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Umdenken im japanischen Bildungswesen: von der Sonderpädagogik zur speziellen Unterstützungspädagogik


Gogg, Karin. Umdenken im japanischen Bildungswesen: von der Sonderpädagogik zur speziellen Unterstützungspädagogik. 2005, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschreibt die neusten Entwicklungen im japanischen Bildungssystem bei der Unterstützung von Kindern mit Lernbehinderung (LD), Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHD) und Hochfunktionalem Autismus (HFA). Die Forschung ist in einen theoretischen und einen explorativen Teil unterteilt: (1) Grundlagen und Theorien der neusten Entwicklung im Umgang mit Kindern mit Schulschwierigkeiten und (2) Explo-rative Studie: Beschreibung und Analyse von verschiedenen Schulbesuchen. Der erste Teil beschreibt die Strukturen des Bildungsministeriums (MEXT) und diejenigen des Japanischen Schulsystems, insbesondere des Sonderschulwesens; die Anerkennung und Definitionen von in Japan «neu» anerkannten Schulschwierigkeiten wie LD, ADHD oder HFA. Ungefähr 7% aller schulpflichtigen Kinder weisen eine dieser Schulschwierigkeiten auf. MEXT hat entschieden, diese Kinder im Regelklassen- Unterricht unterstützen zu lassen. MEXT fördert die spezielle Unterstützungspädagogik auf drei Ebenen: die Neuerungen auf der Basis der Kooperation der politischen (politische Entscheide und Gesetze), der systemi-schen (Aufbau von verschiedenen Netzwerke: (a) Netzwerke der regionalen Schulen und aller in der speziellen Unterstützung involvierten Institute, (b) Netzwerke der Kinder mit speziellen Bedürfnissen und (c) schulinterne Netzwerke der Lehrkräfte) und der schulischen Ebenen (verschiedene Unterstützungsmassnahmen innerhalb der Regelklasse auf der Grundlage von Empfehlungen des MEXT und anderen pädagogischen Instituten) einzuführen. Der zweite Teil, die explorative Studie, setzt sich mit dem Zugang zu den in rund 8 Wochen intensiv beobachteten Schulen und den darin erfahrenem Unterricht auseinander, die mit Ana-lysen von Fragebögen, Interviews und Gesprächen ergänzt werden. Der Unterricht wurde aus der Perspektive von Kindern mit Lernschwierigkeiten und mit Verhaltensauffälligkeiten betrachtet und zwar im Unterricht mit einer Lehrperson, mit mehreren Lehrpersonen, sowie im Tsûkyû-Unterricht, einer Art von Förderunterricht, ausserhalb des Klassenzimmers. Im Schlusskapitel werden die Ergebnisse in einem Unterstützungs-Differenzierungs- Modell (Themen-, Unterstützungs-, Anforderungs- und Schwierigkeitsdifferenzierungen) zusammen-gefasst. Die Umsetzung der Neuerungen wurden mittels dem 7S-Modell von McKinsey, dem Modell des «organisationellen Lernens» von Argyris und Schön (1978), sowie mittels des Educational Change Theory- Modells von der National School Boards Association (NSBA) untersucht. Die Untersuchung mit den Modellen ergab, dass MEXT auf allen Ebenen die Neuerungen vorantreibt und sie stets überprüft. Wie effektvoll die spezielle Unterstützungs- pädagogik schliesslich umgesetzt wird, wird zu einem grossen Teil von den Fähigkeiten und der Bereitschaft der involvierten Personen (insbesondere Lehrpersonen) abhängen und wie sie aus- und weitergebildet werden.

Abstract This dissertation describes the newest development of the Japanese Education System with regards to children with learning disability (LD), Attention-Deficit-Hyperactivity- Disorder (ADHD) and High Functioning Autism (HFA) and is divided into a theoretical and an explor-ative part: (1) Basics and Theories of the new approaches in dealing with children with school performance problems; (2) Explorative Studies: Description and Analyses of several School Visits. Part one describes the structure of the Japanese Ministry of Education, Culture, Sports, Scence and Technology (MEXT); the structure of the Japanese School System, with special regards of the previous Special Education System; the acceptance and definitions of in Japan «recently» recognized school difficulties such as LD, ADHD, HFA and school refusals. MEXT estimates about 7% of all children in regular classes with a need for special support and decided to assist these children within their regular classes. Schools are urged to build up support systems in form of networks: (1) network for the school with all in special support involved institutions in the region, (2) network for children with special needs and (3) school-internal network for teachers. At the end, based on recommendation and polls of MEXT and other public institutions, follows the explanation of the development of various support meas-ures regarding children with school performance problems. Part two analyses the access of a foreign researcher to the schools and its difficulties; de-scribes the general school activities; analyses the visited schools and lessons as well as the support of children with learning difficulties and with behaviour problems in regular classes with one teacher present, with several teachers and in tsûkyû- classrooms (kind of resource-room); analyses questionnaires for teachers of the visited schools; discusses the difficulties of the different special support measures within the classrooms and concludes that Japanese teachers apply mainly four different differentiation systems: differentiation of subject within the topic, differentiation of difficulties, differentiation of demand and differentiation of sup-port. The closing examines the introduction and development of the support system with the 7S-Modell by McKinsey, the «Organizational learning» by Argyris and Schön (1978) and the Educational Change Theory of the National School Boards Association (NSBA). It concludes that the support systems have good chances to be introduced and developed successfully, but it might depend on the abilities of the teachers, their teaching training and their readiness to support the children effectively.

