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Einstieg in den Lehrberuf : Untersuchungen zur Identitätsentwicklung von Lehrerinnen und Lehrern im ersten Berufsjahr


Klee, Sabina Larcher. Einstieg in den Lehrberuf : Untersuchungen zur Identitätsentwicklung von Lehrerinnen und Lehrern im ersten Berufsjahr. 2005, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Die erste Phase der beruflichen Tätigkeit als Lehrerin oder Lehrer ist eine kritische Phase. Die eben erst zurückliegende Ausbildung, die bis zum Schluss mit der eigenen Rolle der «Studentin» oder des «Studenten» verbunden bleibt, die unmittelbar zu übernehmende Verantwortung für eine Schulklasse, die nach wie vor herrschende Anforderung, alles alleine tun zu müssen, viele offene und versteckte Erwartungen bedeuten enorm hohe Anforderungen an die Neulinge im Schuldienst. Die Frage, wie Lehrpersonen aktiv Mit- glieder der Lehrprofession werden, wie sie ihren Berufsanfang erleben und organisieren ist zentral, wenn nicht von einem als typisch geltenden Praxisschock ausgegangen werden soll und die Entwicklung sowie Generierung beruflicher Identitäten fokussiert werden. Das Forschungsvorhaben der vorliegenden Studie zielte – methodisch mehrperspek- tivisch angelegt – auf einen qualitativ und quantitativ abgesicherten Einblick in den Be- rufseinstieg von Lehrpersonen, der die mentalen Konstruktionen und Ko-Konstruktionen innerhalb eines Berufsfeldes beobachtet und damit die Schnittstelle zwischen Umwelt und Person sehr eng fasst. Dazu wurden während der Dauer eines Jahres, Berufseinsteiger/ innen an der Volksschule mehrmals mit unterschiedlichen Instrumenten befragt. Die Befunde der Studie zeigen, dass der geglückte Berufseinstieg als ein Prozess der produktiven Anpassung an eine Erfahrungswelt bezeichnet werden kann, der es den Einsteiger/innen erlaubt, den eigenen Weg und die eigene Form zu finden. Dabei stehen die Neu- und Re-Definition bzw. Integration von Person und beruflichem Feld im Zentrum einer umfassenden Identitätsentwicklung. In gleichem Masse wie diese Entwicklung zu ei- ner aufwändigen Arbeit am eigenen Selbst führt, in gleichem Ausmass wie dies in der Mo- derne zum Schlüsselprogramm der Persönlichkeitsentwicklung geworden ist, verlangt die Ausbildung im Lehrberuf als einem sozial ausgesetzten Beruf eine Rekontextualisierung der Amtsanforderungen auf das eigene Selbst. Dieser Prozess und damit die Balancierung der Identität werden aktiv in einem semantischen Raum geleistet. Diese Perspektive auf den Berufseinstieg, die durch die mehrperspektivisch angelegte Untersuchung gewonnen werden konnte, ist historisch neu. Die künftige Gestaltung der Berufseinstiegsphase kann von diesen Erkenntnissen profitieren: Zum einen müssen die konstruktiven Eigenanteile der Junglehrer/innen reflexiv aufgenommen werden, zum andern gilt es zu akzeptieren, dass die Identitätsentwicklung und die Identitätsbalance im Mittelpunkt einer Berufseinmündungsphase von Lehrpersonen zu stehen hat und eine zentrale Rolle für einen geglückten Einstieg in dieses berufliche Feld spielt. Dies darf kein einsamer Prozess sein, sondern erfordert eine Ko- Konstruktion durch erfahrene Professionelle und Expert/innen.

Abstract

Die erste Phase der beruflichen Tätigkeit als Lehrerin oder Lehrer ist eine kritische Phase. Die eben erst zurückliegende Ausbildung, die bis zum Schluss mit der eigenen Rolle der «Studentin» oder des «Studenten» verbunden bleibt, die unmittelbar zu übernehmende Verantwortung für eine Schulklasse, die nach wie vor herrschende Anforderung, alles alleine tun zu müssen, viele offene und versteckte Erwartungen bedeuten enorm hohe Anforderungen an die Neulinge im Schuldienst. Die Frage, wie Lehrpersonen aktiv Mit- glieder der Lehrprofession werden, wie sie ihren Berufsanfang erleben und organisieren ist zentral, wenn nicht von einem als typisch geltenden Praxisschock ausgegangen werden soll und die Entwicklung sowie Generierung beruflicher Identitäten fokussiert werden. Das Forschungsvorhaben der vorliegenden Studie zielte – methodisch mehrperspek- tivisch angelegt – auf einen qualitativ und quantitativ abgesicherten Einblick in den Be- rufseinstieg von Lehrpersonen, der die mentalen Konstruktionen und Ko-Konstruktionen innerhalb eines Berufsfeldes beobachtet und damit die Schnittstelle zwischen Umwelt und Person sehr eng fasst. Dazu wurden während der Dauer eines Jahres, Berufseinsteiger/ innen an der Volksschule mehrmals mit unterschiedlichen Instrumenten befragt. Die Befunde der Studie zeigen, dass der geglückte Berufseinstieg als ein Prozess der produktiven Anpassung an eine Erfahrungswelt bezeichnet werden kann, der es den Einsteiger/innen erlaubt, den eigenen Weg und die eigene Form zu finden. Dabei stehen die Neu- und Re-Definition bzw. Integration von Person und beruflichem Feld im Zentrum einer umfassenden Identitätsentwicklung. In gleichem Masse wie diese Entwicklung zu ei- ner aufwändigen Arbeit am eigenen Selbst führt, in gleichem Ausmass wie dies in der Mo- derne zum Schlüsselprogramm der Persönlichkeitsentwicklung geworden ist, verlangt die Ausbildung im Lehrberuf als einem sozial ausgesetzten Beruf eine Rekontextualisierung der Amtsanforderungen auf das eigene Selbst. Dieser Prozess und damit die Balancierung der Identität werden aktiv in einem semantischen Raum geleistet. Diese Perspektive auf den Berufseinstieg, die durch die mehrperspektivisch angelegte Untersuchung gewonnen werden konnte, ist historisch neu. Die künftige Gestaltung der Berufseinstiegsphase kann von diesen Erkenntnissen profitieren: Zum einen müssen die konstruktiven Eigenanteile der Junglehrer/innen reflexiv aufgenommen werden, zum andern gilt es zu akzeptieren, dass die Identitätsentwicklung und die Identitätsbalance im Mittelpunkt einer Berufseinmündungsphase von Lehrpersonen zu stehen hat und eine zentrale Rolle für einen geglückten Einstieg in dieses berufliche Feld spielt. Dies darf kein einsamer Prozess sein, sondern erfordert eine Ko- Konstruktion durch erfahrene Professionelle und Expert/innen.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Fend Helmut, Oelkers Jürgen
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:370 Education
Uncontrolled Keywords:Lehrberuf, Lehrer, Identität, Lehrer, Identitätsentwicklung, Berufsanfänger, Berufsanfang, Identität, Persönlichkeitsentwicklung
Language:German
Place of Publication:Bern
Date:2005
Deposited On:04 Jun 2019 14:59
Last Modified:07 Apr 2020 07:15
Publisher:Haupt
Series Name:Schulpädagogik - Fachdidaktik - Lehrerbildung
Number of Pages:326
ISBN:3-258-06732-5
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod004962693&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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Language: German
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