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Taboo choices and tragic dilemmas : sacred values as facilitators or barriers in decision making


Hanselmann, Martin. Taboo choices and tragic dilemmas : sacred values as facilitators or barriers in decision making. 2010, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

This doctoral thesis explores specific intrapersonal processes which decision makers undergo when confronted with choices that tap into moral considerations. More precisely, it addresses the concept of sacred values, which generally refers to issues or entities which individuals deem as inviolable, absolute, and thus precluded from trade-offs against other issues or values. It is argued that sacred values may powerfully shape decision making, and that specific intrapersonal processes operate when issues such as human rights or human dignity are treated as sacred. Moreover, sacred values may have two different effects on decision making, depending on the type of trade-off at hand. In taboo trade-offs (i.e., scenarios that pit a sacred value against a non-sacred issue), sacred values may facilitate decision making. In contrast, in tragic trade-offs (i.e., scenarios that pit two sacred values against each other), sacred values may hinder the choice process. The first of two papers examined the influence of sacred values and manipulation of trade-off type on perceived decision difficulty and negative emotions. The findings of two experiments show that taboo trade-offs were perceived as more negatively emotion-laden, but as easier to solve, compared to scenarios not involving sacred values (i.e., routine trade-offs). However, tragic trade-offs were experienced as particularly difficult and stressful. The second paper explored several indicators of conflict and self-regulation processes. Three experiments assessed measures of ambivalence, emotional stress, fear, and guilt, as a function of sacred value endorsement and trade-off type. The results demonstrate that individuals with higher sacred value endorsement showed more variation in intrapersonal measures depending on trade-off type than people with lower levels, and showed predominantly lower scores in taboo scenarios. Altogether, the results suggest that sacred values may, in fact, play the role of facilitators or barriers in decision making, and that they provoke specific (cognitive and affective) conflict and self-regulation processes. These results are mainly discussed on the background of dual process models and in terms of the functions of negative emotions in decision making when sacred values are called into question.

Diese Dissertation untersucht spezifische intrapersonale Prozesse bei Entscheidungsträgern, die mit Szenarien konfrontiert sind, welche moralische Sachverhalte tangieren. Sie thematisiert das Konzept der Geschützten Werte, womit Werte oder Entitäten gemeint sind, die Individuen als unantastbar und absolut ansehen und von Abwägungen gegen andere Werte ausschliessen. Es wird argumentiert, dass Geschützte Werte Entscheidungen massgeblich beeinflussen können, und dass spezifische intrapersonale Prozesse ablaufen, wenn Geschützte Werte wie z.B. Menschenrechte oder die Würde des Menschen von Entscheidungen tangiert sind. Darüber hinaus dürften Geschützte Werte zwei unterschiedliche Effekte auf die Entscheidungsfindung haben, und zwar in Abhängigkeit des vorliegenden Trade-off-Typs. Im Falle eines taboo trade-offs (Szenario, bei dem ein Geschützter Wert gegen einen nicht geschützten Sachverhalt abgewogen werden soll) dürften Geschützte Werte die Entscheidungsfindung erleichtern, im Falle eines tragic trade-offs (Szenario, bei dem zwei Geschützte Werte gegeneinander abgewogen werden sollen) jedoch erschweren. Im ersten von zwei Papers wurde der Einfluss Geschützter Werte und einer Manipulation des Trade-off-Typs auf die wahrgenommene Entscheidungsschwierigkeit und die emotionale Belastung untersucht. Die Ergebnisse zweier Experimente zeigen, dass taboo trade-offs als emotional belastender, aber als einfacher zu lösen erlebt wurden, im Vergleich zu Szenarien, bei deinen keine Geschützten Werte tangiert waren (routine trade-offs). Im Gegensatz dazu wurden tragic trade-offs als besonders schwierig zu lösen und sehr belastend empfunden. Das zweite Paper befasste sich mit verschiedenen Indikatoren von Konflikt- und Selbstregulationsprozessen. In drei Experimenten wurden die erlebte Ambivalenz, die emotionale Belastung, sowie Furcht- und Schuldgefühle in Abhängigkeit der Stärke Geschützter Werte und des Trade-off-Typs gemessen. Die Resultate zeigen, dass Personen mit starken Geschützten Werten grössere Schwankungen der intrapersonalen Indikatoren in Abhängigkeit des Trade-off-Typs aufwiesen als Personen mit weniger starken Geschützten Werten, wobei die Ausprägungen im Falle von taboo trade-offs besonders tief ausfielen. Insgesamt bestätigen die Untersuchungen, dass Geschützte Werte die Rolle von Entscheidungshilfen oder aber Entscheidungshemmern spielen können, und dass sie spezifische (kognitive und affektive) Konflikt- und Selbstregulationsprozesse auslösen. Die Ergebnisse werden hauptsächlich anhand von Zwei-Prozess-Modellen und der Funktion negativer Emotionen bei Entscheidungen, die Geschützte Werte in Frage stellen, diskutiert.

