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Die virtuelle Gemeinschaft als Informationssystem : Informationsqualität nutzergenerierter Inhalte in der Domäne Tourismus


Prestipino, Marco. Die virtuelle Gemeinschaft als Informationssystem : Informationsqualität nutzergenerierter Inhalte in der Domäne Tourismus. 2008, University of Zurich, Faculty of Economics.

Abstract

Virtuelle Gemeinschaften gehören zu den ältesten und populärsten Formen computervermittelter Kommunikation und Kooperation im Internet. Nicht nur in der Debatte um das Web 2.0 werden die dabei erzeugten Inhalte als mit kommerziellen Produkten vergleichbar oder gar überlegen dargestellt, ohne dass fundierte empirische Belege angeführt werden. Die Informationsqualität virtueller Gemeinschaften wird in der Literatur ungenügend behandelt. Informationsqualität wird überwiegend aus einer technischen Perspektive betrachtet. Einer Vielzahl an Definitionen steht dabei ein Mangel an konkreten Messverfahren gegenüber. Diese Arbeit widmet sich der Frage der Informationsqualität in virtuellen Gemeinschaften und etabliert eine neue Sichtweise auf virtuelle Gemeinschaften: ihre Nutzung als leistungsfähiges Informationssystem ohne monetäre Anreize und ohne zentrale Koordination. Es werden Argumente für ein hohes Leistungspotenzial dieser Gemeinschaften beleuchtet, u. a. die niedrigen Kooperations- und Transaktionskosten und die Nutzung natürlicher Sprache. Anhand der Kriterien Vollständigkeit und Korrektheit wird empirisch gezeigt, dass virtuelle Gemeinschaften Information auf vergleichbarem Niveau mit professionellen Informationsproduzenten erstellen können. In mehreren Untersuchungen wird festgestellt, dass die Qualität der beiden Medien sich nicht signifikant unterscheidet. Wird die Aktivität der virtuellen Gemeinschaften berücksichtigt, so zeigt sich eine klare Überlegenheit einer hochaktiven virtuellen Gemeinschaft gegenüber den anderen Informationsquellen. Als Domäne der Untersuchungen wurde der Individualtourismus gewählt, da solche Reisen durch einen großen und komplexenkomplexen Informationsbedarf geprägt sind. Die Ergebnisse legen nahe, dass virtuelle Gemeinschaften als Instrument der Wissenserzeugung und –verbreitung geeignet sind. Zahlreiche traditionelle Verfahren kommerzieller Informationsproduktion werden damit in Frage gestellt. Die lässt sich bereits an der zunehmenden Vermischung kommerzieller und nutzergenerierter Inhalte beobachten.

Virtual communities are one of the oldest and most popular phenomena of computer mediated communication and cooperation on the Internet. It is often argued, especially in debates on the Web 2.0, that the information shared by these communities is of equal or even better quality than that of professional information products. No proof of this claim is offered, and literature on information quality of user‐generated content is scarce. In general, information quality is treated from a technical perspective. While there is an abundance of definitions of information quality, little is available on concrete, measurable criteria. This research is about information quality of virtual communities and establishes a new perspective on virtual communities: their use as information systems without monetary incentives or centralized coordination. Several reasons for a high potential of virtual communities for achieving high information quality are discussed, e.g. the low cost of cooperation and the use of natural language. The thesis presents several empirical studies on the criteria of completeness and accuracy of information. Results indicate that virtual communities are on a par with professional information products, as no significant difference in quality is found. If the activity of the virtual communities analysed is considered, it turns out that the most active community is significantly better than the other sources. The domain of all studies is non‐institutionalized tourism, as independent travellers have large and complex information needs. This thesis argues that virtual communities are suitable for creation and distribution of information. Virtual communities constitute a substitute for many traditional ways of commercial information production, as already manifested by the increasing intermixing of commercial and user‐generated content on the Internet.

