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Qualifikationen von Umweltfachleuten : Untersuchungen zum schweizerischen Markt für professionalisierte Umweltdienstleistungen


Woschnack, Ute. Qualifikationen von Umweltfachleuten : Untersuchungen zum schweizerischen Markt für professionalisierte Umweltdienstleistungen. 2006, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit beschreibt den "Umweltmarkt" anhand von Qualifikationen. Qualifikationen sind das Bindeglied zwischen dem Bildungssystem, in dem sie erzeugt werden, und dem Beschäftigungsbereich, in dem sie in der beruflichen Tätigkeit zum Tragen kommen. Es wird ein integratives Modell der Qualifikation entwickelt, das erstmals die folgenden Forschungsansätze gemeinsam berücksichtigt: 1. das Fachwissen als wichtigstes Element der akademischen Ausbildung, 2. das berufspädagogische Konzept der Schlüsselqualifikation, in dem gerade die überfachlichen Qualifikationen hervorgehoben werden und 3. die psychologische Expertiseforschung, in der sich Erfahrung als zentrales Element für das Erbringen ausgezeichneter Leistungen herauskristallisiert. Dieses entwickelte, integrative Modell der Qualifikation wird in zwei Studien getestet. In der ersten Studie wurden drei voneinander unabhängige Befragungen zur Qualifikation im Umweltbereich in der Schweiz aus dem Jahr 1997 zusammengeführt. Die Aggregation der unterschiedlichen Sichtweisen auf Qualifikation (Umweltfachleute mit unterschiedlichen Ausbildungen, Unternehmen mit Stellen im Umweltbereich, Absolventen der Umweltnaturwissenschaften) war nur auf Grund des hohen Abstraktionsgrades des Qualifikationsmodells möglich. Die Auswertungen des Datenaggregats ließen eine Ableitung von Qualifikationsprofilen zu, die eine qualifikationsbedingte Strukturierung des Marktes nahe legten. Eine gravierende Schwäche der Studie bestand darin, dass die Qualifikationen in den Studien nicht bereits im Sinne des Modells erfasst worden waren, sondern post-hoc den Dimensionen zugeordnet werden mussten. Die explizite Operationalisierung der Qualifikationsdimensionen wurde in dem Fragebogen für die Hauptstudie realisiert. In dieser zweiten Studie "Professionelle Dienstleistungen in der Schweiz 2001" wurden 10.000 Umweltfachleute zu ihren Qualifikationen und ihrer Tätigkeit im Umweltbereich befragt. Zur Analyse verschiedener Kriterien (Tätigkeitsfelder, Branchen, Tätigkeitstypen, organisationale Kriterien), die bestimmte Qualifikationsmuster bedingen können, werden mit Varianz-, Diskriminanz-, ordinalen Regressions- und Clusteranalysen vorwiegend multivariate Verfahren eingesetzt. Über die Kausalität des Zusammenhangs von Qualifikationsmustern mit bestimmten Kriterien können anhand dieser Studie keine Aussagen gemacht werden, da die Daten nur eine Momentaufnahme der Situation darstellen. Die Resultate der Hauptstudie zeigen, dass eine Ableitung von Qualifikations-Profilen für Branchen, Tätigkeitstypen (berufliche Position) und Ausbildungstypen gut möglich ist, während die inhaltlich definierten Tätigkeitsfelder und organisationalen Merkmale keine stringenten Profile ergeben. Schlüsselqualifikationen tragen weder nennenswert zur Unterscheidung verschiedener Gruppen, noch zur erfolgsbezogenen Unterscheidung innerhalb der Gruppen bei. Die Expertisefaktoren, besonders der alterskorrelierte Faktor “Exzellenz”, leisten einen großen Beitrag zur Vorhersage der beruflichen Erfolgskriterien. Dieses Ergebnis war auf der einen Seite zu erwarten, da die Gehaltsentwicklung und die Position in der betrieblichen Praxis eng an das Alter gekoppelt sind. Auf der anderen Seite unterstreicht es aber auch die Notwendigkeit bereits im Studium Angebote zu schaffen, die es den Studierenden erlauben berufspraktische Erfahrungen zu machen. In der vorliegenden Studie zeigte sich, dass die Berufspraxis Qualifikationen fördert, die im Rahmen der Ausbildung nur schwer zu vermitteln sind. Das “Natur- und Ökosystemwissen” weist konsistent über verschiedene Bedingungen negative Vorzeichen für die Vorhersage der Erfolgsvariablen auf. Gleichzeitig besteht aber auch gerade in dieser Art von Wissen der Wissensvorsprung der Umweltnaturwissenschaftler gegenüber allen anderen Ausbildungstypen. Das theoretisch hergeleitete integrative Qualifikationsmodell erlaubt erstmals eine gemeinsame Betrachtung relevanter Qualifikationskonzepte unterschiedlicher Forschungsrichtungen (Schlüsselqualifikation, Expertise und Fachwissen). Eine direkte empirische Prüfung des integrativen Qualifikationsmodells war möglich, da Skalen und Fragebögen entwickelt wurden, die Qualifikationen im Sinne des Modells explizit erfassen. Damit konnte die Relevanz des Modells in der empirischen Anwendung gezeigt werden. Es lassen sich Qualifikationsprofile ableiten und es können auf Basis des integrativen Qualifikationsmodells Vorhersagen zum objektiven beruflichen Erfolg getroffen werden. Summary This thesis uses qualifications to describe the market for professional environmental services in Switzerland. Qualifications are the connection between the educational system and the vocational system. The educational system produces the qualifications that are needed to perform in a job. A new model is developed to consider the perspective of all parties involved: the integrative model of qualification. What is innovative about this model is that it incorporates the following approaches: 1. knowledge as the most important element of academic education, 2. key competences as a concept dedicated to vocational education and 3. the psychological concept of expertise that focuses on experience as the central element to achieve excellent performance. This innovative model is tested on the basis of two studies. The first study was an attempt to merge three independent surveys. In 1997 three independent surveys were done to learn more about qualifications in the field of environmental services in Switzerland from different perspectives. One questionnaire focused on environmental professionals with different educational backgrounds, another study concentrated on the description of job requirements for positions in the environmental field and the third survey examined alumni from an academic environmental program. It was possible to integrate the data due to the fact that the integrative qualification model describes qualification on a highly abstract level. The results of the analysis of the aggregated data lead to the conclusion that the field of environmental services is structured by qualifications. One weakness of this first study is that none of the three studies was designed to prove the model. The items of each survey had to be interpreted post hoc as the dimensions of the new model. The explicit design was realized in the questionnaire for the second study. This second study “Professional Environmental Services in Switzerland 2001) surveyed 10,000 environmental professionals about their job in the environmental field. It is assumed that different criteria (field of activity, formation, branches, types of activity, organizational criteria) coincide with different patterns of qualifications. These assumptions are tested with multivariate statistical methods such as analysis of variance, discriminant analysis, regression analysis and cluster analysis. The direction of the coherence between patterns of qualification and the criteria is still unclear due to the fact that the data are cross sectional. What the results show is that it is possible to derive qualification profiles for branches, job positions and types of formation but not to describe profiles for the content related fields of activity and other organizational attributes.

