Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Ästhetik des Schreckens: der Schauerroman von Horace Walpole bis Ann Radcliffe


Frank, Michael C (2016). Ästhetik des Schreckens: der Schauerroman von Horace Walpole bis Ann Radcliffe. In: Koppenfels, Martin von; Zumbusch, Cornelia. Handbuch Literatur & Emotionen. Berlin: Walter de Gruyter, 461-480.

Abstract

Dem Aufstieg des Schauerromans ging eine Neuentdeckung des Schreckens als affektive Quelle des ästhetischen Genusses voraus, für die vor allem Edmund Burkes Theorie des Erhabenen wegweisend war. Am Beispiel Horace Walpoles lässt sich diese poetologische Aufwertung – und Umdeutung – des Schreckaffekts gut nachvollziehen, da Walpole sie mit Verweis auf die klassizistische Tragödientheorie explizit thematisiert. Zu berücksichtigen ist dabei ferner die politische Instrumentalisierung des Schreckens im Zuge der 'Grande Terreur'. Denn in der jakobinischen Schreckensherrschaft glaubten mehrere frühe Kommentatoren eine direkte Ursache für den Boom des Schauerromans im ausgehenden 18. Jahrhundert zu erkennen. Die Tatsache, dass die Kategorie der 'terreur' um 1800 zwischen Poetik und Politik oszillierte, ist im vorliegenden Zusammenhang von einiger Bedeutung. Selbiges gilt für Radcliffes einflussreichen Versuch, zwischen 'terror' und 'horror' als zwei entgegengesetzten ästhetischen Prinzipien zu unterscheiden.

Abstract

Dem Aufstieg des Schauerromans ging eine Neuentdeckung des Schreckens als affektive Quelle des ästhetischen Genusses voraus, für die vor allem Edmund Burkes Theorie des Erhabenen wegweisend war. Am Beispiel Horace Walpoles lässt sich diese poetologische Aufwertung – und Umdeutung – des Schreckaffekts gut nachvollziehen, da Walpole sie mit Verweis auf die klassizistische Tragödientheorie explizit thematisiert. Zu berücksichtigen ist dabei ferner die politische Instrumentalisierung des Schreckens im Zuge der 'Grande Terreur'. Denn in der jakobinischen Schreckensherrschaft glaubten mehrere frühe Kommentatoren eine direkte Ursache für den Boom des Schauerromans im ausgehenden 18. Jahrhundert zu erkennen. Die Tatsache, dass die Kategorie der 'terreur' um 1800 zwischen Poetik und Politik oszillierte, ist im vorliegenden Zusammenhang von einiger Bedeutung. Selbiges gilt für Radcliffes einflussreichen Versuch, zwischen 'terror' und 'horror' als zwei entgegengesetzten ästhetischen Prinzipien zu unterscheiden.

Statistics

Citations

Dimensions.ai Metrics

Altmetrics

Downloads

28 downloads since deposited on 11 Feb 2019
28 downloads since 12 months
Detailed statistics

Additional indexing

Item Type:Book Section, not_refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > English Department
Dewey Decimal Classification:820 English & Old English literatures
Language:German
Date:2016
Deposited On:11 Feb 2019 08:44
Last Modified:28 Mar 2019 16:27
Publisher:Walter de Gruyter
Number:4
ISBN:978-3-11-030324-7
OA Status:Green
Publisher DOI:https://doi.org/10.1515/9783110303247-024
Related URLs:https://www.degruyter.com/view/product/203502 (Publisher)
https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod010616561&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&isFrbr=true&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

Download

Download PDF  'Ästhetik des Schreckens: der Schauerroman von Horace Walpole bis Ann Radcliffe'.
Preview
Content: Published Version
Language: German
Filetype: PDF
Size: 694kB
View at publisher
Get full-text in a library