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Medikamentenunverträglichkeit bei Histaminintoleranz und Mastozytose: «facts and fictions»


Schmid-Grendelmeier, Peter; Schnyder, Benno (2019). Medikamentenunverträglichkeit bei Histaminintoleranz und Mastozytose: «facts and fictions». Therapeutische Umschau. Revue thérapeutique, 76(1):38-42.

Abstract

Zusammenfassung. Es gibt kaum Anhaltspunkte, dass sich Patienten mit vermuteter Histaminintoleranz im Vergleich zu Personen mit normaler Histaminverträglichkeit häufiger gegen Medikamente / Wirkstoffe sensibilisieren und häufiger spezifische allergische Reaktionen erleiden. Präklinische Daten legen aber nahe, dass bestimmte Medikamente mit dem Histamin-Stoffwechsel interagieren. Da Histamin im Körper über verschiedene Wege abgebaut werden kann, ist die klinische Relevanz dieser prä-klinischen Befunde unsicher. Klinisch validierte Listen mit Wirkstoffen, welche eine Histamin-Intoleranz induzieren oder verstärken, sind derzeit nicht verfügbar. Auch bei Mastozytose-Patienten ist gegenüber Patienten ohne Mastzellerkrankung eine Häufung von Sensibilisierungen und spezifischen Allergien auf Medikamente unwahrscheinlich. Aufgrund pathophysiologischer Überlegungen muss aber bei Mastozytose-Patienten mit verstärkten Soforttypreaktionen gerechnet werden. Auch ist vorstellbar, dass die Schwellen Dosis für unspezifische Soforttypreaktionen (Pseudoallergien) bei Mastzellerkrankungen gesenkt sein kann. Eine eigentliche Ausweitung von auslösenden Wirkstoffen ist dagegen wenig wahrscheinlich. Listen mit Wirkstoffen, welche bei Mastozytose-Patienten zu gehäuften anaphylaktischen / anaphylaktoiden Reaktionen führen sollen, sind klinisch kaum validiert. Eine kürzlich publizierte prospektive Provokationsstudie legt nahe, dass Intoleranz-Reaktionen auf nicht-steroidale Antirheumatika bei Mastozytose-Patienten gegenüber Mastzell-Gesunden kaum gehäuft sind.

Abstract

Zusammenfassung. Es gibt kaum Anhaltspunkte, dass sich Patienten mit vermuteter Histaminintoleranz im Vergleich zu Personen mit normaler Histaminverträglichkeit häufiger gegen Medikamente / Wirkstoffe sensibilisieren und häufiger spezifische allergische Reaktionen erleiden. Präklinische Daten legen aber nahe, dass bestimmte Medikamente mit dem Histamin-Stoffwechsel interagieren. Da Histamin im Körper über verschiedene Wege abgebaut werden kann, ist die klinische Relevanz dieser prä-klinischen Befunde unsicher. Klinisch validierte Listen mit Wirkstoffen, welche eine Histamin-Intoleranz induzieren oder verstärken, sind derzeit nicht verfügbar. Auch bei Mastozytose-Patienten ist gegenüber Patienten ohne Mastzellerkrankung eine Häufung von Sensibilisierungen und spezifischen Allergien auf Medikamente unwahrscheinlich. Aufgrund pathophysiologischer Überlegungen muss aber bei Mastozytose-Patienten mit verstärkten Soforttypreaktionen gerechnet werden. Auch ist vorstellbar, dass die Schwellen Dosis für unspezifische Soforttypreaktionen (Pseudoallergien) bei Mastzellerkrankungen gesenkt sein kann. Eine eigentliche Ausweitung von auslösenden Wirkstoffen ist dagegen wenig wahrscheinlich. Listen mit Wirkstoffen, welche bei Mastozytose-Patienten zu gehäuften anaphylaktischen / anaphylaktoiden Reaktionen führen sollen, sind klinisch kaum validiert. Eine kürzlich publizierte prospektive Provokationsstudie legt nahe, dass Intoleranz-Reaktionen auf nicht-steroidale Antirheumatika bei Mastozytose-Patienten gegenüber Mastzell-Gesunden kaum gehäuft sind.

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Item Type:Journal Article, refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Dermatology Clinic
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Scopus Subject Areas:Health Sciences > General Medicine
Uncontrolled Keywords:General Medicine
Language:German
Date:1 July 2019
Deposited On:17 Oct 2019 06:22
Last Modified:29 Jul 2020 11:28
Publisher:Hogrefe Verlag
ISSN:0040-5930
OA Status:Closed
Publisher DOI:https://doi.org/10.1024/0040-5930/a001058

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