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Assessment of psychobiological stress reactivity and its relation to postpartum mood states


Bratsikas, Aliki. Assessment of psychobiological stress reactivity and its relation to postpartum mood states. 2006, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Eine Schwangerschaft stellt für die meisten Frauen ein einschneidendes Ereignis dar und bedarf diverser physiologischer und psychologischer Anpassungsprozesse. Psychosoziale Belastungen in der Schwangerschaft scheinen diese Anpassungsprozesse, u.a. auf der hormonellen Ebene, in ungünstiger Weise zu beeinflussen und das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt zu erhöhen. Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit bestand das Ziel darin, psychosoziale relevante Faktoren, die einen ungünstigen Einfluss auf den Schwanger- und Geburtsverlauf haben können, in einem neuen Messverfahren zu integrieren. Der Fragebogen soll als mögliches Screeninginstrument zur Früherkennung von Frauen mit einem erhöhten psychosozialen Risiko für die Entwicklung von Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen eingesetzt werden können. Anhand von Interviews mit Schwangeren und unter Einbeziehung bestehender Messinstrumente zur Erfassung von Belastungen in der Schwangerschaft, wurden fünf Skalen mit je zehn Items konstruiert: Das Zürcher Inventar zur psychosozialen Befindlichkeit in der Schwangerschaft (ZIPS). In zwei aufeinander folgenden Substudien (N = 154 bzw. N = 60) wurde die interne faktorielle Struktur des ZIPS überprüft und die Reliabilität und Validität untersucht. Insgesamt liefern die vorliegenden Befunde dieser Fragebogenanalyse erste Hinweise auf eine plausible Faktorenstruktur, gute psychometrische Kennwerte und interessante erste Validitätsbefunde. Beim ZIPS handelt es sich um ein psychometrisch solides Verfahren, das die psychosoziale Befindlichkeit von Schwangeren umfassend zu erheben vermag. Dementsprechend könnten anhand eines Screenings Frauen mit einem erhöhten psychosozialen Risiko von einer frühen Intervention präventiver Art profitieren. Im zweiten Teil der Doktorarbeit wurde der Zusammenhang zwischen der psyochobiologischen Stressreaktivität während der gesunden Schwangerschaft und der psychischen Befindlichkeit postpartum untersucht. Hierzu nahmen 57 gesunde Schwangere an einem standardisierten psychosozialen Stresstest (Trier Social Stress Test, TSST) teil. Die biologische Stressreaktivität wurde im Speichel anhand des endokrinen Parameters Cortisol gemessen, während psychologische Faktoren mittels Fragebogen erhoben wurden. Es konnte gezeigt werden, dass Frauen, die nach der Geburt eine depressive Symptomatik (Postpartum Blues) entwickelten, bereits während der Schwangerschaft eine auffällige psychobiologische Stressreaktivität aufwiesen. Frauen mit einer depressiven Gestimmtheit postpartum zeigten im Stresstest höhere Cortisolanstiege, eine höhere Ängstlichkeit und eine schlechtere Befindlichkeit nach der Stresskonfrontation. Zudem wurde bei den Frauen dieser Gruppe generell eine erhöhte Ängstlichkeit und Stressanfälligkeit sowie vermehrt Appetit- und Schlafstörungen festgestellt als bei den Frauen, die nach der Entbindung keine depressive Verstimmung berichteten. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass gesunde Schwangere mit einem erhöhten Risiko für postpartale depressive Verstimmung bereits während der Schwangerschaft anhand einer höheren Cortisolreaktivität und einer höheren psychologischen Reaktivität auf einen psychosozialen Stressor frühzeitig identifiziert werden können.

