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Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der Investor Relations : theoretische und empirische Analyse


Hauser, Mark Jason. Möglichkeiten, Risiken und Grenzen der Investor Relations : theoretische und empirische Analyse. 2003, University of Zurich, Faculty of Economics.

Abstract

Die Beziehungen zwischen Unternehmungen und Investoren sind von Natur aus durch eine asymmetrische Verteilung von Informationen gekennzeichnet. Investor Relations stellen für die Unternehmungen eine Möglichkeit dar, auf die im Markt erhältlichen Informationen über sich selbst wesentlich Einfluss zu nehmen. Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte theoretische Aspekte von Investor Relations und präsentiert empirische Untersuchungen unter Verwendung von mehr als 37’000 firmenspezifischen Nachrichten als Proxygrösse für den öffentlichen Informationsfluss über einzelne Unternehmungen. Im theoretischen Teil diskutieren wir zuerst den Zusammenhang zwischen dem intrinsischen Wert von Gesellschaften und der Bewertung von Finanzinstrumenten sowie die für die Bewertung von Finanzinstrumenten relevanten Informationen. Anschliessend skizzieren wir die Informationspflicht an der Schweizer Börse und widmen uns kurz den Anreizen einer im Wettbewerb um Kapital stehenden Unternehmung sowie ihres Managements für die Vermittlung von Informationen an die Kapitalgeber und diskutieren ausgewählte betriebswirtschaftliche Aspekte der Investor Relations. Im Anschluss werden die Möglichkeiten für die Beeinflussung der Aufmerksamkeit der Investoren durch die Investor Relations dargestellt. In einem weiteren Schritt besprechen wir die speziellen Eigenschaften des wirtschaftlichen Gutes „Information“ und zeigen die Schwierigkeiten auf, die beim physischen Tausch von Informationen auftreten können. Aufgrund dieser Erkenntnisse diskutieren wir im Anschluss die Bedingungen für die Glaubwürdigkeit von Informationen bzw. für die Existenz einer Vertrauensbeziehung zwischen Unternehmungen und Investoren in Bezug auf Wertkommunikation sowie die diesbezügliche Rolle von Informationsintermediären. Nur wenn die Investoren den Informationen der Unternehmungen trauen, können die Ziele der Investor Relations erreicht werden. Im Anschluss werden kurz der Wert von Informationen bzw. die Informationsbeschaffungsentscheidungen von Investoren diskutiert und mögliche Formen der entsprechenden Nachfragefunktion skizziert. In einem zweiten Teil wenden wir uns ausgewählten Modellen der Kapitalmarkttheorie zu, um Aussagen über die Implikationen möglicher Auswirkungen von Nachrichten auf die Preise von Wertpapieren für die Nachfrage nach Informationen und die Investor Relations herzuleiten. Ebenso diskutieren wir den Informationsgehalt der Preise von Wertpapieren und die diesbezüglichen Konsequenzen für die Schaffung und Erhaltung von Reputation. Insbesondere würdigen wir die verschiedenen Formen der Markteffizienz und wenden uns anschliessend der Problematik ineffizienter Kapitalmärkte sowie ausgewählten Aspekten des Investorenverhaltens zu, wie sie vornehmlich in der Behavioral Finance Anwendung finden. Investor Relations sind, wie sich zeigt, eine weitaus komplexere Angelegenheit, als vordergründig vermutet werden könnte. Dem empirischen Teil der Arbeit liegt ein einzigartiges Datenset mit mehr als 37'000 Nachrichten über mehr als 45 Unternehmungen der Sektoren Banken, Retail, Bau und Baustoffe des Swiss Performance Index sowie des Swiss New Market zugrunde, die zwischen Anfang 1993 und Ende 2002 aus über 500 Quellen in der ganzen Welt in der Business Briefing Datenbank von Reuters registriert wurden. Dieses Datenset erlaubt es uns, die Entwicklung der Nachrichtenflüsse über einzelne Firmen sowie deren Zusammenhang mit ausserordentlichen Überschussrenditen der entsprechenden Aktien zu analysieren. Die zeitliche Entwicklung der Nachrichtenvolumina über einzelne Firmen liefert für eine 10-jährige Zeitperiode Hinweise auf den Output der Investor Relations der betreffenden Unternehmungen und ermöglicht Aussagen über die Zeitaufwendungen, die mit der Verarbeitung von öffentlichen Informationen über diese Unternehmungen verbunden waren. Die Untersuchung des gemeinsamen Auftretens von firmenspezifischen Nachrichten und ausserordentlichen Überschussrenditen der entsprechenden Aktien liefert Hinweise auf die Rückführbarkeit von Preisveränderungen auf Informationen über den Fundamentalwert der Unternehmungen und erlaubt Aussagen über die Häufigkeiten, mit denen ausserordentliche Überschussrenditen aufgrund von öffentlichen Informationen über die entsprechenden Unternehmungen für die Investoren nachvollziehbar bzw. nicht nachvollziehbar waren. Zudem wird analysiert, wie sich die firmenspezifische Nachrichtendichte im Falle von ausserordentlichen Preisveränderungen der entsprechenden Titel verhalten hat. Unsere empirischen Untersuchungen weisen bezüglich relativ vieler Unternehmungen im Zeitablauf weder auf eine deutlich gestiegene Präsenz in den Medien noch auf eine deutliche Verbesserung der Informationslage bei ausserordentlichen Überschussrenditen der betreffenden Titel hin. Auch Ende 2002 bestand noch ein beträchtlicher Handlungsbedarf.

