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Kritische Analyse von Schulprogrammen und der Balanced Scorecard am Beispiel der Steuerungssysteme für die Volksschulen im Kanton Zürich


Kohlstock, Barbara. Kritische Analyse von Schulprogrammen und der Balanced Scorecard am Beispiel der Steuerungssysteme für die Volksschulen im Kanton Zürich. 2014, University of Zurich, Faculty of Economics.

Abstract

Im Kanton Zürich (Schweiz) werden seit dem Schuljahr 2008/2009 alle Schulen geleitet. Die neu eingeführten Schulleitungen sind in Absprache mit dem Lehrkollegium sowie mit der lokalen Schulbehörde (Schulpflege) für die Steuerung ihrer Schulen zuständig, deren Grundlage das Volksschulgesetz von 2005 bildet. Dieses beruht auf einem Entwicklungsprozess, der im Zusammenhang mit den Bestrebungen rund um New Public Management steht. Die vielfältigen Herausforderungen der neuen schulischen Steuerung verdichten sich in der sogenannten Schulprogrammarbeit: Jede Schulleitung hat gemeinsam mit dem Lehrkollegium ein Schulprogramm auszuarbeiten. Darin sollen die pädagogischen Schwerpunkte definiert, Entwicklungsziele formuliert, die geplante Umsetzung aufgezeigt und Angaben zum diesbezüglichen Evaluationsprozess gemacht werden. Genehmigt wird das Programm abschliessend von der Schulpflege.
Mittels einer explorativen, qualitativen Mehrfallstudie werden in der vorliegenden Arbeit erstmals die Schulprogrammarbeit sowie die damit verbundene schulische Steuerung von fünf Schulen aus dem Kanton Zürich dokumentiert und ausgewertet. Dabei zeigt sich ein grosser Gestaltungsspielraum bezüglich der inhaltlichen Ausprägungen der Schulprogramme und der damit einhergehenden Steuerung. Die Schulen bekunden Mühe mit der Formulierung aussagekräftiger Ziele, der Wahl geeigneter Indikatoren, der zielgerichteten Umsetzung und der adäquaten Überprüfung, weshalb sich die ergebnisorientierte, von formellen Elementen dominierte Schulprogrammarbeit als problembehaftetes Steuerungsinstrument für die schulische Leistungssteuerung erweist. Gleichwohl gelingt es der Schulprogrammarbeit trotz aller Mängel, den Steuerungsprozess zumindest zu strukturieren und zu unterstützen.
Aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive werden diese Erkenntnisse hinsichtlich eines möglichen Beitrags der Balanced Scorecard (BSC) zur schulischen Steuerung geprüft. Die BSC kann sowohl strukturell als auch hinsichtlich ihrer Vorgehensweisen mit der Schulprogrammarbeit verglichen werden und wird überdies von verschiedenen Autorinnen und Autoren für den schulischen Einsatz empfohlen. Eine direkte Gegenüberstellung der beiden Ansätze zeigt jedoch, dass die BSC keine weiterführenden Einsichten zur Steuerung von Schulen im Kanton Zürich zu liefern vermag.
Basierend auf den Erkenntnissen zur Schulprogrammarbeit sowie zum aktuellen Forschungsstand der BSC wird für Schulen schliesslich ein umfassenderer, nicht rein ergebnisorientierter Steuerungsansatz gefordert, der in Ergänzung zu formellen Mechanismen auch informelle Elemente zu berücksichtigen hätte.
Summary In the Swiss Canton of Zurich, public schools have been run by principals only since 2008/2009. This newly established function encompasses the management of the individual schools in close collaboration with their teachers and the local school board (German: Schulpflege). This development in the state elementary education system is rooted in reforms in the wake of New Public Management which eventually led to a new legislation in 2005. Since then, public school management is based on a so-called school programme which is to be worked out by the principal together with the teaching staff, and to be authorised by the local school board. Each school programme sets out the pedagogical emphasis, strategic goals as well as aspects of implementation, and illustrates the related evaluation process.
Based on an explorative, qualitative multi-case study in five schools of the Canton of Zurich, school management and the respective school programmes are documented and analysed for the first time ever. The study reveals a wide range of formats and content-related aspects in the individual school programmes and the resulting management processes. Schools have difficulties formulating appropriate goals, finding corresponding indicators, managing implementation and defining adequate evaluation processes. It is for these reasons that a goal-oriented approach mainly based on formal elements, such as the school programme, is considered to be problematic in the context of educational governance. In spite of these deficiencies, school programmes still seem to help structure and support the management process.
From an economic perspective, these findings are contrasted with studies on the Balanced Scorecard (BSC). As they both share their structure, methods and procedures, the use of school programmes is comparable to the implementation of a BSC. Moreover, many authors explicitly recommend the use of the BSC in the educational context. However, the study yielded no further evidence for suchlike recommendations.
All things considered, the findings with respect to the implementation of school programmes in the Canton of Zurich and to the realization of Balanced Scorecards in educational contexts call for a holistic approach to educational governance which is not only goal-oriented but focuses on the complete management process and considers informal elements in addition to formal mechanisms.

