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Radio und Fernsehen - Newssendungen und Webangebote


Udris, Linards (2018). Radio und Fernsehen - Newssendungen und Webangebote. In: fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/Univers, ,. Qualität der Medien. Schweiz – Suisse – Svizzera. Jahrbuch 2018. Basel: Schwabe, 71-98.

Abstract

Audiovisuelle Formate werden immer stärker auf verschiedenen Onlinekanälen genutzt. Globale Plattformen und Streaming-Dienste treiben diese Entwicklung voran, und das neue Mediengesetz sieht vor, auch neue digitale Anbieter
von audiovisuellen Inhalten zu fördern. Die bestehenden Newsanbieter aus dem Rundfunkbereich verfügen noch über ein grosses Publikum, das in klassischer Weise Radio hört und fernsieht. Doch im rasch wachsenden digitalen Umfeld haben sie Mühe, sich gegenüber den unzähligen Unterhaltungsangeboten zu behaupten. Bei jungen Altersgruppen ist der Konsum audiovisueller Inhalte stark verbreitet und findet bereits heute im Digitalbereich entkoppelt von den herkömmlichen Schweizer Rundfunkproduzenten statt. Schweizer Radio- und Fernsehproduzenten reagieren – gemäss ihren Pfadabhängigkeiten – mit unterschiedlichen Strategien und Angeboten auf digitalen Plattformen auf diese Entwicklungen und mit unterschiedlichem Erfolg: Die SRG SSR erhält besonders auf dem News-affinen Twitter Resonanz, während die teilweise auf jüngere Zielgruppen spezialisierten regionalen Privatradios eher auf den stärker emotional geprägten und gemeinschaftsorientierten Plattformen Facebook und Instagram Communitys aufbauen können. Kaum präsent sind die Rundfunkanbieter auf der für junge Menschen wichtigen Plattform Snapchat, und ausgerechnet auf der weit verbreiteten Videoplattform Youtube, die sich für Fernsehproduzenten eignen würde, ist das Angebot aller Rundfunkbetreiber schmal und deren Publikum relativ klein. Auf der nutzerstärksten Plattform Facebook hingegen spielen Videos eine wichtige Rolle – aber auch im Angebot von Pendler- und Boulevardmedien. Diese für die Rundfunkproduzenten neuen Konkurrenten profitieren davon, dass Bewegtbilder das Nutzerengagement stark antreiben. Traditionelle Rundfunkanbieter stehen vor diesem Hintergrund dreifach unter Druck: im digitalen Zeitalter ihr Publikum zu behalten, die auf traditionellen Kanälen wegbrechenden Werbeeinnahmen aufzufangen und ein qualitativ gehaltvolles Angebot sowohl auf den neuen als auch weiterhin auf den alten Kanälen anzubieten. Die im Vergleich zu den herkömmlichen Verbreitungskanälen messbar tiefere Qualität des Informationsangebots der SRG SSR auf den sozialen Plattformen an die höhere Qualität der traditionellen Radio- und TV-Kanäle heranzuführen, ist für den gebührenfinanzierten öffentlichen Rundfunk eine der zentralen Herausforderungen.

Abstract

Audiovisuelle Formate werden immer stärker auf verschiedenen Onlinekanälen genutzt. Globale Plattformen und Streaming-Dienste treiben diese Entwicklung voran, und das neue Mediengesetz sieht vor, auch neue digitale Anbieter
von audiovisuellen Inhalten zu fördern. Die bestehenden Newsanbieter aus dem Rundfunkbereich verfügen noch über ein grosses Publikum, das in klassischer Weise Radio hört und fernsieht. Doch im rasch wachsenden digitalen Umfeld haben sie Mühe, sich gegenüber den unzähligen Unterhaltungsangeboten zu behaupten. Bei jungen Altersgruppen ist der Konsum audiovisueller Inhalte stark verbreitet und findet bereits heute im Digitalbereich entkoppelt von den herkömmlichen Schweizer Rundfunkproduzenten statt. Schweizer Radio- und Fernsehproduzenten reagieren – gemäss ihren Pfadabhängigkeiten – mit unterschiedlichen Strategien und Angeboten auf digitalen Plattformen auf diese Entwicklungen und mit unterschiedlichem Erfolg: Die SRG SSR erhält besonders auf dem News-affinen Twitter Resonanz, während die teilweise auf jüngere Zielgruppen spezialisierten regionalen Privatradios eher auf den stärker emotional geprägten und gemeinschaftsorientierten Plattformen Facebook und Instagram Communitys aufbauen können. Kaum präsent sind die Rundfunkanbieter auf der für junge Menschen wichtigen Plattform Snapchat, und ausgerechnet auf der weit verbreiteten Videoplattform Youtube, die sich für Fernsehproduzenten eignen würde, ist das Angebot aller Rundfunkbetreiber schmal und deren Publikum relativ klein. Auf der nutzerstärksten Plattform Facebook hingegen spielen Videos eine wichtige Rolle – aber auch im Angebot von Pendler- und Boulevardmedien. Diese für die Rundfunkproduzenten neuen Konkurrenten profitieren davon, dass Bewegtbilder das Nutzerengagement stark antreiben. Traditionelle Rundfunkanbieter stehen vor diesem Hintergrund dreifach unter Druck: im digitalen Zeitalter ihr Publikum zu behalten, die auf traditionellen Kanälen wegbrechenden Werbeeinnahmen aufzufangen und ein qualitativ gehaltvolles Angebot sowohl auf den neuen als auch weiterhin auf den alten Kanälen anzubieten. Die im Vergleich zu den herkömmlichen Verbreitungskanälen messbar tiefere Qualität des Informationsangebots der SRG SSR auf den sozialen Plattformen an die höhere Qualität der traditionellen Radio- und TV-Kanäle heranzuführen, ist für den gebührenfinanzierten öffentlichen Rundfunk eine der zentralen Herausforderungen.

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Item Type:Book Section, not_refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Communication and Media Research
06 Faculty of Arts > Institute for Research on the Public Sphere and Society
Dewey Decimal Classification:700 Arts
Language:German
Date:22 October 2018
Deposited On:10 Dec 2018 13:56
Last Modified:25 Sep 2019 03:21
Publisher:Schwabe
Series Name:Qualität der Medien
Number:9
ISSN:1664-4131
ISBN:ISBN 978-3-7965-3923-7
Additional Information:Herausgegeben vom fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/Universität Zürich im Auftrag der Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität, Zürich
OA Status:Green
Official URL:https://www.qualitaet-der-medien.ch/

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