The relationship between companies and investors is naturally characterised by asymmetric information. Investor Relations allow companies to significantly influence the information available in the market. We present selected theoretic aspects of investor relations as well as empirical investigations using more than 37’000 firm specific news items as a proxy for public information. In the theoretical part we first discuss the relationship between the intrinsic value of companies and the valuation of financial instruments as well as the information relevant for such valuation. We then briefly describe companies’ obligation to release information set by the Swiss Exchange, discuss the incentives for companies (or their managers) that are competing for capital for communicating information to investors and review selected managerial aspects of investor relations. We then describe the possibilities for influencing the attention of investors through investor relations. In a further step we discuss the special characteristics of the economic good „information“, and we mention relevant problems that may arise during its “physical” exchange. Based upon these insights we proceed by discussing the conditions for the credibility of communicated information, i.e. for the existence of a relationship of trust between companies and investors with respect to the communication of information together with the respective role of information intermediaries. Only if investors trust the information conveyed by companies can the objectives of investor relations be achieved. We continue by briefly reviewing the value of information and investors’ decisions to gather and process information as well as possible forms of the respective demand function. We then proceed by taking a look at selected capital market theories in order to obtain insights with respect to the implications arising from possible price reactions to news for the demand for information as well as for investor relations. We also discuss the informational content of asset prices and the respective consequences for the creation and maintenance of reputation. We discuss the various forms of capital market efficiency and then proceed to inefficient capital markets and selected aspects of investors’ behaviour that are suggested by behavioural finance. We find that investor relations are far more complex than could be presumed at first sight. The empirical part builds on a unique dataset that contains more that 37'000 news items referring to more than 45 companies within the sectors banks, retail, construction and construction materials of the Swiss Performance Index as well as within the Swiss New Market that were published between the beginning of 1993 and the end of 2002 in over 500 sources around the globe and registered within the Business Briefing database of Reuters. This dataset allows us to analyse the development of firm specific news flows as well as their interrelationship with extraordinary excess returns of the respective stock. The evolution of the volumes of firm specific news items over a period of 10 years yields suggestions with respect to the output of the respective companies’ investor relations and allows for tentative conclusions with respect to the required time for processing public information on those companies. The analysis of the simultaneous occurrence of firm specific news items and extraordinary excess returns of the respective stock yields insights with respect to the ascription of price movements to information about the fundamental value of the respective companies and allows for conclusions with respect to the frequency with which extraordinary excess returns were traceable based upon information about the respective companies. In addition we analyse how the density of news items is related to extraordinary excess returns of the respective stock. Our empirical analyses suggest that the media presence of relatively many companies did not increase over time nor that the informational situation was significantly better at points in time where extraordinary excess returns were realised. At the end of 2002 there remained a considerable call for action.

