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Medizinische (Notfall‑)Entscheidungen und wie man Fehler vermeidet


Meindl-Fridez, C; Breckwoldt, J; Battegay, E (2018). Medizinische (Notfall‑)Entscheidungen und wie man Fehler vermeidet. Notfall & Rettungsmedizin, 21(3):186-191.

Abstract

Diagnose- und Behandlungsfehler finden in der Medizin zunehmend Beachtung. Zu deren Verständnis ist die Betrachtung der zugrunde liegenden kognitiven Prozesse notwendig. Klinisches Denken und Entscheiden ist durch die gleichzeitige Aktivierung von zwei unterschiedlichen kognitiven Systemen charakterisiert, einem schnellen, intuitiven (System 1) und einem langsameren, systematisch-analytischem (Typ 2). In der Notfallmedizin haben Typ-1-Entscheidungen einen besonderen Stellenwert. Damit verbunden ist die Gefahr von resultierenden Verzerrungen („biases“). Fehlentscheidungen können auf verschiedene affektiv-emotionale und kognitive „biases“ zurückgeführt werden. Zusätzlich spielen Systemfehler eine wichtige Rolle (Arbeitsumfeld, Team- und Patientenfaktoren, limitierte Ressourcen). Mit Hilfe von Debiasing- und ROWS-Strategien (ROWS „rule out worst case scenarios“) auf der Ebene des individuellen Entscheidens sowie Feedback im Rahmen von Debriefing, Simulationstrainings auf Teamebene und durch Morbidity and Mortality Rounds (M&M-Konferenzen) sowie Critical Incident Reporting auf Systemebene (CIRS) lassen sich viele Fehler vermeiden.

Abstract

Diagnose- und Behandlungsfehler finden in der Medizin zunehmend Beachtung. Zu deren Verständnis ist die Betrachtung der zugrunde liegenden kognitiven Prozesse notwendig. Klinisches Denken und Entscheiden ist durch die gleichzeitige Aktivierung von zwei unterschiedlichen kognitiven Systemen charakterisiert, einem schnellen, intuitiven (System 1) und einem langsameren, systematisch-analytischem (Typ 2). In der Notfallmedizin haben Typ-1-Entscheidungen einen besonderen Stellenwert. Damit verbunden ist die Gefahr von resultierenden Verzerrungen („biases“). Fehlentscheidungen können auf verschiedene affektiv-emotionale und kognitive „biases“ zurückgeführt werden. Zusätzlich spielen Systemfehler eine wichtige Rolle (Arbeitsumfeld, Team- und Patientenfaktoren, limitierte Ressourcen). Mit Hilfe von Debiasing- und ROWS-Strategien (ROWS „rule out worst case scenarios“) auf der Ebene des individuellen Entscheidens sowie Feedback im Rahmen von Debriefing, Simulationstrainings auf Teamebene und durch Morbidity and Mortality Rounds (M&M-Konferenzen) sowie Critical Incident Reporting auf Systemebene (CIRS) lassen sich viele Fehler vermeiden.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Clinic and Policlinic for Internal Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Uncontrolled Keywords:Emergency Medicine
Language:German
Date:1 May 2018
Deposited On:12 Jun 2019 15:42
Last Modified:25 Sep 2019 00:36
Publisher:Springer
ISSN:1434-6222
OA Status:Closed
Publisher DOI:https://doi.org/10.1007/s10049-018-0427-6

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