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Common property institutions and relations of power : resource-management, change and conflicts in the Rufiji river floodplain in Tanzania


Meroka, Patrick Amonga. Common property institutions and relations of power : resource-management, change and conflicts in the Rufiji river floodplain in Tanzania. 2009, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

In den letzten 50 Jahren haben enorme Veränderungen in der Nutzung der Allmend guter im Überschwemmungsgebiet von Rufiji in Tansania stattgefunden. Die wachsende lokale Bevölkerung sowie Migration führten zu einer erhöhten Nachfrage an natürlichen Ressourcen in diesem Talbecken. Leider fehlt es diesem Überschwemmungsgebiet an einem Lösungsansatz für ein ganzheitliches Management zur Schonung der Ressourcen. Dies äußerte sich in Ineffizienz, Unwirksamkeit und Doppelspurigkeiten, vor allem aufgrund von Mangel an Mitteln sowie Konflikten zwischen beteiligten Institutionen. Diese Doktorarbeit betrachtet vor allem das Management der Fischerei, der Wildtiere und der Weiden des Talbeckens von Rufiji. Sie setzt sich unter anderem mit den Veränderungen der Verwaltungsorgane dieser Allmend guter auseinander, sowie z.B. mit den verschiedenen ethnischen Gruppierungen, bekannt als das Volk der Rufiji, sowie auch mit dem Einfluss der neuen staatlichen Institutionen auf die Nutzung und Management der Ressourcen. Dabei wird dargelegt, dass die Abschaffung der lokalen Institutionen und Verantwortlichkeiten, vor allem durch die Einführung des Ujamaa-Programmes (Bildung von Dorfgemeinschaften) zur Kolonial- und postkolonialen Zeit, die Allmend guter für eine öffentliche, unregulierte Nutzung freigegeben wurden (open Access). Dies führte zu einer Ausbeutung der Ressourcen und dadurch zu einer Beeinträchtigung der Lebensgrundlage des Volks der Rufiji. Zudem erlaubte es die aktuelle Gesetzgebung der lokalen Bevölkerung nicht, gemeinsam neue Institutionen mit dem Ziel eines effektiveren Managements zu gründen.Trotz der Liberalisierung und Privatisierung in den 90-er Jahren bliebe die Allmend guter für alle zugänglich, obwohl sich die Gesetzgebung zugunsten der lokalen Bevölkerung verändert hatte. Dies muss man jedoch differenziert betrachten: Auf der einen Seite sind beim Wildtierschutz gute Erfolge erzielt worden, während auf der anderen Seite Fische, Wald und Weide immer noch mehrheitlich frei genutzt werden können, da sowohl der Staat wenig Management-Unterstützung anbietet, aber auch bei internationalen NGOs und staatlichen Organisationen in diesen Bereichen noch Nachholbedarf besteht. Das Interesse der internationalen NGOs am Wildtierschutz, zusammen mit der finanziellen Unterstützung ihrer Mutterländer durch die Entwicklungszusammenarbeit hat diesen Teilerfolg möglich gemacht. Doch diese Aktionen basierten leider nicht auf lokalen Initiativen, da die lokalen Gruppierungen trotz formaler Gesetze über mehr Mitspracherecht beim Entwickeln von Lösungsansätzen de facto von Besitz- und Management-Entscheidungen ausgeschlossen sind, währendem sie hohen Kosten durch das bestehende Missmanagement gegenüber stehen. Da der Schutz ausschließlich für die Wildtiere besteht, macht es den Anschein, dass das Management eher auf Profit durch Tourismus ausgerichtet ist als dass es das Gebiet durch Einbezug der lokalen Bevölkerung umfassend schützen will und dadurch deren Bedürfnissen gerecht werden würde.NGOs wie z.B. die IUCN haben versucht, die Zusammenarbeit zwischen dem Staat und dem Volk der Rufiji zu verbessern. Leider haben sie dabei zu wenig Rücksicht auf die komplexen traditionellen Begebenheiten und früheren Nutzungsweisen genommen sowie die Lokal-politische Konstellation zu wenig miteinbezogen.
Die Art der Ressourcen-Nutzung der Allmend guter muss zudem genauer betrachtet werden. Sie ist abhängig von der Distanz zu kommerziellen Handelszentren sowie auch von den schwankenden Marktpreisen. In dieser Doktorarbeit werden daher zwei Dörfer aus diesem Talbecken in Bezug auf ihre unterschiedlichen Begebenheiten miteinander verglichen und versucht, diesen Zusammenhang zu erläutern.