Abstract

This doctoral thesis explores specific intrapersonal processes which decision makers undergo when confronted with choices that tap into moral considerations. More precisely, it addresses the concept of sacred values, which generally refers to issues or entities which individuals deem as inviolable, absolute, and thus precluded from trade-offs against other issues or values. It is argued that sacred values may powerfully shape decision making, and that specific intrapersonal processes operate when issues such as human rights or human dignity are treated as sacred. Moreover, sacred values may have two different effects on decision making, depending on the type of trade-off at hand. In taboo trade-offs (i.e., scenarios that pit a sacred value against a non-sacred issue), sacred values may facilitate decision making. In contrast, in tragic trade-offs (i.e., scenarios that pit two sacred values against each other), sacred values may hinder the choice process. The first of two papers examined the influence of sacred values and manipulation of trade-off type on perceived decision difficulty and negative emotions. The findings of two experiments show that taboo trade-offs were perceived as more negatively emotion-laden, but as easier to solve, compared to scenarios not involving sacred values (i.e., routine trade-offs). However, tragic trade-offs were experienced as particularly difficult and stressful. The second paper explored several indicators of conflict and self-regulation processes. Three experiments assessed measures of ambivalence, emotional stress, fear, and guilt, as a function of sacred value endorsement and trade-off type. The results demonstrate that individuals with higher sacred value endorsement showed more variation in intrapersonal measures depending on trade-off type than people with lower levels, and showed predominantly lower scores in taboo scenarios. Altogether, the results suggest that sacred values may, in fact, play the role of facilitators or barriers in decision making, and that they provoke specific (cognitive and affective) conflict and self-regulation processes. These results are mainly discussed on the background of dual process models and in terms of the functions of negative emotions in decision making when sacred values are called into question.

Diese Dissertation untersucht spezifische intrapersonale Prozesse bei Entscheidungsträgern, die mit Szenarien konfrontiert sind, welche moralische Sachverhalte tangieren. Sie thematisiert das Konzept der Geschützten Werte, womit Werte oder Entitäten gemeint sind, die Individuen als unantastbar und absolut ansehen und von Abwägungen gegen andere Werte ausschliessen. Es wird argumentiert, dass Geschützte Werte Entscheidungen massgeblich beeinflussen können, und dass spezifische intrapersonale Prozesse ablaufen, wenn Geschützte Werte wie z.B. Menschenrechte oder die Würde des Menschen von Entscheidungen tangiert sind. Darüber hinaus dürften Geschützte Werte zwei unterschiedliche Effekte auf die Entscheidungsfindung haben, und zwar in Abhängigkeit des vorliegenden Trade-off-Typs. Im Falle eines taboo trade-offs (Szenario, bei dem ein Geschützter Wert gegen einen nicht geschützten Sachverhalt abgewogen werden soll) dürften Geschützte Werte die Entscheidungsfindung erleichtern, im Falle eines tragic trade-offs (Szenario, bei dem zwei Geschützte Werte gegeneinander abgewogen werden sollen) jedoch erschweren. Im ersten von zwei Papers wurde der Einfluss Geschützter Werte und einer Manipulation des Trade-off-Typs auf die wahrgenommene Entscheidungsschwierigkeit und die emotionale Belastung untersucht. Die Ergebnisse zweier Experimente zeigen, dass taboo trade-offs als emotional belastender, aber als einfacher zu lösen erlebt wurden, im Vergleich zu Szenarien, bei deinen keine Geschützten Werte tangiert waren (routine trade-offs). Im Gegensatz dazu wurden tragic trade-offs als besonders schwierig zu lösen und sehr belastend empfunden. Das zweite Paper befasste sich mit verschiedenen Indikatoren von Konflikt- und Selbstregulationsprozessen. In drei Experimenten wurden die erlebte Ambivalenz, die emotionale Belastung, sowie Furcht- und Schuldgefühle in Abhängigkeit der Stärke Geschützter Werte und des Trade-off-Typs gemessen. Die Resultate zeigen, dass Personen mit starken Geschützten Werten grössere Schwankungen der intrapersonalen Indikatoren in Abhängigkeit des Trade-off-Typs aufwiesen als Personen mit weniger starken Geschützten Werten, wobei die Ausprägungen im Falle von taboo trade-offs besonders tief ausfielen. Insgesamt bestätigen die Untersuchungen, dass Geschützte Werte die Rolle von Entscheidungshilfen oder aber Entscheidungshemmern spielen können, und dass sie spezifische (kognitive und affektive) Konflikt- und Selbstregulationsprozesse auslösen. Die Ergebnisse werden hauptsächlich anhand von Zwei-Prozess-Modellen und der Funktion negativer Emotionen bei Entscheidungen, die Geschützte Werte in Frage stellen, diskutiert.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Tanner Carmen, Jonas Klaus
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:Unspecified
Language:English
Place of Publication:Zurich
Date:2010
Deposited On:31 May 2019 10:40
Last Modified:07 Apr 2020 07:16
Number of Pages:223
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod006270078&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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