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Demenzbarometer 2018 – Wissen, Einstellungen und Erfahrungen der Schweizer Bevölkerung


Seifert, Alexander; Schelling, Hans Rudolf (2019). Demenzbarometer 2018 – Wissen, Einstellungen und Erfahrungen der Schweizer Bevölkerung. Zürich: Zentrum für Gerontologie.

Abstract

Ausgangslage und Fragestellungen
Die medizinische und gesellschaftliche Bedeutung von Demenzerkrankungen, zum Beispiel und vorrangig Alzheimer, nimmt in der Schweiz und weltweit weiter zu. Ein adäquater Umgang mit dieser Entwicklung erfordert den Einbezug der gesamten Bevölkerung. Aber wie sieht es innerhalb der Schweizer Bevölkerung aus mit den Kenntnissen zu Demenz? Welche Einstellungen und Meinungen und welches Wissen sind in Bezug auf Demenz und Menschen mit Demenz vorhanden? Diese Fragen wurden erstmalig 2012 im ersten Demenzbarometer (im Auftrag von Alzheimer Schweiz) untersucht, manche Fragen blieben aber noch offen. Unbeantwortet bleiben musste natürlich auch die Frage, ob und wie sich die Einstellung zum Thema über die Jahre verändern würde. In der nationalen Demenzstrategie (NDS) wurde daher festgelegt, dass im Jahr 2019 eine Neuauflage des damaligen Demenzbarometers vorliegen sollte; hierfür wurde das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich beauftragt.
Methode
Die schweizweite, standardisierte telefonische Befragung von 862 Personen ab 18 Jahren wurde von der DemoSCOPE AG zwischen Juli und September 2018 in Deutsch, Französisch und Italienisch durchgeführt. Die Stichprobenziehung durch Registerdaten des Bundesamtes für Statistik erfolgte als geschichtete Zufallsauswahl – quotiert nach Geschlecht, Region und Altersgruppen. Die Stichprobenausschöpfung betrug 41 %.
Hauptergebnisse
Die Ergebnisse des zweiten Demenzbarometers zeigen auch im Zeitvergleich eine gleichbleibend tendenziell positive Haltung gegenüber Menschen mit Demenz sowie ein gutes Wissen über Demenz, deren Symptome und allfällige Präventionsmassnahmen – und dies auch meist gleich in allen drei Sprachregionen. Rund 64 % der Befragten gaben aktuelle oder frühere Kontakte, meist im familiären Kontext, an; diese Personen fühlen sich eher besser über das Thema Demenz informiert und haben auch mehr Interesse daran bekundet. Sie sind im Schnitt auch etwas positiver gegenüber dem Thema Demenz eingestellt. Die aktuelle Prävalenz von Demenzerkrankungen wird von allen befragten Personen eher über- als unterschätzt, und rund 66 % der Befragten glauben, dass man einer Demenz vorbeugen könne. Dass Demenz ein Problem ist, das die ganze Gesellschaft angeht, glaubt die Mehrheit der Befragten. Auch sei es wichtig, das Leben von Angehörigen von Menschen mit Demenz zu berücksichtigen, da diese als teilweise stark überfordert eingeschätzt werden. Der Anteil der Personen, die bei einer Demenzdiagnose nicht mehr leben wollen würde, ist zwar nicht gross, aber mit 25 % auch im Zeitvergleich noch einmal etwas angestiegen. 49 % der befragten Personen würden einen Test zur Früherkennung vornehmen, wenn es einen solchen gäbe. Wenn eine Demenz vorläge, würden auch fast alle eine Frühabklärung vornehmen lassen und eine Beratungsstelle in Anspruch nehmen. Die meisten informieren sich auch heute eher über die Printmedien, das Radio und Fernsehen, und 43 % kennen die Vereinigung Alzheimer Schweiz.
Fazit
In puncto bilanzierender Wahrnehmung für den Zeitraum der letzten fünf Jahre sehen die befragten Personen subjektiv eher eine positive Veränderung in Bezug auf den Umgang mit Menschen mit Demenz, wobei immerhin 31 % dies auch eher kritischer betrachten. Dies ist auch unser Fazit: Im Vergleich der beiden Demenzbarometer ist die Einstellung relativ stabil – und damit also positiv – geblieben, wenn es auch einzelne Punkte gibt, bei denen es eine augenscheinlichere Veränderung in beide Richtungen gibt. Demenz bleibt ein wichtiges gesellschaftliches Thema, dem es auch Jahre nach dem ersten Demenzbarometer mit sehr viel Aufmerksamkeit zu begegnen gilt.

