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Webbasiertes Coaching - ein Schreibdialog : zur Ausformung einer neuen kommunikativen Gattung


Geiges, Kerstin. Webbasiertes Coaching - ein Schreibdialog : zur Ausformung einer neuen kommunikativen Gattung. 2009, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Motivation Die neuen Kommunikationsformen – allen voran E-Mail – haben sich neben der Alltagskommunikation längst auch als das gebräuchlichste Medium für den Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden etabliert. Mailbasierte Lern-Szenarien sind ein wichtiger Bestandteil der universitären Lehre geworden, so vor allem das Webcoaching, eine spezielle kommunikative Situation der webbasierten Beratung. Diese Arbeit untersucht dabei die sprachliche Kommunikation mittels E-Mail. Ihr zentrales Erkenntnisinteresse bezieht sich auf typische sprachliche Muster, Merkmale und Besonderheiten der neuen Kommunikationsform.
Fragestellung Vor diesem Hintergrund lässt sich die zentrale Forschungsfrage ableiten: Lassen sich in der Kommunikation des Webcoaching spezifische sprachliche Charakteristika oder sogar Handlungsmuster – hemmender oder fördernder Art - nachweisen? Und wenn ja, stellen solche sprachlichen Handlungsmuster bereits eine (neue) kommunikative Gattung dar?
Methodologie Die Untersuchung erfolgt anhand einer qualitativen Korpus-Analyse, die auch quantitativ gestützt wird. Der Korpus besteht aus über 1000 Mails, die zwischen Studierenden und ihren Betreuern, den Web-Coaches, ausgetauscht wurden. Dem zugrunde liegt zunächst auch die Begriffszuordnung des Forschungsgegenstandes. Das Webcoaching wird hier begrifflich zwischen den Polen „Text“ und „Gespräch“ verortet. Diese definitorische Lücke füllt der neu entwickelte Begriff des „Schreibdialogs“.
Ergebnisse Die Analyse des Webcoaching liefert Erkenntnisse über eine neue Kommunikationsform, die über die Einordnung in die Kategorie der privaten oder geschäftlichen E-Mail- Kommunikation hinausgeht und im Begriff ist, einen eigenen gattungsähnlichen Charakter zu entwickeln. Es wurden prototypische Strukturen und sprachliche Merkmale und Muster belegt, welche diesen Schreibdialog charakterisieren. Diese können den Strukturebenen der Gattungsanalyse nach Günthner/Knoblauch (1994) zugeordnet werden. Damit verfestigt sich die Annahme, dass es sich beim Webcoaching aufgrund typischer und eigenständiger kommunikativer Muster um eine Gattung in statu nascendi handelt. Aber auch die Untersuchung der Nähekommunikation hat sich als ein fruchtbarer Beitrag erwiesen. Dies betrifft vor allem die Anrede- und Grussformeln – hier werden Höflichkeitsrituale eingesetzt, welche die soziale Beziehung stärken, insbesondere um gegenseitige Wertschätzung und damit die Aufrechterhaltung der Kooperation zu gewährleisten. Diese Erkenntnis konnte durch die Analyse von Metakommunikation über nicht eingetretene Gattungserwartungen erarbeitet werden. Es ist dabei auch deutlich geworden, dass Kommunikationsprobleme im Webcoaching vermieden oder verringert werden können, wenn Kontextualisierungshinweise auf der sozialen Beziehungsebene reflektiert und entsprechend eingesetzt werden.
Aus der Ergebnisanalyse lässt sich die Erkenntnis ableiten, dass die durch das Medium determinierte Distanz ein besonders sensibles Management der Nähe-Distanz- Kommunikation verlangt, um webbasiert erfolgreich zu kommunizieren. Web based coaching as “written dialogue” - The implementation of an emerging communicative genre in email communication

Motivation Electronic forms of communication – e-mail ranking first – have firmly established their role in modern societies. Emailing has been established as a customary method of contact between tutors and students. In particular web coaching has emerged as a special communicative situation in the context of web based consulting. This paper is to analyze the linguistic patterns of email communication in the context of web based consulting. It focuses on characteristic patterns, prominent features and particularities of this new form of electronic interaction.
Research questions The central research question is: does e-mail communication in web coaching reveal any specific characteristics and as such formal patterns of linguistics? If so, do these action patterns constitute a (new) specific communicative genre?
Methodology The study is based on qualitative corpus analysis, supported by quantitative data. The corpus consists of over 1000 emails that have been exchanged between students and their web coaches. The main hypothesis of this thesis is to settle web coaching between the two poles of “text” and “conversation”. The term “written dialogue” is introduced to fill the imminent definition gap.
Results The analysis of web coaching provides some new perceptions transcending previous classification of the genre of private or commercial email communication. It is shown that web coaching is on its way to develop its own category-like characteristics. Prototypical structures and linguistic features and patterns suggest characterizing this genre as a written dialogue. These findings fit into the structural levels of genre analysis developed by Günthner/Knoblauch (1994). Thus web coaching is to be classified as its own genre in statu nascendi. These findings are further supported by the analysis of the involved communicational patterns of immediacy and distance. Particularly verbalized forms of formal or informal addresses, the use of salutation formulae are scrutinized. Such rituals of politeness are decisively used to define social relations. They support or constrain mutual appreciation and the maintenance of cooperation as a consequence. The analysis of meta communication suggests that genre expectation is strongly defined by its level of fulfillment. This implies that communicative problems in web coaching can be prevented or reduced when contextualization cues are reflected or applied on a social level.
The resulting analysis suggests that the distance inherent to the specific medium requires a sophisticated management of immediacy and distance for web-based communication to be successfully ventured. The results drawn from communicative patterns of web coaching and their application to the general aspect of email communication impose the classification of this pattern as written dialogue.