Abstract

Zusammenfassung Die vorliegende Arbeit beschreibt den "Umweltmarkt" anhand von Qualifikationen. Qualifikationen sind das Bindeglied zwischen dem Bildungssystem, in dem sie erzeugt werden, und dem Beschäftigungsbereich, in dem sie in der beruflichen Tätigkeit zum Tragen kommen. Es wird ein integratives Modell der Qualifikation entwickelt, das erstmals die folgenden Forschungsansätze gemeinsam berücksichtigt: 1. das Fachwissen als wichtigstes Element der akademischen Ausbildung, 2. das berufspädagogische Konzept der Schlüsselqualifikation, in dem gerade die überfachlichen Qualifikationen hervorgehoben werden und 3. die psychologische Expertiseforschung, in der sich Erfahrung als zentrales Element für das Erbringen ausgezeichneter Leistungen herauskristallisiert. Dieses entwickelte, integrative Modell der Qualifikation wird in zwei Studien getestet. In der ersten Studie wurden drei voneinander unabhängige Befragungen zur Qualifikation im Umweltbereich in der Schweiz aus dem Jahr 1997 zusammengeführt. Die Aggregation der unterschiedlichen Sichtweisen auf Qualifikation (Umweltfachleute mit unterschiedlichen Ausbildungen, Unternehmen mit Stellen im Umweltbereich, Absolventen der Umweltnaturwissenschaften) war nur auf Grund des hohen Abstraktionsgrades des Qualifikationsmodells möglich. Die Auswertungen des Datenaggregats ließen eine Ableitung von Qualifikationsprofilen zu, die eine qualifikationsbedingte Strukturierung des Marktes nahe legten. Eine gravierende Schwäche der Studie bestand darin, dass die Qualifikationen in den Studien nicht bereits im Sinne des Modells erfasst worden waren, sondern post-hoc den Dimensionen zugeordnet werden mussten. Die explizite Operationalisierung der Qualifikationsdimensionen wurde in dem Fragebogen für die Hauptstudie realisiert. In dieser zweiten Studie "Professionelle Dienstleistungen in der Schweiz 2001" wurden 10.000 Umweltfachleute zu ihren Qualifikationen und ihrer Tätigkeit im Umweltbereich befragt. Zur Analyse verschiedener Kriterien (Tätigkeitsfelder, Branchen, Tätigkeitstypen, organisationale Kriterien), die bestimmte Qualifikationsmuster bedingen können, werden mit Varianz-, Diskriminanz-, ordinalen Regressions- und Clusteranalysen vorwiegend multivariate Verfahren eingesetzt. Über die Kausalität des Zusammenhangs von Qualifikationsmustern mit bestimmten Kriterien können anhand dieser Studie keine Aussagen gemacht werden, da die Daten nur eine Momentaufnahme der Situation darstellen. Die Resultate der Hauptstudie zeigen, dass eine Ableitung von Qualifikations-Profilen für Branchen, Tätigkeitstypen (berufliche Position) und Ausbildungstypen gut möglich ist, während die inhaltlich definierten Tätigkeitsfelder und organisationalen Merkmale keine stringenten Profile ergeben. Schlüsselqualifikationen tragen weder nennenswert zur Unterscheidung verschiedener Gruppen, noch zur erfolgsbezogenen Unterscheidung innerhalb der Gruppen bei. Die Expertisefaktoren, besonders der alterskorrelierte Faktor “Exzellenz”, leisten einen großen Beitrag zur Vorhersage der beruflichen Erfolgskriterien. Dieses Ergebnis war auf der einen Seite zu erwarten, da die Gehaltsentwicklung und die Position in der betrieblichen Praxis eng an das Alter gekoppelt sind. Auf der anderen Seite unterstreicht es aber auch die Notwendigkeit bereits im Studium Angebote zu schaffen, die es den Studierenden erlauben berufspraktische Erfahrungen zu machen. In der vorliegenden Studie zeigte sich, dass die Berufspraxis Qualifikationen fördert, die im Rahmen der Ausbildung nur schwer zu vermitteln sind. Das “Natur- und Ökosystemwissen” weist konsistent über verschiedene Bedingungen negative Vorzeichen für die Vorhersage der Erfolgsvariablen auf. Gleichzeitig besteht aber auch gerade in dieser Art von Wissen der Wissensvorsprung der Umweltnaturwissenschaftler gegenüber allen anderen Ausbildungstypen. Das theoretisch hergeleitete integrative Qualifikationsmodell erlaubt erstmals eine gemeinsame Betrachtung relevanter Qualifikationskonzepte