Abstract

Virtuelle Gemeinschaften gehören zu den ältesten und populärsten Formen computervermittelter Kommunikation und Kooperation im Internet. Nicht nur in der Debatte um das Web 2.0 werden die dabei erzeugten Inhalte als mit kommerziellen Produkten vergleichbar oder gar überlegen dargestellt, ohne dass fundierte empirische Belege angeführt werden. Die Informationsqualität virtueller Gemeinschaften wird in der Literatur ungenügend behandelt. Informationsqualität wird überwiegend aus einer technischen Perspektive betrachtet. Einer Vielzahl an Definitionen steht dabei ein Mangel an konkreten Messverfahren gegenüber. Diese Arbeit widmet sich der Frage der Informationsqualität in virtuellen Gemeinschaften und etabliert eine neue Sichtweise auf virtuelle Gemeinschaften: ihre Nutzung als leistungsfähiges Informationssystem ohne monetäre Anreize und ohne zentrale Koordination. Es werden Argumente für ein hohes Leistungspotenzial dieser Gemeinschaften beleuchtet, u. a. die niedrigen Kooperations- und Transaktionskosten und die Nutzung natürlicher Sprache. Anhand der Kriterien Vollständigkeit und Korrektheit wird empirisch gezeigt, dass virtuelle Gemeinschaften Information auf vergleichbarem Niveau mit professionellen Informationsproduzenten erstellen können. In mehreren Untersuchungen wird festgestellt, dass die Qualität der beiden Medien sich nicht signifikant unterscheidet. Wird die Aktivität der virtuellen Gemeinschaften berücksichtigt, so zeigt sich eine klare Überlegenheit einer hochaktiven virtuellen Gemeinschaft gegenüber den anderen Informationsquellen. Als Domäne der Untersuchungen wurde der Individualtourismus gewählt, da solche Reisen durch einen großen und komplexenkomplexen Informationsbedarf geprägt sind. Die Ergebnisse legen nahe, dass virtuelle Gemeinschaften als Instrument der Wissenserzeugung und –verbreitung geeignet sind. Zahlreiche traditionelle Verfahren kommerzieller Informationsproduktion werden damit in Frage gestellt. Die lässt sich bereits an der zunehmenden Vermischung kommerzieller und nutzergenerierter Inhalte beobachten.

Virtual communities are one of the oldest and most popular phenomena of computer mediated communication and cooperation on the Internet. It is often argued, especially in debates on the Web 2.0, that the information shared by these communities is of equal or even better quality than that of professional information products. No proof of this claim is offered, and literature on information quality of user‐generated content is scarce. In general, information quality is treated from a technical perspective. While there is an abundance of definitions of information quality, little is available on concrete, measurable criteria. This research is about information quality of virtual communities and establishes a new perspective on virtual communities: their use as information systems without monetary incentives or centralized coordination. Several reasons for a high potential of virtual communities for achieving high information quality are discussed, e.g. the low cost of cooperation and the use of natural language. The thesis presents several empirical studies on the criteria of completeness and accuracy of information. Results indicate that virtual communities are on a par with professional information products, as no significant difference in quality is found. If the activity of the virtual communities analysed is considered, it turns out that the most active community is significantly better than the other sources. The domain of all studies is non‐institutionalized tourism, as independent travellers have large and complex information needs. This thesis argues that virtual communities are suitable for creation and distribution of information. Virtual communities constitute a substitute for many traditional ways of commercial information production, as already manifested by the increasing intermixing of commercial and user‐generated content on the Internet.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Schwabe Gerhard, Schauer H
Communities & Collections:03 Faculty of Economics > Department of Informatics
UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:020 Library & information sciences
Uncontrolled Keywords:Informationsqualität, Tourismus, User Generated Content
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2008
Deposited On:24 Feb 2009 15:51
Last Modified:24 Sep 2019 16:01
Number of Pages:315
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005707425&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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