Abstract

Die vorliegende Arbeit beschreibt die neusten Entwicklungen im japanischen Bildungssystem bei der Unterstützung von Kindern mit Lernbehinderung (LD), Aufmerksamkeits-Defizit-Hyperaktivitäts-Syndrom (ADHD) und Hochfunktionalem Autismus (HFA). Die Forschung ist in einen theoretischen und einen explorativen Teil unterteilt: (1) Grundlagen und Theorien der neusten Entwicklung im Umgang mit Kindern mit Schulschwierigkeiten und (2) Explo-rative Studie: Beschreibung und Analyse von verschiedenen Schulbesuchen. Der erste Teil beschreibt die Strukturen des Bildungsministeriums (MEXT) und diejenigen des Japanischen Schulsystems, insbesondere des Sonderschulwesens; die Anerkennung und Definitionen von in Japan «neu» anerkannten Schulschwierigkeiten wie LD, ADHD oder HFA. Ungefähr 7% aller schulpflichtigen Kinder weisen eine dieser Schulschwierigkeiten auf. MEXT hat entschieden, diese Kinder im Regelklassen- Unterricht unterstützen zu lassen. MEXT fördert die spezielle Unterstützungspädagogik auf drei Ebenen: die Neuerungen auf der Basis der Kooperation der politischen (politische Entscheide und Gesetze), der systemi-schen (Aufbau von verschiedenen Netzwerke: (a) Netzwerke der regionalen Schulen und aller in der speziellen Unterstützung involvierten Institute, (b) Netzwerke der Kinder mit speziellen Bedürfnissen und (c) schulinterne Netzwerke der Lehrkräfte) und der schulischen Ebenen (verschiedene Unterstützungsmassnahmen innerhalb der Regelklasse auf der Grundlage von Empfehlungen des MEXT und anderen pädagogischen Instituten) einzuführen. Der zweite Teil, die explorative Studie, setzt sich mit dem Zugang zu den in rund 8 Wochen intensiv beobachteten Schulen und den darin erfahrenem Unterricht auseinander, die mit Ana-lysen von Fragebögen, Interviews und Gesprächen ergänzt werden. Der Unterricht wurde aus der Perspektive von Kindern mit Lernschwierigkeiten und mit Verhaltensauffälligkeiten betrachtet und zwar im Unterricht mit einer Lehrperson, mit mehreren Lehrpersonen, sowie im Tsûkyû-Unterricht, einer Art von Förderunterricht, ausserhalb des Klassenzimmers. Im Schlusskapitel werden die Ergebnisse in einem Unterstützungs-Differenzierungs- Modell (Themen-, Unterstützungs-, Anforderungs- und Schwierigkeitsdifferenzierungen) zusammen-gefasst. Die Umsetzung der Neuerungen wurden mittels dem 7S-Modell von McKinsey, dem Modell des «organisationellen Lernens» von Argyris und Schön (1978), sowie mittels des Educational Change Theory- Modells von der National School Boards Association (NSBA) untersucht. Die Untersuchung mit den Modellen ergab, dass MEXT auf allen Ebenen die Neuerungen vorantreibt und sie stets überprüft. Wie effektvoll die spezielle Unterstützungs- pädagogik schliesslich umgesetzt wird, wird zu einem grossen Teil von den Fähigkeiten und der Bereitschaft der involvierten Personen (insbesondere Lehrpersonen) abhängen und wie sie aus- und weitergebildet werden.

Abstract This dissertation describes the newest development of the Japanese Education System with regards to children with learning disability (LD), Attention-Deficit-Hyperactivity- Disorder (ADHD) and High Functioning Autism (HFA) and is divided into a theoretical and an explor-ative part: (1) Basics and Theories of the new approaches in dealing with children with school performance problems; (2) Explorative Studies: Description and Analyses of several School Visits. Part one describes the structure of the Japanese Ministry of Education, Culture, Sports, Scence and Technology (MEXT); the structure of the Japanese School System, with special regards of the previous Special Education System; the acceptance and definitions of in Japan «recently» recognized school difficulties such as LD, ADHD, HFA and school refusals. MEXT estimates about 7% of all children in regular classes with a need for special support and decided to assist these children within their regular classes. Schools are urged to build up support systems in form of networks: (1) network for the school with all in special support involved institutions in the region, (2) network for children with special needs and (3) school-internal network for teachers. At the end, based on recommendation and polls of MEXT and other public institutions, follows the explanation of the development of various support meas-ures regarding children with school performance problems. Part two analyses the access of a foreign researcher to the schools and its difficulties; de-scribes the general school activities; analyses the visited schools and lessons as well as the support of children with learning difficulties and with behaviour problems in regular classes with one teacher present, with several teachers and in tsûkyû- classrooms (kind of resource-room); analyses questionnaires for teachers of the visited schools; discusses the difficulties of the different special support measures within the classrooms and concludes that Japanese teachers apply mainly four different differentiation systems: differentiation of subject within the topic, differentiation of difficulties, differentiation of demand and differentiation of sup-port. The closing examines the introduction and development of the support system with the 7S-Modell by McKinsey, the «Organizational learning» by Argyris and Schön (1978) and the Educational Change Theory of the National School Boards Association (NSBA). It concludes that the support systems have good chances to be introduced and developed successfully, but it might depend on the abilities of the teachers, their teaching training and their readiness to support the children effectively.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Klopfenstein Eduard, Schley Wilfried
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Education
06 Faculty of Arts > Institute of Asian and Oriental Studies
UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:180 Ancient, medieval & eastern philosophy
290 Other religions
Uncontrolled Keywords:Pädagogik, International, Heilpädagogik, Reform, Sonderpädagogik, Japan
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2005
Deposited On:08 Feb 2019 13:54
Last Modified:15 Apr 2021 14:58
Number of Pages:335
OA Status:Green

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