Abstract

Motivation Die neuen Kommunikationsformen – allen voran E-Mail – haben sich neben der Alltagskommunikation längst auch als das gebräuchlichste Medium für den Kontakt zwischen Lehrenden und Studierenden etabliert. Mailbasierte Lern-Szenarien sind ein wichtiger Bestandteil der universitären Lehre geworden, so vor allem das Webcoaching, eine spezielle kommunikative Situation der webbasierten Beratung. Diese Arbeit untersucht dabei die sprachliche Kommunikation mittels E-Mail. Ihr zentrales Erkenntnisinteresse bezieht sich auf typische sprachliche Muster, Merkmale und Besonderheiten der neuen Kommunikationsform.
Fragestellung Vor diesem Hintergrund lässt sich die zentrale Forschungsfrage ableiten: Lassen sich in der Kommunikation des Webcoaching spezifische sprachliche Charakteristika oder sogar Handlungsmuster – hemmender oder fördernder Art - nachweisen? Und wenn ja, stellen solche sprachlichen Handlungsmuster bereits eine (neue) kommunikative Gattung dar?
Methodologie Die Untersuchung erfolgt anhand einer qualitativen Korpus-Analyse, die auch quantitativ gestützt wird. Der Korpus besteht aus über 1000 Mails, die zwischen Studierenden und ihren Betreuern, den Web-Coaches, ausgetauscht wurden. Dem zugrunde liegt zunächst auch die Begriffszuordnung des Forschungsgegenstandes. Das Webcoaching wird hier begrifflich zwischen den Polen „Text“ und „Gespräch“ verortet. Diese definitorische Lücke füllt der neu entwickelte Begriff des „Schreibdialogs“.
Ergebnisse Die Analyse des Webcoaching liefert Erkenntnisse über eine neue Kommunikationsform, die über die Einordnung in die Kategorie der privaten oder geschäftlichen E-Mail- Kommunikation hinausgeht und im Begriff ist, einen eigenen gattungsähnlichen Charakter zu entwickeln. Es wurden prototypische Strukturen und sprachliche Merkmale und Muster belegt, welche diesen Schreibdialog charakterisieren. Diese können den Strukturebenen der Gattungsanalyse nach Günthner/Knoblauch (1994) zugeordnet werden. Damit verfestigt sich die Annahme, dass es sich beim Webcoaching aufgrund typischer und eigenständiger kommunikativer Muster um eine Gattung in statu nascendi handelt. Aber auch die Untersuchung der Nähekommunikation hat sich als ein fruchtbarer Beitrag erwiesen. Dies betrifft vor allem die Anrede- und Grussformeln – hier werden Höflichkeitsrituale eingesetzt, welche die soziale Beziehung stärken, insbesondere um gegenseitige Wertschätzung und damit die Aufrechterhaltung der Kooperation zu gewährleisten. Diese Erkenntnis konnte durch die Analyse von Metakommunikation über nicht eingetretene Gattungserwartungen erarbeitet werden. Es ist dabei auch deutlich geworden, dass Kommunikationsprobleme im Webcoaching vermieden oder verringert werden können, wenn Kontextualisierungshinweise auf der sozialen Beziehungsebene reflektiert und entsprechend eingesetzt werden.
Aus der Ergebnisanalyse lässt sich die Erkenntnis ableiten, dass die durch das Medium determinierte Distanz ein besonders sensibles Management der Nähe-Distanz- Kommunikation verlangt, um webbasiert erfolgreich zu kommunizieren. Web based coaching as “written dialogue” - The implementation of an emerging communicative genre in email communication

Motivation Electronic forms of communication – e-mail ranking first – have firmly established their role in modern societies. Emailing has been established as a customary method of contact between tutors and students. In particular web coaching has emerged as a special communicative situation in the context of web based consulting. This paper is to analyze the linguistic patterns of email communication in the context of web based consulting. It focuses on characteristic patterns, prominent features and particularities of this new form of electronic interaction.
Research questions The central research question is: does e-mail communication in web coaching reveal any specific characteristics and as such formal patterns of linguistics? If so, do these action patterns constitute a (new) specific communicative genre?
Methodology The study is based on qualitative corpus analysis, supported by quantitative data. The corpus consists of over 1000 emails that have been exchanged between students and their web coaches. The main hypothesis of this thesis is to settle web coaching between the two poles of “text” and “conversation”. The term “written dialogue” is introduced to fill the imminent definition gap.
Results The analysis of web coaching provides some new perceptions transcending previous classification of the genre of private or commercial email communication. It is shown that web coaching is on its way to develop its own category-like characteristics. Prototypical structures and linguistic features and patterns suggest characterizing this genre as a written dialogue. These findings fit into the structural levels of genre analysis developed by Günthner/Knoblauch (1994). Thus web coaching is to be classified as its own genre in statu nascendi. These findings are further supported by the analysis of the involved communicational patterns of immediacy and distance. Particularly verbalized forms of formal or informal addresses, the use of salutation formulae are scrutinized. Such rituals of politeness are decisively used to define social relations. They support or constrain mutual appreciation and the maintenance of cooperation as a consequence. The analysis of meta communication suggests that genre expectation is strongly defined by its level of fulfillment. This implies that communicative problems in web coaching can be prevented or reduced when contextualization cues are reflected or applied on a social level.
The resulting analysis suggests that the distance inherent to the specific medium requires a sophisticated management of immediacy and distance for web-based communication to be successfully ventured. The results drawn from communicative patterns of web coaching and their application to the general aspect of email communication impose the classification of this pattern as written dialogue.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Linke Angelika, Schauer Helmut
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:Unspecified
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2009
Deposited On:09 May 2019 08:33
Last Modified:25 Sep 2019 00:12
Number of Pages:257
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005806557&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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