Abstract

Die Beziehungen zwischen Unternehmungen und Investoren sind von Natur aus durch eine asymmetrische Verteilung von Informationen gekennzeichnet. Investor Relations stellen für die Unternehmungen eine Möglichkeit dar, auf die im Markt erhältlichen Informationen über sich selbst wesentlich Einfluss zu nehmen. Die vorliegende Arbeit untersucht ausgewählte theoretische Aspekte von Investor Relations und präsentiert empirische Untersuchungen unter Verwendung von mehr als 37’000 firmenspezifischen Nachrichten als Proxygrösse für den öffentlichen Informationsfluss über einzelne Unternehmungen. Im theoretischen Teil diskutieren wir zuerst den Zusammenhang zwischen dem intrinsischen Wert von Gesellschaften und der Bewertung von Finanzinstrumenten sowie die für die Bewertung von Finanzinstrumenten relevanten Informationen. Anschliessend skizzieren wir die Informationspflicht an der Schweizer Börse und widmen uns kurz den Anreizen einer im Wettbewerb um Kapital stehenden Unternehmung sowie ihres Managements für die Vermittlung von Informationen an die Kapitalgeber und diskutieren ausgewählte betriebswirtschaftliche Aspekte der Investor Relations. Im Anschluss werden die Möglichkeiten für die Beeinflussung der Aufmerksamkeit der Investoren durch die Investor Relations dargestellt. In einem weiteren Schritt besprechen wir die speziellen Eigenschaften des wirtschaftlichen Gutes „Information“ und zeigen die Schwierigkeiten auf, die beim physischen Tausch von Informationen auftreten können. Aufgrund dieser Erkenntnisse diskutieren wir im Anschluss die Bedingungen für die Glaubwürdigkeit von Informationen bzw. für die Existenz einer Vertrauensbeziehung zwischen Unternehmungen und Investoren in Bezug auf Wertkommunikation sowie die diesbezügliche Rolle von Informationsintermediären. Nur wenn die Investoren den Informationen der Unternehmungen trauen, können die Ziele der Investor Relations erreicht werden. Im Anschluss werden kurz der Wert von Informationen bzw. die Informationsbeschaffungsentscheidungen von Investoren diskutiert und mögliche Formen der entsprechenden Nachfragefunktion skizziert. In einem zweiten Teil wenden wir uns ausgewählten Modellen der Kapitalmarkttheorie zu, um Aussagen über die Implikationen möglicher Auswirkungen von Nachrichten auf die Preise von Wertpapieren für die Nachfrage nach Informationen und die Investor Relations herzuleiten. Ebenso diskutieren wir den Informationsgehalt der Preise von Wertpapieren und die diesbezüglichen Konsequenzen für die Schaffung und Erhaltung von Reputation. Insbesondere würdigen wir die verschiedenen Formen der Markteffizienz und wenden uns anschliessend der Problematik ineffizienter Kapitalmärkte sowie ausgewählten Aspekten des Investorenverhaltens zu, wie sie vornehmlich in der Behavioral Finance Anwendung finden. Investor Relations sind, wie sich zeigt, eine weitaus komplexere Angelegenheit, als vordergründig vermutet werden könnte. Dem empirischen Teil der Arbeit liegt ein einzigartiges Datenset mit mehr als 37'000 Nachrichten über mehr als 45 Unternehmungen der Sektoren Banken, Retail, Bau und Baustoffe des Swiss Performance Index sowie des Swiss New Market zugrunde, die zwischen Anfang 1993 und Ende 2002 aus über 500 Quellen in der ganzen Welt in der Business Briefing Datenbank von Reuters registriert wurden. Dieses Datenset erlaubt es uns, die Entwicklung der Nachrichtenflüsse über einzelne Firmen sowie deren Zusammenhang mit ausserordentlichen Überschussrenditen der entsprechenden Aktien zu analysieren. Die zeitliche Entwicklung der Nachrichtenvolumina über einzelne Firmen liefert für eine 10-jährige Zeitperiode Hinweise auf den Output der Investor Relations der betreffenden Unternehmungen und ermöglicht Aussagen über die Zeitaufwendungen, die mit der Verarbeitung von öffentlichen Informationen über diese Unternehmungen verbunden waren. Die Untersuchung des gemeinsamen Auftretens von firmenspezifischen Nachrichten und ausserordentlichen Überschussrenditen der entsprechenden Aktien liefert Hinweise auf die Rückführbarkeit von Preisveränderungen auf Informationen über den Fundamentalwert der Unternehmungen und erlaubt Aussagen über die Häufigkeiten, mit denen ausserordentliche Überschussrenditen aufgrund von öffentlichen Informationen über die entsprechenden Unternehmungen für die Investoren nachvollziehbar bzw. nicht nachvollziehbar waren. Zudem wird analysiert, wie sich die firmenspezifische Nachrichtendichte im Falle von ausserordentlichen Preisveränderungen der entsprechenden Titel verhalten hat. Unsere empirischen Untersuchungen weisen bezüglich relativ vieler Unternehmungen im Zeitablauf weder auf eine deutlich gestiegene Präsenz in den Medien noch auf eine deutliche Verbesserung der Informationslage bei ausserordentlichen Überschussrenditen der betreffenden Titel hin. Auch Ende 2002 bestand noch ein beträchtlicher Handlungsbedarf.

