wird, wenn überhaupt, nur noch von qualitätsstarken Medien ausreichend bewirtschaftet und verliert insgesamt an Bedeutung.

Abstract

Die Schweizer Medienlandschaft zeichnet sich gerade auch im internationalen Vergleich noch immer durch eine relativ hohe Vielfalt an Angeboten und Verlagen aus. Doch diese Vielfalt ist durch Entwicklungen im Zuge des digitalen
Strukturwandels der Öffentlichkeit gefährdet. Die Schweizer Medienanbieter sehen sich mit einer sinkenden Nutzung ihrer Printprodukte und einer steigenden Nutzung der Onlineausgaben konfrontiert. Die Medienverlage reagieren darauf mit Einsparungen. Zwecks Effizienzsteigerung werden Redaktionen zusammengelegt von gemeinsamen Newsrooms bedient. Titel werden entweder ganz eingestellt oder erscheinen nur noch als Onlineausgaben und Anbieter ziehen sich aus dem Mediengeschäft zurück. Doch die Anzahl Titel und Anbieter ist nur ein Teil der Medienvielfalt. Entscheidend ist auch, wie vielfältig die Berichterstattung in den einzelnen Medien und wie ausgewogen das Beitragsangebot in der Medienarena gesamthaft ist. Die Analysen zeigen, dass die Vielfalt in der schweizerischen Medienarena noch intakt ist. Doch die erstmals für dieses Jahrbuch durchgeführten automatisierten Textabgleiche mittels Jaccard-Koeffizient zeigen, dass durch den Ausbau von redaktionellen Kooperationen die Medienvielfalt der Medienarena gefährdet ist. Vor allem regionale Abonnementszeitungen teilen zunehmend ihre Berichterstattung. Die entscheidende Voraussetzung für ein vielfältiges Beitragsangebot in der Medienarena bleibt aber eine vielfältige Berichterstattung in den Medientiteln selbst. Im langfristigen Vergleich zeigt sich, dass insbesondere Human Interest und Sport einseitig an Gewicht gewinnen. Aus einer Vielfaltsperspektive ist zwar ein gewisses Mass an solcher Berichterstattung durchaus erwünscht. Der vorhandene einseitige Fokus auf diese Themen zuungunsten von anderen mindestens so wichtigen Themen ist aber problematisch. Vor allem der einordnende und erklärende Journalismus über Zusammenhänge im politischen System wird, wenn überhaupt, nur noch von qualitätsstarken Medien ausreichend bewirtschaftet und verliert insgesamt an Bedeutung.

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Item Type:Book Section, not_refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Communication and Media Research
06 Faculty of Arts > Institute for Research on the Public Sphere and Society
Dewey Decimal Classification:700 Arts
Language:German
Date:22 October 2018
Deposited On:10 Dec 2018 13:35
Last Modified:25 Sep 2019 03:21
Publisher:Schwabe
Series Name:Qualität der Medien
Number:9
ISSN:1664-4131
ISBN:ISBN 978-3-7965-3923-7
Additional Information:Herausgegeben vom fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/Universität Zürich im Auftrag der Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität, Zürich
OA Status:Green
Official URL:https://www.qualitaet-der-medien.ch/

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