Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Subjektive Krankheitstheorien und Compliance in der Arzt-Patient-Beziehung : eine Verlaufsstudie bei schizophren Erkrankten


Prinz-Kaltenborn, Ramona. Subjektive Krankheitstheorien und Compliance in der Arzt-Patient-Beziehung : eine Verlaufsstudie bei schizophren Erkrankten. 2003, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung steht der Zusammenhang zwischen subjektiven Krankheitstheorien und Compliance bei schizophren Erkrankten. Desweiteren wurde untersucht, inwieweit die Patientencompliance von der Kombination der subjektiven Krankheitstheorien in der Arzt-Patient-Beziehung abhängt. Die Daten wurden im Rahmen der Studie "Determinanten der Compliance bei schizophrenen Patienten während der Olanzapin-Behandlung" an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich erhoben. Die nicht-randomisierte Gesamt-Stichprobe besteht aus 57 schizophren erkrankten Patienten. Die erste Datenerhebung erfolgte in der Klinik. Die zweite bzw. dritte Erhebung fand während der ambulanten Nachbehandlung 6 bzw. 12 Wochen nach Klinikaustritt statt. Die subjektiven Krankheitstheorien der Patienten sowie ihrer stationären Ärzte (N=23) wurden mittels der „Krankheitskonzept-Skala“ (Linden, Nather & Wilms, 1988) sowie dem „Fragebogen zur Erfassung der Kontrollüberzeugungen zu Krankheit und Gesundheit“ (Lohaus & Schmitt, 1989) erhoben. Die Patientencompliance wurde durch Patienten-Ratings, Arzt-Ratings, elektronisches Medikamenten-Monitoring (eDEM) sowie Medikamenten-Serumspiegel erfasst. Bei der Zusammenhangsanalyse zwischen subjektiven Krankheitstheorien und Patientencompliance erwiesen sich hohes Arzt- und Medikamentenvertrauen als complianceförderlich. Compliancemindernd wirkten hingegen die Krankheitskonzepte: „Krankheitsschuld“, „idiosynkratische Annahmen“ (Abneigung gegenüber Medikamenten), „internale Kontrollüberzeugung“ sowie „Krankheitsanfälligkeit“. Beim zusätzlichen Einbezug der Krankheitstheorien des jeweiligen Arztes erwiesen sich folgende Arzt-Patient-Konstellationen bei der 1. Messung als complianceförderlich: Arzt und Patient verfügen beide über das gleiche Konzept von „Krankheitsschuld“. Das bedeutet, beide gehen entweder von geringer oder von hoher Krankheitsschuld aus. Desweiteren ist es complianceförderlich, wenn Arzt und Patient beide über geringe idiosynkratische Annahmen verfügen. Insbesondere durch die komplementäre Konstellation „Patient ist wenig internal und Arzt ist hoch internal“ wird die Compliance positiv beeinflusst. Hingegen waren folgende Arzt-Patient-Konstellationen compliancemindernd: „Arzt und Patient sind beide hoch internal“ sowie „Arzt und Patient gehen beide von geringer Krankheitsanfälligkeit aus“. Ebenfalls compliancemindernd waren die konträren Konstellationen „Patient hat niedriges Medikamentenvertrauen und Arzt hat hohes Medikamentenvertrauen“ sowie die Konstellation, bei der der Patient von hoher Krankheitsschuld ausgeht, sein Arzt hingegen von geringer Krankheitsschuld.

The main consideration of the present study is the relation between subjective illness theories and compliance of schizophrenic patients. Further there the dependence of patient’s compliance on the subjective illness theories of the physician-patient-relation was studied. All data were captured during the study “Determinants of compliance of schizophrenic patients and their changes during treatment with olanzapine” at the Psychiatric University Hospital Burghölzli Zürich (Switzerland). The non- randomized sample consists of 57 schizophrenic patients. Patients were assessed before discharging from the clinic and after 6 and 12 weeks. The subjective illness theories of the patients and of their physicians were assessed with the “Illness Concept Scale” (Linden, Nather & Wilms, 1988) and the “Questionnaire to Measure the Locus of Control Concerning Health Beliefs” (Lohaus & Schmitt, 1989). To measure the patient compliance subjective patient-ratings, subjective physician-ratings, electronic Drug Exposure Monitoring (eDEM) and plasma levels of Olanzapine were utilized. The analyses of these measurements showed that the subjective illness theories “Trust in physician” and “Trust in medication” led to an increase of the patients compliance. On the other hand the subjective illness theories “Guilt of illness”, “Idiosyncratic assumptions”, “Internal health locus of control” and “Susceptibility” were reducing the patient’s compliance. Taking the illness theories of the physician into account, the following compliance-enhancing physician-patient-constellations were found: The physician and his patient have the same illness concept concerning „Guilt of illness“. That means both of them had assigned a low or a high “Guilt of illness”. The constellation „Physician and his patient have low idiosyncratic assumptions“ had as well a positive effect on the compliance. Another positive influence on compliance was found with the complementary constellation „Patient has low scores of internal health locus of control and his physician has high scores of internal health locus of control”. Whereas the following physician-patient-constellations were reducing the compliance: „Physician and his patient have both high scores of internal health locus of control” and “Physician and his patient have both low scores of susceptibility”. Likewise the following complementary constellations were as well compliance-reducing: “Patient has low trust in medications and his physician has high trust in medication” and “Patient has high scores in guilt and his physician has low scores in guilt”.