For most women pregnancy represents an incising event and requires various physiological and psychological adaptive processes. Psychosocial stress seems to have adverse impact on these adaptive processes and is known to increase the risk for pregnancy and birth complications. The purpose of the first part within this research project was the development and validation of a new inventory assessing important aspects of the psychosocial well- being during pregnancy. The development of the questionnaire based on interviews with pregnant women as well as on the comprehension of existing instruments measuring pregnancy related psychosocial strain. The development resulted in an inventory consisting of five scales, with ten items each: The Zurich Inventory of Psychosocial Well-being in Pregnancy (ZIPP). In order to investigate its factorial structure the inventory was applied to a sample of 154 pregnant women. The reliability and validity was examined by means of the data of 60 pregnant women. The results show a consistent factorial structure and strongly support good psychometric properties of the scales and validity. Taken together, the findings indicate that the ZIPP is a short psychometric instrument which validly and reliably assesses psychosocial well-being in pregnancy. In regard to the results concerning the predictive validity the questionnaire is applicable as a screening tool helping to identify women at risk for an adverse birth outcome. Thus, the possibility for early preventive intervention is given. The purpose of the second part of this work was to examine the association between psychobiological stress reactivity during healthy pregnancy and depressive symptoms in the early puerperium. A sample of healthy nulliparous pregnant women (N = 57) between the ages of 21 and 35 years underwent a standardized psychosocial stress test (TSST) during pregnancy. Women with depressive symptoms postpartum showed significantly higher cortisol responses to the stress test compared to women without depressive symptoms in the puerperium, whereas baseline levels did not differ. Additionally, women in the depressive group showed significantly higher state anxiety and lower mood state throughout the experiment. Furthermore, women in this group showed higher stress susceptibility, higher trait anxiety and higher levels in the Symptom Checklist. No differences were found for prior episodes of psychiatric disorders, obstetrical complications, birth weight or mode of delivery. Our data provide evidence that healthy pregnant women developing postpartum depressive symptoms might be identified already during pregnancy by means of their higher cortisol reactivity and their higher psychological reactivity in response to psychosocial stress. The higher cortisol stress response might be interpreted as a biological prodromal symptom, preceding postpartum depressive mood changes.

Abstract

Eine Schwangerschaft stellt für die meisten Frauen ein einschneidendes Ereignis dar und bedarf diverser physiologischer und psychologischer Anpassungsprozesse. Psychosoziale Belastungen in der Schwangerschaft scheinen diese Anpassungsprozesse, u.a. auf der hormonellen Ebene, in ungünstiger Weise zu beeinflussen und das Risiko für Komplikationen in der Schwangerschaft und bei der Geburt zu erhöhen. Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit bestand das Ziel darin, psychosoziale relevante Faktoren, die einen ungünstigen Einfluss auf den Schwanger- und Geburtsverlauf haben können, in einem neuen Messverfahren zu integrieren. Der Fragebogen soll als mögliches Screeninginstrument zur Früherkennung von Frauen mit einem erhöhten psychosozialen Risiko für die Entwicklung von Schwangerschafts- oder Geburtskomplikationen eingesetzt werden können. Anhand von Interviews mit Schwangeren und unter Einbeziehung bestehender Messinstrumente zur Erfassung von Belastungen in der Schwangerschaft, wurden fünf Skalen mit je zehn Items konstruiert: Das Zürcher Inventar zur psychosozialen Befindlichkeit in der Schwangerschaft (ZIPS). In zwei aufeinander folgenden Substudien (N = 154 bzw. N = 60) wurde die interne faktorielle Struktur des ZIPS überprüft und die Reliabilität und Validität untersucht. Insgesamt liefern die vorliegenden Befunde dieser Fragebogenanalyse erste Hinweise auf eine plausible Faktorenstruktur, gute psychometrische Kennwerte und interessante erste Validitätsbefunde. Beim ZIPS handelt es sich um ein psychometrisch solides Verfahren, das die psychosoziale Befindlichkeit von Schwangeren umfassend zu erheben vermag. Dementsprechend könnten anhand eines Screenings Frauen mit einem erhöhten psychosozialen Risiko von einer frühen Intervention präventiver Art profitieren. Im zweiten Teil der Doktorarbeit wurde der Zusammenhang zwischen der psyochobiologischen Stressreaktivität während der gesunden Schwangerschaft und der psychischen Befindlichkeit postpartum untersucht. Hierzu nahmen 57 gesunde Schwangere an einem standardisierten psychosozialen Stresstest (Trier Social Stress Test, TSST) teil. Die biologische Stressreaktivität wurde im Speichel anhand des endokrinen Parameters Cortisol gemessen, während psychologische Faktoren mittels Fragebogen erhoben wurden. Es konnte gezeigt werden, dass Frauen, die nach der Geburt eine depressive Symptomatik (Postpartum Blues) entwickelten, bereits während der Schwangerschaft eine auffällige psychobiologische Stressreaktivität aufwiesen. Frauen mit einer depressiven Gestimmtheit postpartum zeigten im Stresstest höhere Cortisolanstiege, eine höhere Ängstlichkeit und eine schlechtere Befindlichkeit nach der Stresskonfrontation. Zudem wurde bei den Frauen dieser Gruppe generell eine erhöhte Ängstlichkeit und Stressanfälligkeit sowie vermehrt Appetit- und Schlafstörungen festgestellt als bei den Frauen, die nach der Entbindung keine depressive Verstimmung berichteten. Die Ergebnisse weisen darauf hin, dass gesunde Schwangere mit einem erhöhten Risiko für postpartale depressive Verstimmung bereits während der Schwangerschaft anhand einer höheren Cortisolreaktivität und einer höheren psychologischen Reaktivität auf einen psychosozialen Stressor frühzeitig identifiziert werden können.

