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Chronotopoi


Frank, Michael C (2015). Chronotopoi. In: Dünne, Jörg; Mahler, Andreas. Handbuch Literatur & Raum. Berlin und Boston: De Gruyter, 160-169.

Abstract

Mit seinem Chronotoposbegriff möchte Michail Bachtin der Tatsache Rechnung tragen, dass alle räumlichen Elemente der erzählten Welt eines literarischen Textes unweigerlich eine zeitliche Komponente in sich tragen – und umgekehrt. Erzählter Raum und erzählte Zeit bedingen sich wechselseitig und manifestieren sich als ein komplexes Zusammenspiel. Die Zeit, die an sich abstrakt und nicht sinnlich erfahrbar ist, gewinnt erst durch ihre räumliche Konkretisierung im Chronotopos Gestalt und Sichtbarkeit. Und umgekehrt wird der an sich leere und statische Raum mit Zeit ausgefüllt und dynamisiert. Eine Trennung von Raum und Zeit bei der Textbetrachtung erscheint von dieser Warte aus als künstliches Auseinanderdividieren miteinander verknüpfter Merkmale. Was genau bedeutet es aber, das Zusammenspiel von Raum und Zeit bei der Literaturanalyse zu berücksichtigen, und welche Ausprägungen kann dieses Zusammenspiel im Einzelfall annehmen? Das vorliegende Kapitel widmet sich zunächst der methodischen Ausrichtung der Chronotopos-Studie, um nachvollziehbar zu machen, in welchem Zusammenhang das Konzept bei Bachtin steht und in welcher Absicht er es verwendet. In einem zweiten Schritt werden dann die theoretischen Grundlagen beleuchtet, die Bachtin selbst mehr andeutet als ausführt. Vor diesem Hintergrund können abschließend exemplarische Chronotopoi im Roman betrachtet werden.

Abstract

Mit seinem Chronotoposbegriff möchte Michail Bachtin der Tatsache Rechnung tragen, dass alle räumlichen Elemente der erzählten Welt eines literarischen Textes unweigerlich eine zeitliche Komponente in sich tragen – und umgekehrt. Erzählter Raum und erzählte Zeit bedingen sich wechselseitig und manifestieren sich als ein komplexes Zusammenspiel. Die Zeit, die an sich abstrakt und nicht sinnlich erfahrbar ist, gewinnt erst durch ihre räumliche Konkretisierung im Chronotopos Gestalt und Sichtbarkeit. Und umgekehrt wird der an sich leere und statische Raum mit Zeit ausgefüllt und dynamisiert. Eine Trennung von Raum und Zeit bei der Textbetrachtung erscheint von dieser Warte aus als künstliches Auseinanderdividieren miteinander verknüpfter Merkmale. Was genau bedeutet es aber, das Zusammenspiel von Raum und Zeit bei der Literaturanalyse zu berücksichtigen, und welche Ausprägungen kann dieses Zusammenspiel im Einzelfall annehmen? Das vorliegende Kapitel widmet sich zunächst der methodischen Ausrichtung der Chronotopos-Studie, um nachvollziehbar zu machen, in welchem Zusammenhang das Konzept bei Bachtin steht und in welcher Absicht er es verwendet. In einem zweiten Schritt werden dann die theoretischen Grundlagen beleuchtet, die Bachtin selbst mehr andeutet als ausführt. Vor diesem Hintergrund können abschließend exemplarische Chronotopoi im Roman betrachtet werden.

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Item Type:Book Section, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > English Department
Dewey Decimal Classification:820 English & Old English literatures
Language:German
Date:12 June 2015
Deposited On:25 Apr 2019 10:14
Last Modified:25 Apr 2019 10:56
Publisher:De Gruyter
Series Name:Handbücher zur kulturwissenschaftlichen Philologie
Number:3
ISSN:2197-1692
ISBN:978-3-11-030120-5
OA Status:Green
Publisher DOI:https://doi.org/10.1515/9783110301403-014
Related URLs:https://www.degruyter.com/view/product/186196 (Publisher)
https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod010473673&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&isFrbr=true&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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Language: German
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