Abstract

Im Mittelpunkt der vorliegenden Untersuchung steht der Zusammenhang zwischen subjektiven Krankheitstheorien und Compliance bei schizophren Erkrankten. Desweiteren wurde untersucht, inwieweit die Patientencompliance von der Kombination der subjektiven Krankheitstheorien in der Arzt-Patient-Beziehung abhängt. Die Daten wurden im Rahmen der Studie "Determinanten der Compliance bei schizophrenen Patienten während der Olanzapin-Behandlung" an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich erhoben. Die nicht-randomisierte Gesamt-Stichprobe besteht aus 57 schizophren erkrankten Patienten. Die erste Datenerhebung erfolgte in der Klinik. Die zweite bzw. dritte Erhebung fand während der ambulanten Nachbehandlung 6 bzw. 12 Wochen nach Klinikaustritt statt. Die subjektiven Krankheitstheorien der Patienten sowie ihrer stationären Ärzte (N=23) wurden mittels der „Krankheitskonzept-Skala“ (Linden, Nather & Wilms, 1988) sowie dem „Fragebogen zur Erfassung der Kontrollüberzeugungen zu Krankheit und Gesundheit“ (Lohaus & Schmitt, 1989) erhoben. Die Patientencompliance wurde durch Patienten-Ratings, Arzt-Ratings, elektronisches Medikamenten-Monitoring (eDEM) sowie Medikamenten-Serumspiegel erfasst. Bei der Zusammenhangsanalyse zwischen subjektiven Krankheitstheorien und Patientencompliance erwiesen sich hohes Arzt- und Medikamentenvertrauen als complianceförderlich. Compliancemindernd wirkten hingegen die Krankheitskonzepte: „Krankheitsschuld“, „idiosynkratische Annahmen“ (Abneigung gegenüber Medikamenten), „internale Kontrollüberzeugung“ sowie „Krankheitsanfälligkeit“. Beim zusätzlichen Einbezug der Krankheitstheorien des jeweiligen Arztes erwiesen sich folgende Arzt-Patient-Konstellationen bei der 1. Messung als complianceförderlich: Arzt und Patient verfügen beide über das gleiche Konzept von „Krankheitsschuld“. Das bedeutet, beide gehen entweder von geringer oder von hoher Krankheitsschuld aus. Desweiteren ist es complianceförderlich, wenn Arzt und Patient beide über geringe idiosynkratische Annahmen verfügen. Insbesondere durch die komplementäre Konstellation „Patient ist wenig internal und Arzt ist hoch internal“ wird die Compliance positiv beeinflusst. Hingegen waren folgende Arzt-Patient-Konstellationen compliancemindernd: „Arzt und Patient sind beide hoch internal“ sowie „Arzt und Patient gehen beide von geringer Krankheitsanfälligkeit aus“. Ebenfalls compliancemindernd waren die konträren Konstellationen „Patient hat niedriges Medikamentenvertrauen und Arzt hat hohes Medikamentenvertrauen“ sowie die Konstellation, bei der der Patient von hoher Krankheitsschuld ausgeht, sein Arzt hingegen von geringer Krankheitsschuld.

The main consideration of the present study is the relation between subjective illness theories and compliance of schizophrenic patients. Further there the dependence of patient’s compliance on the subjective illness theories of the physician-patient-relation was studied. All data were captured during the study “Determinants of compliance of schizophrenic patients and their changes during treatment with olanzapine” at the Psychiatric University Hospital Burghölzli Zürich (Switzerland). The non- randomized sample consists of 57 schizophrenic patients. Patients were assessed before discharging from the clinic and after 6 and 12 weeks. The subjective illness theories of the patients and of their physicians were assessed with the “Illness Concept Scale” (Linden, Nather & Wilms, 1988) and the “Questionnaire to Measure the Locus of Control Concerning Health Beliefs” (Lohaus & Schmitt, 1989). To measure the patient compliance subjective patient-ratings, subjective physician-ratings, electronic Drug Exposure Monitoring (eDEM) and plasma levels of Olanzapine were utilized. The analyses of these measurements showed that the subjective illness theories “Trust in physician” and “Trust in medication” led to an increase of the patients compliance. On the other hand the subjective illness theories “Guilt of illness”, “Idiosyncratic assumptions”, “Internal health locus of control” and “Susceptibility” were reducing the patient’s compliance. Taking the illness theories of the physician into account, the following compliance-enhancing physician-patient-constellations were found: The physician and his patient have the same illness concept concerning „Guilt of illness“. That means both of them had assigned a low or a high “Guilt of illness”. The constellation „Physician and his patient have low idiosyncratic assumptions“ had as well a positive effect on the compliance. Another positive influence on compliance was found with the complementary constellation „Patient has low scores of internal health locus of control and his physician has high scores of internal health locus of control”. Whereas the following physician-patient-constellations were reducing the compliance: „Physician and his patient have both high scores of internal health locus of control” and “Physician and his patient have both low scores of susceptibility”. Likewise the following complementary constellations were as well compliance-reducing: “Patient has low trust in medications and his physician has high trust in medication” and “Patient has high scores in guilt and his physician has low scores in guilt”.

Statistics

Downloads

213 downloads since deposited on 02 May 2019
186 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Rössler Wulf
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:Unspecified
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2003
Deposited On:02 May 2019 14:01
Last Modified:07 Apr 2020 07:15
Number of Pages:191
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod004662293&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

Download

Green Open Access

Download PDF  'Subjektive Krankheitstheorien und Compliance in der Arzt-Patient-Beziehung : eine Verlaufsstudie bei schizophren Erkrankten'.
Preview
Content: Published Version
Language: German
Filetype: PDF
Size: 1MB