Abstract

Im Kanton Zürich (Schweiz) werden seit dem Schuljahr 2008/2009 alle Schulen geleitet. Die neu eingeführten Schulleitungen sind in Absprache mit dem Lehrkollegium sowie mit der lokalen Schulbehörde (Schulpflege) für die Steuerung ihrer Schulen zuständig, deren Grundlage das Volksschulgesetz von 2005 bildet. Dieses beruht auf einem Entwicklungsprozess, der im Zusammenhang mit den Bestrebungen rund um New Public Management steht. Die vielfältigen Herausforderungen der neuen schulischen Steuerung verdichten sich in der sogenannten Schulprogrammarbeit: Jede Schulleitung hat gemeinsam mit dem Lehrkollegium ein Schulprogramm auszuarbeiten. Darin sollen die pädagogischen Schwerpunkte definiert, Entwicklungsziele formuliert, die geplante Umsetzung aufgezeigt und Angaben zum diesbezüglichen Evaluationsprozess gemacht werden. Genehmigt wird das Programm abschliessend von der Schulpflege.
Mittels einer explorativen, qualitativen Mehrfallstudie werden in der vorliegenden Arbeit erstmals die Schulprogrammarbeit sowie die damit verbundene schulische Steuerung von fünf Schulen aus dem Kanton Zürich dokumentiert und ausgewertet. Dabei zeigt sich ein grosser Gestaltungsspielraum bezüglich der inhaltlichen Ausprägungen der Schulprogramme und der damit einhergehenden Steuerung. Die Schulen bekunden Mühe mit der Formulierung aussagekräftiger Ziele, der Wahl geeigneter Indikatoren, der zielgerichteten Umsetzung und der adäquaten Überprüfung, weshalb sich die ergebnisorientierte, von formellen Elementen dominierte Schulprogrammarbeit als problembehaftetes Steuerungsinstrument für die schulische Leistungssteuerung erweist. Gleichwohl gelingt es der Schulprogrammarbeit trotz aller Mängel, den Steuerungsprozess zumindest zu strukturieren und zu unterstützen.
Aus wirtschaftswissenschaftlicher Perspektive werden diese Erkenntnisse hinsichtlich eines möglichen Beitrags der Balanced Scorecard (BSC) zur schulischen Steuerung geprüft. Die BSC kann sowohl strukturell als auch hinsichtlich ihrer Vorgehensweisen mit der Schulprogrammarbeit verglichen werden und wird überdies von verschiedenen Autorinnen und Autoren für den schulischen Einsatz empfohlen. Eine direkte Gegenüberstellung der beiden Ansätze zeigt jedoch, dass die BSC keine weiterführenden Einsichten zur Steuerung von Schulen im Kanton Zürich zu liefern vermag.
Basierend auf den Erkenntnissen zur Schulprogrammarbeit sowie zum aktuellen Forschungsstand der BSC wird für Schulen schliesslich ein umfassenderer, nicht rein ergebnisorientierter Steuerungsansatz gefordert, der in Ergänzung zu formellen Mechanismen auch informelle Elemente zu berücksichtigen hätte.
Summary In the Swiss Canton of Zurich, public schools have been run by principals only since 2008/2009. This newly established function encompasses the management of the individual schools in close collaboration with their teachers and the local school board (German: Schulpflege). This development in the state elementary education system is rooted in reforms in the wake of New Public Management which eventually led to a new legislation in 2005. Since then, public school management is based on a so-called school programme which is to be worked out by the principal together with the teaching staff, and to be authorised by the local school board. Each school programme sets out the pedagogical emphasis, strategic goals as well as aspects of implementation, and illustrates the related evaluation process.
Based on an explorative, qualitative multi-case study in five schools of the Canton of Zurich, school management and the respective school programmes are documented and analysed for the first time ever. The study reveals a wide range of formats and content-related aspects in the individual school programmes and the resulting management processes. Schools have difficulties formulating appropriate goals, finding corresponding indicators, managing implementation and defining adequate evaluation processes. It is for these reasons that a goal-oriented approach mainly based on formal elements, such as the school programme, is considered to be problematic in the context of educational governance. In spite of these deficiencies, school programmes still seem to help structure and support the management process.
From an economic perspective, these findings are contrasted with studies on the Balanced Scorecard (BSC). As they both share their structure, methods and procedures, the use of school programmes is comparable to the implementation of a BSC. Moreover, many authors explicitly recommend the use of the BSC in the educational context. However, the study yielded no further evidence for suchlike recommendations.
All things considered, the findings with respect to the implementation of school programmes in the Canton of Zurich and to the realization of Balanced Scorecards in educational contexts call for a holistic approach to educational governance which is not only goal-oriented but focuses on the complete management process and considers informal elements in addition to formal mechanisms.

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Additional indexing

Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Osterloh Margit, Scherer Andreas Georg
Communities & Collections:03 Faculty of Economics > Department of Business Administration
UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:330 Economics
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2014
Deposited On:27 Aug 2019 12:52
Last Modified:25 Aug 2020 14:43
Number of Pages:444
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod009898056&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)
Other Identification Number:merlin-id:9386

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