Abstract

Ausgangslage und Fragestellungen
Die medizinische und gesellschaftliche Bedeutung von Demenzerkrankungen, zum Beispiel und vorrangig Alzheimer, nimmt in der Schweiz und weltweit weiter zu. Ein adäquater Umgang mit dieser Entwicklung erfordert den Einbezug der gesamten Bevölkerung. Aber wie sieht es innerhalb der Schweizer Bevölkerung aus mit den Kenntnissen zu Demenz? Welche Einstellungen und Meinungen und welches Wissen sind in Bezug auf Demenz und Menschen mit Demenz vorhanden? Diese Fragen wurden erstmalig 2012 im ersten Demenzbarometer (im Auftrag von Alzheimer Schweiz) untersucht, manche Fragen blieben aber noch offen. Unbeantwortet bleiben musste natürlich auch die Frage, ob und wie sich die Einstellung zum Thema über die Jahre verändern würde. In der nationalen Demenzstrategie (NDS) wurde daher festgelegt, dass im Jahr 2019 eine Neuauflage des damaligen Demenzbarometers vorliegen sollte; hierfür wurde das Zentrum für Gerontologie der Universität Zürich beauftragt.
Methode
Die schweizweite, standardisierte telefonische Befragung von 862 Personen ab 18 Jahren wurde von der DemoSCOPE AG zwischen Juli und September 2018 in Deutsch, Französisch und Italienisch durchgeführt. Die Stichprobenziehung durch Registerdaten des Bundesamtes für Statistik erfolgte als geschichtete Zufallsauswahl – quotiert nach Geschlecht, Region und Altersgruppen. Die Stichprobenausschöpfung betrug 41 %.
Hauptergebnisse
Die Ergebnisse des zweiten Demenzbarometers zeigen auch im Zeitvergleich eine gleichbleibend tendenziell positive Haltung gegenüber Menschen mit Demenz sowie ein gutes Wissen über Demenz, deren Symptome und allfällige Präventionsmassnahmen – und dies auch meist gleich in allen drei Sprachregionen. Rund 64 % der Befragten gaben aktuelle oder frühere Kontakte, meist im familiären Kontext, an; diese Personen fühlen sich eher besser über das Thema Demenz informiert und haben auch mehr Interesse daran bekundet. Sie sind im Schnitt auch etwas positiver gegenüber dem Thema Demenz eingestellt. Die aktuelle Prävalenz von Demenzerkrankungen wird von allen befragten Personen eher über- als unterschätzt, und rund 66 % der Befragten glauben, dass man einer Demenz vorbeugen könne. Dass Demenz ein Problem ist, das die ganze Gesellschaft angeht, glaubt die Mehrheit der Befragten. Auch sei es wichtig, das Leben von Angehörigen von Menschen mit Demenz zu berücksichtigen, da diese als teilweise stark überfordert eingeschätzt werden. Der Anteil der Personen, die bei einer Demenzdiagnose nicht mehr leben wollen würde, ist zwar nicht gross, aber mit 25 % auch im Zeitvergleich noch einmal etwas angestiegen. 49 % der befragten Personen würden einen Test zur Früherkennung vornehmen, wenn es einen solchen gäbe. Wenn eine Demenz vorläge, würden auch fast alle eine Frühabklärung vornehmen lassen und eine Beratungsstelle in Anspruch nehmen. Die meisten informieren sich auch heute eher über die Printmedien, das Radio und Fernsehen, und 43 % kennen die Vereinigung Alzheimer Schweiz.
Fazit
In puncto bilanzierender Wahrnehmung für den Zeitraum der letzten fünf Jahre sehen die befragten Personen subjektiv eher eine positive Veränderung in Bezug auf den Umgang mit Menschen mit Demenz, wobei immerhin 31 % dies auch eher kritischer betrachten. Dies ist auch unser Fazit: Im Vergleich der beiden Demenzbarometer ist die Einstellung relativ stabil – und damit also positiv – geblieben, wenn es auch einzelne Punkte gibt, bei denen es eine augenscheinlichere Veränderung in beide Richtungen gibt. Demenz bleibt ein wichtiges gesellschaftliches Thema, dem es auch Jahre nach dem ersten Demenzbarometer mit sehr viel Aufmerksamkeit zu begegnen gilt.

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Item Type:Published Research Report
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Center for Gerontology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Uncontrolled Keywords:Demenz, Schweiz, Einstellungen
Language:German
Date:15 March 2019
Deposited On:18 Apr 2019 13:41
Last Modified:25 Sep 2019 00:33
Publisher:Zentrum für Gerontologie
OA Status:Green
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:https://www.zfg.uzh.ch/dam/jcr:364900ba-1107-4afa-98fd-e35f45c0b9b2/DBII_Bericht_DE.pdf
Related URLs:https://www.zfg.uzh.ch/de/projekt/Demenzbarometer-2019.html (Organisation)

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Language: German
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