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Lirum larum Löffelstiel : Erstlesefibeln der deutschsprachigen Schweiz im 20. Jahrhundert


Müller Gächter, Barbara. Lirum larum Löffelstiel : Erstlesefibeln der deutschsprachigen Schweiz im 20. Jahrhundert. 2005, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

"Fibeln" als Lehrwerke, die in ein Wissensgebiet und dessen Fachbegriffe einführen, verweisen beim Erstlesen auf den Gebrauch der 26 im Alphabet aufgezählten Buchstaben. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Einstieg ins Lesenlernen auf den ersten Seiten dieser Fibeln. Zwei gleichwertige Möglichkeiten bestehen nebeneinander: der Einstieg mit einzelnen Buchstaben, bezeichnet als synthetische Methode und derjenige mit gedruckten Silben, Wörtern, Sätzen und Textlein, bezeichnet als ganzheitliches oder analytisches Vorgehen. Das lässt sich auch historisch nachweisen, unabhängig von den gewählten Methodenbezeichnungen. Lesenlernen heisst erfassen, dies mittels Anleitung, wie optisch sichtbare Buchstaben und Buchstabenfolgen in gesprochene Sprache gemäss einer bestehenden Konvention umgesetzt werden müssen. Ein Methodenstreit darüber, wie der in der Mitte des 20. Jhs, missachtet die unterschiedlichen Prozesse, die Lesenlernen ermöglichen. Die experimentelle Psychologie Ende des 19.Jhs übersah die visuellen Kriterien der in den Experimenten angebotenen Wörter, was zu einer unangemessenen Wortbildtheorie führte. Der Begriff "Lesen" bezeichnet übergeordnet alle Teilbereiche des Lesens. Lesen lernen selbst folgt sowohl den Phasen des spontanen Schriftspracherwerbs als auch Lesestufen, die dem Entwicklungsalter entsprechen. Die Kommentare zu den Erstlesefibeln nehmen darauf grundsätzlich keinen Bezug. Sie sind in erster Linie Anleitung für die Durchführung konkreter Unterrichtseinheiten mit Jahrgangsklassen. Ungereimtheiten werden seit Jahrhunderten ungeprüft tradiert. Die Ansichten in den Kommentaren, wie Lesenlernen vor sich geht, bleiben durchs ganze 20.Jh. trotz erweiterter Kenntnisse darüber diffus und widersprüchlich. Von einer Erstlesefibel unabhängige Kontrollmöglichkeiten, welche die Lernsituation der einzelnen Kinder erfassen, bestehen keine, obschon Anregungen dazu zu finden sind. Die Erstlesefibeln der deutschsprachigen Schweiz im 20. Jh. präsentieren sich als buntes Bilderbuch, in Sprache und Inhalt dem Alter der Kinder angepasst.

In general, a primer is a small introductory book on a subject. A reading primer teaches how the 26 letters of the alphabetic order operate in reading. Within this thesis, the first pages of these booklets are investigated how learning to read is started. Two possibilities are found. Primers starting with letters only, combining them afterwards as syllables, words and sentences, are named as synthetic method. Primers starting with printed syllables, words or sentences, are named as whole language or analytic method. Both methods exist in parallel. This also can be shown historically, independent of the method's classification. Both approaches provide the learner with instructions how a visible character string has to be spoken out as words in a conventional language. At the end of the 19th century the experimental psychology followed its own goals in searching for cognitive processes. It never examined the quality of the visible aspect of written words used in its experiments. That led to a whole word theory which misguided the reading instruction. Reading includes different aspects of literacy. Learning-to-read follows both, learning steps, which can be observed by preschoolers, who learn without formal instructions, and learning stages, which meet the children's development. These steps and stages are not outlined within the annotations provided with the primers. Mainly guidance for classroom instruction is given. The descriptions of the learning-to-read process are confusing in the primer annotations during the whole 20th century. Comprehensive tests are missing, which help to understand a child's state of the learning-to-read process. The Swiss primers of the German speaking part in the 20th century are lovely booklets with pictures and stories in the children's language and thinking.