Over the past 50 years, there have been enormous changes in the common pool resource (CPR) use in the Rufiji floodplain in Tanzania. A growing human population, migration and increasing demands on the basin resources have culminated in this change. The floodplain, however, still lacks an appropriate integrated management approach. This has resulted in inter-institutional conflicts, ineffectiveness, and gaps in management imperatives and duplication in efforts.This thesis paper focuses on the management of fisheries, wildlife and pastures in the Rufiji floodplain area in Tanzania. It presents the changes in institutions governing these common-pool resources among the different ethnic groups known as the Rufiji people and the impacts of the new state institutions on resource use and management. The thesis paper argues that due to the erosion of local institutions during colonial and post-colonial periods, especially the introduction of the villagisation ujamaa programme, the commons of the Rufiji Floodplain became open access due to the state’s lack of enforcement, affecting the resource base and the livelihoods of local people and also affecting the option to act collectively to draft new institutions. Since liberalisation and privatisation in the 1990s the common-pool resources have remained open access despite changes in legislation to give back power to the local level in relation to outside users. However, differentiations have to be made: While fisheries, forest and pasture have still an open access character due to the lack of support by the state in co-management systems, engagements of international NGOs and government organisations regarding conservation in the area have been in so far successful on wildlife but there is more work to be done on the other natural resources in the area. The interest of international NGOs in wildlife and financial support from their mother countries through Development Corporation made that success possible. But this policy is not based on local actions because despite formal laws that incorporate village level control and a more participatory approach, local interest groups are de facto excluded from ownership and management decisions while facing high costs and management de facto looks more like fortress conservation to harness income from tourism than participatory management. In addition NGOs like IUCN have made attempts to create a new institutional environment but without addressing complexity of local management systems and of the political constellations. However, differentiations have to be made with regard to collective action on the local level: It depends on how changes of relative prices for common-pool resources affect a local context depending on how close to commercial centres of trade networks these locations are. The thesis paper therefore compares two village settings trying to address this question of special differentiation.

Abstract

In den letzten 50 Jahren haben enorme Veränderungen in der Nutzung der Allmend guter im Überschwemmungsgebiet von Rufiji in Tansania stattgefunden. Die wachsende lokale Bevölkerung sowie Migration führten zu einer erhöhten Nachfrage an natürlichen Ressourcen in diesem Talbecken. Leider fehlt es diesem Überschwemmungsgebiet an einem Lösungsansatz für ein ganzheitliches Management zur Schonung der Ressourcen. Dies äußerte sich in Ineffizienz, Unwirksamkeit und Doppelspurigkeiten, vor allem aufgrund von Mangel an Mitteln sowie Konflikten zwischen beteiligten Institutionen. Diese Doktorarbeit betrachtet vor allem das Management der Fischerei, der Wildtiere und der Weiden des Talbeckens von Rufiji. Sie setzt sich unter anderem mit den Veränderungen der Verwaltungsorgane dieser Allmend guter auseinander, sowie z.B. mit den verschiedenen ethnischen Gruppierungen, bekannt als das Volk der Rufiji, sowie auch mit dem Einfluss der neuen staatlichen Institutionen auf die Nutzung und Management der Ressourcen. Dabei wird dargelegt, dass die Abschaffung der lokalen Institutionen und Verantwortlichkeiten, vor allem durch die Einführung des Ujamaa-Programmes (Bildung von Dorfgemeinschaften) zur Kolonial- und postkolonialen Zeit, die Allmend guter für eine öffentliche, unregulierte Nutzung freigegeben wurden (open Access). Dies führte zu einer Ausbeutung der Ressourcen und dadurch zu einer Beeinträchtigung der Lebensgrundlage des Volks der Rufiji. Zudem erlaubte es die aktuelle Gesetzgebung der lokalen Bevölkerung nicht, gemeinsam neue Institutionen mit dem Ziel eines effektiveren Managements zu gründen.Trotz der Liberalisierung und Privatisierung in den 90-er Jahren bliebe die Allmend guter für alle zugänglich, obwohl sich die Gesetzgebung zugunsten der lokalen Bevölkerung verändert hatte. Dies muss man jedoch differenziert betrachten: Auf der einen Seite sind beim Wildtierschutz gute Erfolge erzielt worden, während auf der anderen Seite Fische, Wald und Weide immer noch mehrheitlich frei genutzt werden können, da sowohl der Staat wenig Management-Unterstützung anbietet, aber auch bei internationalen NGOs und staatlichen Organisationen in diesen Bereichen noch Nachholbedarf besteht. Das Interesse der internationalen NGOs am Wildtierschutz, zusammen mit der finanziellen Unterstützung ihrer Mutterländer durch die Entwicklungszusammenarbeit hat diesen Teilerfolg möglich gemacht. Doch diese Aktionen basierten leider nicht auf lokalen Initiativen, da die lokalen Gruppierungen trotz formaler Gesetze über mehr Mitspracherecht beim Entwickeln von Lösungsansätzen de facto von Besitz- und Management-Entscheidungen ausgeschlossen sind, währendem sie hohen Kosten durch das bestehende Missmanagement gegenüber stehen. Da der Schutz ausschließlich für die Wildtiere besteht, macht es den Anschein, dass das Management eher auf Profit durch Tourismus ausgerichtet ist als dass es das Gebiet durch Einbezug der lokalen Bevölkerung umfassend schützen will und dadurch deren Bedürfnissen gerecht werden würde.NGOs wie z.B. die IUCN haben versucht, die Zusammenarbeit zwischen dem Staat und dem Volk der Rufiji zu verbessern. Leider haben sie dabei zu wenig Rücksicht auf die komplexen traditionellen Begebenheiten und früheren Nutzungsweisen genommen sowie die Lokal-politische Konstellation zu wenig miteinbezogen.
Die Art der Ressourcen-Nutzung der Allmend guter muss zudem genauer betrachtet werden. Sie ist abhängig von der Distanz zu kommerziellen Handelszentren sowie auch von den schwankenden Marktpreisen. In dieser Doktorarbeit werden daher zwei Dörfer aus diesem Talbecken in Bezug auf ihre unterschiedlichen Begebenheiten miteinander verglichen und versucht, diesen Zusammenhang zu erläutern.

