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Das Redaktionsstatut als Dispositiv: Zum Begriff der Qualität im Journalismus am Beispiel der Neuen Zürcher Zeitung NZZ


Atasoy, Salvador. Das Redaktionsstatut als Dispositiv: Zum Begriff der Qualität im Journalismus am Beispiel der Neuen Zürcher Zeitung NZZ. 2019, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Journalismus und Qualität – die beiden Begriffe sind heute eng miteinander verknüpft. In einer Gesellschaft, in der Phänomene wie Fake-News, Live-Ticker oder Push-Meldungen den Medienwandel mitprägen und der Journalismus die Deutungshoheit über den öffentlichen Diskurs zumindest ansatzweise verloren hat, werden Werte wie Seriosität, Glaubwürdigkeit und Reputation zu Wettbewerbsvorteilen in einem hart umkämpften Markt. Das Wegbrechen der Werbeeinnahmen verlangt von Verlagen, dass sie ihre Ressourcen überdenken und dort investieren, wo sie sich ein Publikum und damit verbunden auch neue Einnahmen versprechen. Dass dies im Journalismus immer wieder auch zu Lasten der Qualität geht, wird heute von niemandem mehr bestritten. Journalismus und Qualität – das Zusammenspiel steht darum immer wieder zur Diskussion. Die vorliegende Arbeit befasst sich daher mit dem Begriff der Qualität im Journalismus anhand der ältesten noch erscheinenden Zeitung der Schweiz: Der Neuen Zürcher Zeitung, kurz NZZ. Sie versucht zu zeigen, dass Liberalismus, Gouvernementalität und Qualität im Schweizer Mediensystem in den vergangenen 100 Jahren interagiert haben, mehr noch, dass sie voneinander abhängig waren – und sind. Dem Begriff der Qualität kommt dabei weniger eine handwerkliche, sondern vor allem eine ideelle Bedeutung zu nämlich dann, wenn es um das Redaktionsstatut geht – als eine Art Dispositiv des medialen Diskurses. Oder anders gesagt: historisch gesehen hat der Begriff der journalistischen Qualität aus soziologischer Perspektive vor allem mit einer Haltung gegenüber Grundwerten zu tun – und weniger mit handwerklichen Fähigkeiten im Sinne von Qualitätsmerkmalen im Produktionsverlauf. In einer Zeit des Wandels bietet die Vergangenheit daher nicht nur die Erinnerung an ökonomisch ertragreichere Jahre, sondern auch eine mögliche die Chance, inhaltlich von einem Dispositiv zu profitieren, das den Begriff der Qualität im Journalismus mitgeprägt und für sich mit beansprucht. Es wäre eine Chance den wissenschaftlichen Begriff der journalistischen Qualität um ein Kapitel auszubauen, dass bisher keine Beachtung fand. Und eine Möglichkeit für Medienprodukte, ein wichtiges und bisweilen gar einzigartiges Unterscheidungsmerkmal in einem hart umkämpften Markt für sich zu beanspruchen und sich so weiter zu profilieren.

Abstract

Journalismus und Qualität – die beiden Begriffe sind heute eng miteinander verknüpft. In einer Gesellschaft, in der Phänomene wie Fake-News, Live-Ticker oder Push-Meldungen den Medienwandel mitprägen und der Journalismus die Deutungshoheit über den öffentlichen Diskurs zumindest ansatzweise verloren hat, werden Werte wie Seriosität, Glaubwürdigkeit und Reputation zu Wettbewerbsvorteilen in einem hart umkämpften Markt. Das Wegbrechen der Werbeeinnahmen verlangt von Verlagen, dass sie ihre Ressourcen überdenken und dort investieren, wo sie sich ein Publikum und damit verbunden auch neue Einnahmen versprechen. Dass dies im Journalismus immer wieder auch zu Lasten der Qualität geht, wird heute von niemandem mehr bestritten. Journalismus und Qualität – das Zusammenspiel steht darum immer wieder zur Diskussion. Die vorliegende Arbeit befasst sich daher mit dem Begriff der Qualität im Journalismus anhand der ältesten noch erscheinenden Zeitung der Schweiz: Der Neuen Zürcher Zeitung, kurz NZZ. Sie versucht zu zeigen, dass Liberalismus, Gouvernementalität und Qualität im Schweizer Mediensystem in den vergangenen 100 Jahren interagiert haben, mehr noch, dass sie voneinander abhängig waren – und sind. Dem Begriff der Qualität kommt dabei weniger eine handwerkliche, sondern vor allem eine ideelle Bedeutung zu nämlich dann, wenn es um das Redaktionsstatut geht – als eine Art Dispositiv des medialen Diskurses. Oder anders gesagt: historisch gesehen hat der Begriff der journalistischen Qualität aus soziologischer Perspektive vor allem mit einer Haltung gegenüber Grundwerten zu tun – und weniger mit handwerklichen Fähigkeiten im Sinne von Qualitätsmerkmalen im Produktionsverlauf. In einer Zeit des Wandels bietet die Vergangenheit daher nicht nur die Erinnerung an ökonomisch ertragreichere Jahre, sondern auch eine mögliche die Chance, inhaltlich von einem Dispositiv zu profitieren, das den Begriff der Qualität im Journalismus mitgeprägt und für sich mit beansprucht. Es wäre eine Chance den wissenschaftlichen Begriff der journalistischen Qualität um ein Kapitel auszubauen, dass bisher keine Beachtung fand. Und eine Möglichkeit für Medienprodukte, ein wichtiges und bisweilen gar einzigartiges Unterscheidungsmerkmal in einem hart umkämpften Markt für sich zu beanspruchen und sich so weiter zu profilieren.

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Additional indexing

Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Merz-Benz Peter-Ulrich, Eisenegger Mark
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Sociology
UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:2019
Deposited On:28 Nov 2019 10:20
Last Modified:19 Mar 2020 09:57
OA Status:Closed

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