The relationship between companies and investors is naturally characterised by asymmetric information. Investor Relations allow companies to significantly influence the information available in the market. We present selected theoretic aspects of investor relations as well as empirical investigations using more than 37’000 firm specific news items as a proxy for public information. In the theoretical part we first discuss the relationship between the intrinsic value of companies and the valuation of financial instruments as well as the information relevant for such valuation. We then briefly describe companies’ obligation to release information set by the Swiss Exchange, discuss the incentives for companies (or their managers) that are competing for capital for communicating information to investors and review selected managerial aspects of investor relations. We then describe the possibilities for influencing the attention of investors through investor relations. In a further step we discuss the special characteristics of the economic good „information“, and we mention relevant problems that may arise during its “physical” exchange. Based upon these insights we proceed by discussing the conditions for the credibility of communicated information, i.e. for the existence of a relationship of trust between companies and investors with respect to the communication of information together with the respective role of information intermediaries. Only if investors trust the information conveyed by companies can the objectives of investor relations be achieved. We continue by briefly reviewing the value of information and investors’ decisions to gather and process information as well as possible forms of the respective demand function. We then proceed by taking a look at selected capital market theories in order to obtain insights with respect to the implications arising from possible price reactions to news for the demand for information as well as for investor relations. We also discuss the informational content of asset prices and the respective consequences for the creation and maintenance of reputation. We discuss the various forms of capital market efficiency and then proceed to inefficient capital markets and selected aspects of investors’ behaviour that are suggested by behavioural finance. We find that investor relations are far more complex than could be presumed at first sight. The empirical part builds on a unique dataset that contains more that 37'000 news items referring to more than 45 companies within the sectors banks, retail, construction and construction materials of the Swiss Performance Index as well as within the Swiss New Market that were published between the beginning of 1993 and the end of 2002 in over 500 sources around the globe and registered within the Business Briefing database of Reuters. This dataset allows us to analyse the development of firm specific news flows as well as their interrelationship with extraordinary excess returns of the respective stock. The evolution of the volumes of firm specific news items over a period of 10 years yields suggestions with respect to the output of the respective companies’ investor relations and allows for tentative conclusions with respect to the required time for processing public information on those companies. The analysis of the simultaneous occurrence of firm specific news items and extraordinary excess returns of the respective stock yields insights with respect to the ascription of price movements to information about the fundamental value of the respective companies and allows for conclusions with respect to the frequency with which extraordinary excess returns were traceable based upon information about the respective companies. In addition we analyse how the density of news items is related to extraordinary excess returns of the respective stock. Our empirical analyses suggest that the media presence of relatively many companies did not increase over time nor that the informational situation was significantly better at points in time where extraordinary excess returns were realised. At the end of 2002 there remained a considerable call for action.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Volkart Rudolf, Geiger Hans
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:Unspecified
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2003
Deposited On:22 May 2019 13:37
Last Modified:07 Apr 2020 07:15
Number of Pages:263
OA Status:Green
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Language: German
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