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Stunde der Wahrheit? – Informationsansprüche der Erben im Kontext der Publizität des Grundbuchs


Arnet, Ruth; Schnierer, Anne Elisabeth (2019). Stunde der Wahrheit? – Informationsansprüche der Erben im Kontext der Publizität des Grundbuchs. In: Arnet, Ruth; Eitel, Paul; Jungo, Alexandra; Künzle, Hans Rainer. Der Mensch als Mass: Festschrift für Peter Breitschmid. Zürich: Schulthess, 221-236.

Abstract

Es ist eine Binsenwahrheit: Informationen zur vermögensrechtlichen Situation des Erblassers sind im Erbgang fundamental, denn ohne genaue Kenntnis der Aktiven und Passiven eines Nachlasses können die Erben weder erbrechtliche Ansprüche, etwa auf Erbteilung (Art. 604 ZGB), auf Ausgleichung (Art. 626 ff. ZGB) oder auf Herabsetzung (Art. 522 ff. ZGB), durchsetzen noch Prozesschancen zuverlässig prognostizieren. Jeder Erbe hat daher ein fundamentales Interesse an der möglichst umfassenden Einsicht in alle Informationsquellen zu den Vermögenswerten, an denen der Erblasser berechtigt war oder die er zu Lebzeiten entgeltlich oder unentgeltlich veräussert hat. Dabei erzeugt dieses Interesse nicht automatisch einen Anspruch auf Information; vielmehr besteht ein Spannungsverhältnis zwischen dem Informationsbedürfnis der Erben einer-seits und dem Schutz der Privatsphäre des Erblassers und weiterer Beteiligter anderer-seits. Im Kontext eines Erbganges ist eine unüberblickbare Anzahl möglicher Ausprägungen dieses Spannungsverhältnisses zwischen dem Informationsbedürfnis und dem Schutz der Privatsphäre denkbar. Dies führte in jüngerer Zeit zu einem wissenschaftlichen Diskurs über die Voraussetzungen und die Ausgestaltung der Informationsrechte der Erben, in dessen Kontext der hier zu ehrende PETER BREITSCHMID in bekannt pointierter Weise ein «Eichhörnchensyndrom» oder «Rabulistik» diagnostiziert hat, während andere Autoren in ihren Beiträgen bildhaft auf die Botanik («gesetzgeberisches Mauerblümchen») zurückgriffen oder die Geisterwelt beschwörten.

Abstract

Es ist eine Binsenwahrheit: Informationen zur vermögensrechtlichen Situation des Erblassers sind im Erbgang fundamental, denn ohne genaue Kenntnis der Aktiven und Passiven eines Nachlasses können die Erben weder erbrechtliche Ansprüche, etwa auf Erbteilung (Art. 604 ZGB), auf Ausgleichung (Art. 626 ff. ZGB) oder auf Herabsetzung (Art. 522 ff. ZGB), durchsetzen noch Prozesschancen zuverlässig prognostizieren. Jeder Erbe hat daher ein fundamentales Interesse an der möglichst umfassenden Einsicht in alle Informationsquellen zu den Vermögenswerten, an denen der Erblasser berechtigt war oder die er zu Lebzeiten entgeltlich oder unentgeltlich veräussert hat. Dabei erzeugt dieses Interesse nicht automatisch einen Anspruch auf Information; vielmehr besteht ein Spannungsverhältnis zwischen dem Informationsbedürfnis der Erben einer-seits und dem Schutz der Privatsphäre des Erblassers und weiterer Beteiligter anderer-seits. Im Kontext eines Erbganges ist eine unüberblickbare Anzahl möglicher Ausprägungen dieses Spannungsverhältnisses zwischen dem Informationsbedürfnis und dem Schutz der Privatsphäre denkbar. Dies führte in jüngerer Zeit zu einem wissenschaftlichen Diskurs über die Voraussetzungen und die Ausgestaltung der Informationsrechte der Erben, in dessen Kontext der hier zu ehrende PETER BREITSCHMID in bekannt pointierter Weise ein «Eichhörnchensyndrom» oder «Rabulistik» diagnostiziert hat, während andere Autoren in ihren Beiträgen bildhaft auf die Botanik («gesetzgeberisches Mauerblümchen») zurückgriffen oder die Geisterwelt beschwörten.

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Item Type:Book Section, refereed, original work
Communities & Collections:02 Faculty of Law > Institute of Legal Sciences > Civil Law
Dewey Decimal Classification:340 Law
Language:German
Date:2019
Deposited On:22 Jan 2020 12:40
Last Modified:02 Mar 2020 13:41
Publisher:Schulthess
ISBN:978-3-7255-7927-3
OA Status:Closed
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/permalink/f/5u2s2l/ebi01_prod011361562 (Library Catalogue)

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