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Interrogative, indefinite, relative kdo(r). Why Slovene is (not so) different


Sonnenhauser, Barbara (2019). Interrogative, indefinite, relative kdo(r). Why Slovene is (not so) different. Zeitschrift für Slavische Philologie, 75(1):151-181.

Abstract

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem slovenischen Relativpronomen ‚kdor‘, das im Unterschied zum adjektivischen Relativisierer ‚kateri‘ auf die Verwendung in freien und korrelativen Relativsätzen beschränkt ist. Auch zeigt es zunächst nicht die für Relativpronomen charakteristische Ambiguität mit interrogativem und indefinitem Gebrauch. Bei genauerer Betrachtung erweist sich jedoch die komplementäre Verteilung von ‚kdor‘ (relativ) und ‚kdo‘ (interrogativ, indefinit) als rein oberflächlich: in ‚kdor‘ als lexikalisierter Kombination aus dem ‚wh‘-Pronomen ‚kdo‘ und der Partikel ‚že‘ bleiben Funktionen von ‚že‘ erhalten, die typischerweise die indefinite Interpretation von Interrogativpronomen lizensieren. Damit maskiert die gegenwärtige Morphologie in gewisser Weise ‘ältere’ Syntax – und damit auch die zugrundeliegende Ambiguität des ‚wh‘-Pronomens ‚kdo‘. Diskutiert wird zudem die Beobachtung, dass sich die Verwendung von ‚kdor‘ erst gegen Ende des 18. Jh. durchzusetzen scheint und es auch in der slovenischen Grammatikschreibung nicht vor Beginn des 19. Jh. Erwähnung findet. Dies wird nicht als Ausweis einer sprachinternen Entwicklung interpretiert, sondern als Reflex des Normierungsprozesses auf Basis des Krainerischen. Diese zentralen Dialekte, die sich zusehends als Grundlage für die Standardisierung des Slovenischen durchsetzen, weisen ‚kdor‘ auf, während es in den östlichen Dialekten fehlt. In der Tat ist ‚kdor‘ auch bereits bei Trubar und Dalmatin (16. Jh.) anzutreffen; eine übergreifende, auf dem Krainerischen basierende Norm setzt sich jedoch erst ab Ende des 18. Jh. durch.

Abstract

Der Beitrag beschäftigt sich mit dem slovenischen Relativpronomen ‚kdor‘, das im Unterschied zum adjektivischen Relativisierer ‚kateri‘ auf die Verwendung in freien und korrelativen Relativsätzen beschränkt ist. Auch zeigt es zunächst nicht die für Relativpronomen charakteristische Ambiguität mit interrogativem und indefinitem Gebrauch. Bei genauerer Betrachtung erweist sich jedoch die komplementäre Verteilung von ‚kdor‘ (relativ) und ‚kdo‘ (interrogativ, indefinit) als rein oberflächlich: in ‚kdor‘ als lexikalisierter Kombination aus dem ‚wh‘-Pronomen ‚kdo‘ und der Partikel ‚že‘ bleiben Funktionen von ‚že‘ erhalten, die typischerweise die indefinite Interpretation von Interrogativpronomen lizensieren. Damit maskiert die gegenwärtige Morphologie in gewisser Weise ‘ältere’ Syntax – und damit auch die zugrundeliegende Ambiguität des ‚wh‘-Pronomens ‚kdo‘. Diskutiert wird zudem die Beobachtung, dass sich die Verwendung von ‚kdor‘ erst gegen Ende des 18. Jh. durchzusetzen scheint und es auch in der slovenischen Grammatikschreibung nicht vor Beginn des 19. Jh. Erwähnung findet. Dies wird nicht als Ausweis einer sprachinternen Entwicklung interpretiert, sondern als Reflex des Normierungsprozesses auf Basis des Krainerischen. Diese zentralen Dialekte, die sich zusehends als Grundlage für die Standardisierung des Slovenischen durchsetzen, weisen ‚kdor‘ auf, während es in den östlichen Dialekten fehlt. In der Tat ist ‚kdor‘ auch bereits bei Trubar und Dalmatin (16. Jh.) anzutreffen; eine übergreifende, auf dem Krainerischen basierende Norm setzt sich jedoch erst ab Ende des 18. Jh. durch.

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Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Slavonic Studies
08 Research Priority Programs > Language and Space
Dewey Decimal Classification:490 Other languages
410 Linguistics
Language:English
Date:2019
Deposited On:16 Aug 2019 14:00
Last Modified:07 Apr 2020 07:21
Publisher:Universitätsverlag Winter
ISSN:0044-3492
OA Status:Closed
Project Information:
  • : FunderSNSF
  • : Grant ID100015_162970
  • : Project TitleSprachbeschreibung als Filter und Prisma: Die ‘Individualität’ des Slovenischen

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