unterschiedlicher Forschungsrichtungen (Schlüsselqualifikation, Expertise und Fachwissen). Eine direkte empirische Prüfung des integrativen Qualifikationsmodells war möglich, da Skalen und Fragebögen entwickelt wurden, die Qualifikationen im Sinne des Modells explizit erfassen. Damit konnte die Relevanz des Modells in der empirischen Anwendung gezeigt werden. Es lassen sich Qualifikationsprofile ableiten und es können auf Basis des integrativen Qualifikationsmodells Vorhersagen zum objektiven beruflichen Erfolg getroffen werden. Summary This thesis uses qualifications to describe the market for professional environmental services in Switzerland. Qualifications are the connection between the educational system and the vocational system. The educational system produces the qualifications that are needed to perform in a job. A new model is developed to consider the perspective of all parties involved: the integrative model of qualification. What is innovative about this model is that it incorporates the following approaches: 1. knowledge as the most important element of academic education, 2. key competences as a concept dedicated to vocational education and 3. the psychological concept of expertise that focuses on experience as the central element to achieve excellent performance. This innovative model is tested on the basis of two studies. The first study was an attempt to merge three independent surveys. In 1997 three independent surveys were done to learn more about qualifications in the field of environmental services in Switzerland from different perspectives. One questionnaire focused on environmental professionals with different educational backgrounds, another study concentrated on the description of job requirements for positions in the environmental field and the third survey examined alumni from an academic environmental program. It was possible to integrate the data due to the fact that the integrative qualification model describes qualification on a highly abstract level. The results of the analysis of the aggregated data lead to the conclusion that the field of environmental services is structured by qualifications. One weakness of this first study is that none of the three studies was designed to prove the model. The items of each survey had to be interpreted post hoc as the dimensions of the new model. The explicit design was realized in the questionnaire for the second study. This second study “Professional Environmental Services in Switzerland 2001) surveyed 10,000 environmental professionals about their job in the environmental field. It is assumed that different criteria (field of activity, formation, branches, types of activity, organizational criteria) coincide with different patterns of qualifications. These assumptions are tested with multivariate statistical methods such as analysis of variance, discriminant analysis, regression analysis and cluster analysis. The direction of the coherence between patterns of qualification and the criteria is still unclear due to the fact that the data are cross sectional. What the results show is that it is possible to derive qualification profiles for branches, job positions and types of formation but not to describe profiles for the content related fields of activity and other organizational attributes.

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Additional indexing

Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Scholz Roland W, Mieg Harald A
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:Unspecified
Uncontrolled Keywords:Dienstleistungsmarkt, Qualifikationsstruktur, Umweltschutzmarkt, Schweiz
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2006
Deposited On:20 Jun 2019 11:05
Last Modified:07 Apr 2020 07:15
Number of Pages:140
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005301958&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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Language: German
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