Over the past 50 years, there have been enormous changes in the common pool resource (CPR) use in the Rufiji floodplain in Tanzania. A growing human population, migration and increasing demands on the basin resources have culminated in this change. The floodplain, however, still lacks an appropriate integrated management approach. This has resulted in inter-institutional conflicts, ineffectiveness, and gaps in management imperatives and duplication in efforts.This thesis paper focuses on the management of fisheries, wildlife and pastures in the Rufiji floodplain area in Tanzania. It presents the changes in institutions governing these common-pool resources among the different ethnic groups known as the Rufiji people and the impacts of the new state institutions on resource use and management. The thesis paper argues that due to the erosion of local institutions during colonial and post-colonial periods, especially the introduction of the villagisation ujamaa programme, the commons of the Rufiji Floodplain became open access due to the state’s lack of enforcement, affecting the resource base and the livelihoods of local people and also affecting the option to act collectively to draft new institutions. Since liberalisation and privatisation in the 1990s the common-pool resources have remained open access despite changes in legislation to give back power to the local level in relation to outside users. However, differentiations have to be made: While fisheries, forest and pasture have still an open access character due to the lack of support by the state in co-management systems, engagements of international NGOs and government organisations regarding conservation in the area have been in so far successful on wildlife but there is more work to be done on the other natural resources in the area. The interest of international NGOs in wildlife and financial support from their mother countries through Development Corporation made that success possible. But this policy is not based on local actions because despite formal laws that incorporate village level control and a more participatory approach, local interest groups are de facto excluded from ownership and management decisions while facing high costs and management de facto looks more like fortress conservation to harness income from tourism than participatory management. In addition NGOs like IUCN have made attempts to create a new institutional environment but without addressing complexity of local management systems and of the political constellations. However, differentiations have to be made with regard to collective action on the local level: It depends on how changes of relative prices for common-pool resources affect a local context depending on how close to commercial centres of trade networks these locations are. The thesis paper therefore compares two village settings trying to address this question of special differentiation.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Helbling Jürg, Znoj Heinzpeter
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:Unspecified
Language:English
Place of Publication:Zurich
Date:2009
Deposited On:09 May 2019 08:40
Last Modified:25 Sep 2019 00:12
Number of Pages:317
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005817559&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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