Abstract

"Fibeln" als Lehrwerke, die in ein Wissensgebiet und dessen Fachbegriffe einführen, verweisen beim Erstlesen auf den Gebrauch der 26 im Alphabet aufgezählten Buchstaben. Die vorliegende Arbeit befasst sich mit dem Einstieg ins Lesenlernen auf den ersten Seiten dieser Fibeln. Zwei gleichwertige Möglichkeiten bestehen nebeneinander: der Einstieg mit einzelnen Buchstaben, bezeichnet als synthetische Methode und derjenige mit gedruckten Silben, Wörtern, Sätzen und Textlein, bezeichnet als ganzheitliches oder analytisches Vorgehen. Das lässt sich auch historisch nachweisen, unabhängig von den gewählten Methodenbezeichnungen. Lesenlernen heisst erfassen, dies mittels Anleitung, wie optisch sichtbare Buchstaben und Buchstabenfolgen in gesprochene Sprache gemäss einer bestehenden Konvention umgesetzt werden müssen. Ein Methodenstreit darüber, wie der in der Mitte des 20. Jhs, missachtet die unterschiedlichen Prozesse, die Lesenlernen ermöglichen. Die experimentelle Psychologie Ende des 19.Jhs übersah die visuellen Kriterien der in den Experimenten angebotenen Wörter, was zu einer unangemessenen Wortbildtheorie führte. Der Begriff "Lesen" bezeichnet übergeordnet alle Teilbereiche des Lesens. Lesen lernen selbst folgt sowohl den Phasen des spontanen Schriftspracherwerbs als auch Lesestufen, die dem Entwicklungsalter entsprechen. Die Kommentare zu den Erstlesefibeln nehmen darauf grundsätzlich keinen Bezug. Sie sind in erster Linie Anleitung für die Durchführung konkreter Unterrichtseinheiten mit Jahrgangsklassen. Ungereimtheiten werden seit Jahrhunderten ungeprüft tradiert. Die Ansichten in den Kommentaren, wie Lesenlernen vor sich geht, bleiben durchs ganze 20.Jh. trotz erweiterter Kenntnisse darüber diffus und widersprüchlich. Von einer Erstlesefibel unabhängige Kontrollmöglichkeiten, welche die Lernsituation der einzelnen Kinder erfassen, bestehen keine, obschon Anregungen dazu zu finden sind. Die Erstlesefibeln der deutschsprachigen Schweiz im 20. Jh. präsentieren sich als buntes Bilderbuch, in Sprache und Inhalt dem Alter der Kinder angepasst.

In general, a primer is a small introductory book on a subject. A reading primer teaches how the 26 letters of the alphabetic order operate in reading. Within this thesis, the first pages of these booklets are investigated how learning to read is started. Two possibilities are found. Primers starting with letters only, combining them afterwards as syllables, words and sentences, are named as synthetic method. Primers starting with printed syllables, words or sentences, are named as whole language or analytic method. Both methods exist in parallel. This also can be shown historically, independent of the method's classification. Both approaches provide the learner with instructions how a visible character string has to be spoken out as words in a conventional language. At the end of the 19th century the experimental psychology followed its own goals in searching for cognitive processes. It never examined the quality of the visible aspect of written words used in its experiments. That led to a whole word theory which misguided the reading instruction. Reading includes different aspects of literacy. Learning-to-read follows both, learning steps, which can be observed by preschoolers, who learn without formal instructions, and learning stages, which meet the children's development. These steps and stages are not outlined within the annotations provided with the primers. Mainly guidance for classroom instruction is given. The descriptions of the learning-to-read process are confusing in the primer annotations during the whole 20th century. Comprehensive tests are missing, which help to understand a child's state of the learning-to-read process. The Swiss primers of the German speaking part in the 20th century are lovely booklets with pictures and stories in the children's language and thinking.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Oelkers Jürgen
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:430 German & related languages
Uncontrolled Keywords:Lehrmittelanalyse, Leseunterricht, Geschichte 1900-2000, Erstleseunterricht, Fibel, Deutsche Schweiz
Language:German
Place of Publication:Heerbrugg Moflar
Date:2005
Deposited On:05 Jun 2019 14:04
Last Modified:07 Apr 2020 07:15
Number of Pages:267
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005108681&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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Language: German
Filetype: PDF
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