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Erinnerungsarbeit und Selbstregulierung: Samuel Richardsons "Pamela", Jean-Jacques Rousseaus "Julie"


Frank, Michael C (2007). Erinnerungsarbeit und Selbstregulierung: Samuel Richardsons "Pamela", Jean-Jacques Rousseaus "Julie". In: Frank, Michael C; Rippl, Gabriele. Arbeit am Gedächtnis: für Aleida Assmann. Paderborn: Wilhelm Fink Verlag, 351-371.

Abstract

Das längst zur Selbstverständlichkeit gewordene Vergnügen an der Fiktion und insbesondere der populärsten aller literarischen Gattungen, dem Roman, lässt die Anfechtungen vergessen, gegen die sich dieses Genre behaupten musste. Ein Blick auf die ersten international wirkungsmächtigen Roman- Bestseller, Samuel Richardsons "Pamela; or, Virtue Rewarded" (1740) und Jean-Jacques Rousseaus "Julie ou La Nouvelle Héloïse" (1761), zeigt, mit welchen Mitteln der Roman auf die moralischen Bedenken reagierte, die ihm zu Beginn entgegentraten. Er griff sie in Gestalt apologetischer Vorworte auf, in denen ein didaktischer Nutzen versichert wurde, sowie durch die Verwendung literarischer Formen, die als nichtfiktional galten, wie den Brief und das Tagebuch. Zugleich flossen die Einwände gegen das Genre auf inhaltlicher Ebene in die Romane ein, deren brief- und tagebuchschreibende Figuren an der eigenen und gegenseitigen moralischen Erziehung arbeiten, um so ihre Vorbildfunktion zu untermauern. Sowohl bei Richardson als auch bei Rousseau fungiert die Titelheldin (als "pretty teacher" bzw. "prêcheuse") als vorbildhafte moralische Instanz, deren Briefe zur Erbauungsliteratur des Liebhabers werden, wobei Rousseau dem durch Richardson geprägten Muster allerdings eine andere Wendung gibt. Indem der Roman auf diese Weise die Widerstände inkorporierte, die er als Gattung zu überwinden hatte, bewahrte er sie, scheinbar paradoxerweise, im kulturellen Gedächtnis.

Abstract

Das längst zur Selbstverständlichkeit gewordene Vergnügen an der Fiktion und insbesondere der populärsten aller literarischen Gattungen, dem Roman, lässt die Anfechtungen vergessen, gegen die sich dieses Genre behaupten musste. Ein Blick auf die ersten international wirkungsmächtigen Roman- Bestseller, Samuel Richardsons "Pamela; or, Virtue Rewarded" (1740) und Jean-Jacques Rousseaus "Julie ou La Nouvelle Héloïse" (1761), zeigt, mit welchen Mitteln der Roman auf die moralischen Bedenken reagierte, die ihm zu Beginn entgegentraten. Er griff sie in Gestalt apologetischer Vorworte auf, in denen ein didaktischer Nutzen versichert wurde, sowie durch die Verwendung literarischer Formen, die als nichtfiktional galten, wie den Brief und das Tagebuch. Zugleich flossen die Einwände gegen das Genre auf inhaltlicher Ebene in die Romane ein, deren brief- und tagebuchschreibende Figuren an der eigenen und gegenseitigen moralischen Erziehung arbeiten, um so ihre Vorbildfunktion zu untermauern. Sowohl bei Richardson als auch bei Rousseau fungiert die Titelheldin (als "pretty teacher" bzw. "prêcheuse") als vorbildhafte moralische Instanz, deren Briefe zur Erbauungsliteratur des Liebhabers werden, wobei Rousseau dem durch Richardson geprägten Muster allerdings eine andere Wendung gibt. Indem der Roman auf diese Weise die Widerstände inkorporierte, die er als Gattung zu überwinden hatte, bewahrte er sie, scheinbar paradoxerweise, im kulturellen Gedächtnis.

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Item Type:Book Section, not_refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > English Department
Dewey Decimal Classification:820 English & Old English literatures
Language:German
Date:1 October 2007
Deposited On:25 Apr 2019 10:03
Last Modified:25 Apr 2019 10:03
Publisher:Wilhelm Fink Verlag
ISBN:978-3-7705-4534-6
OA Status:Green
Related URLs:https://www.fink.de/katalog/titel/978-3-7705-4534-6.html (Publisher)
https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005426358&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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