For most women pregnancy represents an incising event and requires various physiological and psychological adaptive processes. Psychosocial stress seems to have adverse impact on these adaptive processes and is known to increase the risk for pregnancy and birth complications. The purpose of the first part within this research project was the development and validation of a new inventory assessing important aspects of the psychosocial well- being during pregnancy. The development of the questionnaire based on interviews with pregnant women as well as on the comprehension of existing instruments measuring pregnancy related psychosocial strain. The development resulted in an inventory consisting of five scales, with ten items each: The Zurich Inventory of Psychosocial Well-being in Pregnancy (ZIPP). In order to investigate its factorial structure the inventory was applied to a sample of 154 pregnant women. The reliability and validity was examined by means of the data of 60 pregnant women. The results show a consistent factorial structure and strongly support good psychometric properties of the scales and validity. Taken together, the findings indicate that the ZIPP is a short psychometric instrument which validly and reliably assesses psychosocial well-being in pregnancy. In regard to the results concerning the predictive validity the questionnaire is applicable as a screening tool helping to identify women at risk for an adverse birth outcome. Thus, the possibility for early preventive intervention is given. The purpose of the second part of this work was to examine the association between psychobiological stress reactivity during healthy pregnancy and depressive symptoms in the early puerperium. A sample of healthy nulliparous pregnant women (N = 57) between the ages of 21 and 35 years underwent a standardized psychosocial stress test (TSST) during pregnancy. Women with depressive symptoms postpartum showed significantly higher cortisol responses to the stress test compared to women without depressive symptoms in the puerperium, whereas baseline levels did not differ. Additionally, women in the depressive group showed significantly higher state anxiety and lower mood state throughout the experiment. Furthermore, women in this group showed higher stress susceptibility, higher trait anxiety and higher levels in the Symptom Checklist. No differences were found for prior episodes of psychiatric disorders, obstetrical complications, birth weight or mode of delivery. Our data provide evidence that healthy pregnant women developing postpartum depressive symptoms might be identified already during pregnancy by means of their higher cortisol reactivity and their higher psychological reactivity in response to psychosocial stress. The higher cortisol stress response might be interpreted as a biological prodromal symptom, preceding postpartum depressive mood changes.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Ehlert Ulrike, Zimmermann Roland
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:Unspecified
Language:English
Place of Publication:Zürich
Date:2006
Deposited On:13 Jun 2019 08:41
Last Modified:15 Apr 2021 14:58
Number of Pages:115
OA Status:Green

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