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Wie aus Zorn Liebe wird: die Evolution Gottes


van Schaik, Carel; Michel, Kai (2019). Wie aus Zorn Liebe wird: die Evolution Gottes. In: Klempt, Eberhard. Explodierende Vielfalt : wie Komplexität entsteht. Berlin: Springer, 201-211.

Abstract

Wir zeichnen nach, auf welchen Wegen sich die kulturelle Evolution des Monotheismus vollzog. Die angeborenen Eigenarten des menschlichen Denkens bilden die Grundlage für die Entwicklung von Religionen. Dazu gehören unser Dualismus (der Geist ist unabhängig vom Körper) und unsere Neigung, alle Kausalität sozial, das heißt alle Ereignisse als Handlungen von Akteuren zu betrachten. Daraus resultiert der universell verbreitete Glaube an Geister und Ahnen, die als Verursacher all jener Geschehnisse gelten, deren Ursache den Menschen nicht einsichtig ist. Die neolithische Revolution zwang die Menschen dazu, neue Heuristiken zu entwickeln, um auf die neu in die Welt getretenen Epidemien und Katastrophen zu reagieren. Aufgrund historischer Zufälligkeiten führte dieses Set an biologischen und kulturellen Faktoren im alten Israel dazu, dass dort die Idee eines einzigen, für alles zuständigen Gottes entstand. Sie ermöglichte eine Systematik von Verhaltensvorschriften zu entwickeln, die darauf abzielte, die Gesellschaft vor Unheil zu bewahren. So lassen sich das moderne Judentum und das Christentum als spätere Anpassungen dieses Modells an die Realität und die Bedürfnisse der menschlichen Natur verstehen.

Abstract

Wir zeichnen nach, auf welchen Wegen sich die kulturelle Evolution des Monotheismus vollzog. Die angeborenen Eigenarten des menschlichen Denkens bilden die Grundlage für die Entwicklung von Religionen. Dazu gehören unser Dualismus (der Geist ist unabhängig vom Körper) und unsere Neigung, alle Kausalität sozial, das heißt alle Ereignisse als Handlungen von Akteuren zu betrachten. Daraus resultiert der universell verbreitete Glaube an Geister und Ahnen, die als Verursacher all jener Geschehnisse gelten, deren Ursache den Menschen nicht einsichtig ist. Die neolithische Revolution zwang die Menschen dazu, neue Heuristiken zu entwickeln, um auf die neu in die Welt getretenen Epidemien und Katastrophen zu reagieren. Aufgrund historischer Zufälligkeiten führte dieses Set an biologischen und kulturellen Faktoren im alten Israel dazu, dass dort die Idee eines einzigen, für alles zuständigen Gottes entstand. Sie ermöglichte eine Systematik von Verhaltensvorschriften zu entwickeln, die darauf abzielte, die Gesellschaft vor Unheil zu bewahren. So lassen sich das moderne Judentum und das Christentum als spätere Anpassungen dieses Modells an die Realität und die Bedürfnisse der menschlichen Natur verstehen.

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Item Type:Book Section, refereed, original work
Communities & Collections:07 Faculty of Science > Department of Anthropology
Dewey Decimal Classification:300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:1 January 2019
Deposited On:05 Feb 2020 14:31
Last Modified:05 Mar 2020 16:29
Publisher:Springer
ISBN:9783662583333
OA Status:Closed
Publisher DOI:https://doi.org/10.1007/978-3-662-58334-0_21

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