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Kindheitstraumatisierungen und Behandlungsergebnis nach stationärer Psychotherapie: Geschlechtsdifferenzieller Untersuchungsansatz


Spitzer, C; Masuhr, O; Jaeger, U; Euler, S (2019). Kindheitstraumatisierungen und Behandlungsergebnis nach stationärer Psychotherapie: Geschlechtsdifferenzieller Untersuchungsansatz. Psychotherapeut, 64(4):281-288.

Abstract

Kindheitstraumatisierungen sind Risikofaktoren für psychische Erkrankungen, steigern die Symptombelastung, verschlechtern den Krankheitsverlauf und beeinflussen das therapeutische Ansprechen. Die differenzielle Bedeutung einzelner Traumatisierungstypen in Kindheit und Jugend hinsichtlich der psychopathologischen Beeinträchtigung und des Therapieergebnisses ist bisher unzureichend untersucht. In dieser naturalistischen Studie an 831 stationären Psychotherapiepatienten wurde der differenzielle Einfluss verschiedener Kindheitstraumatisierungen auf die selbstberichtete Symptomlast und die interpersonalen Probleme zu Behandlungsbeginn und -ende analysiert. Frauen und Männer, die sich in der Symptomschwere und in der Häufigkeit von Kindheitstraumatisierungen unterscheiden, wurden getrennt untersucht. Bei Frauen und Männern erklärten Kindheitstraumatisierungen 12 % bzw. 16 % der Varianz der Symptombelastung bei Aufnahme; lediglich emotionaler Missbrauch hatte einen signifikanten und unabhängigen Einfluss auf die Schwere der psychopathologischen Beeinträchtigung. Hinsichtlich interpersonaler Probleme betrugen die Varianzaufklärungen 8 % resp. 13 %; emotionale Vernachlässigung erwies sich als weiterer relevanter Prädiktor. Kindheitstraumatisierungen wirkten sich auf das symptombezogene Behandlungsergebnis aus, nicht auf die Veränderungen der interpersonalen Probleme. Die Ergebnisse waren, abhängig von der Operationalisierung von Therapie(miss)erfolg und der Auswertungsstrategie, inkonsistent, was mit der z. T. widersprüchlichen Studienlage korrespondiert. Mögliche Hintergründe für diese Divergenzen werden diskutiert und die Relevanz einer differenzierten Betrachtung von Kindheitstraumatisierungen betont, um die Komplexität ihrer Auswirkungen und Korrelate angemessen abzubilden.

Abstract

Kindheitstraumatisierungen sind Risikofaktoren für psychische Erkrankungen, steigern die Symptombelastung, verschlechtern den Krankheitsverlauf und beeinflussen das therapeutische Ansprechen. Die differenzielle Bedeutung einzelner Traumatisierungstypen in Kindheit und Jugend hinsichtlich der psychopathologischen Beeinträchtigung und des Therapieergebnisses ist bisher unzureichend untersucht. In dieser naturalistischen Studie an 831 stationären Psychotherapiepatienten wurde der differenzielle Einfluss verschiedener Kindheitstraumatisierungen auf die selbstberichtete Symptomlast und die interpersonalen Probleme zu Behandlungsbeginn und -ende analysiert. Frauen und Männer, die sich in der Symptomschwere und in der Häufigkeit von Kindheitstraumatisierungen unterscheiden, wurden getrennt untersucht. Bei Frauen und Männern erklärten Kindheitstraumatisierungen 12 % bzw. 16 % der Varianz der Symptombelastung bei Aufnahme; lediglich emotionaler Missbrauch hatte einen signifikanten und unabhängigen Einfluss auf die Schwere der psychopathologischen Beeinträchtigung. Hinsichtlich interpersonaler Probleme betrugen die Varianzaufklärungen 8 % resp. 13 %; emotionale Vernachlässigung erwies sich als weiterer relevanter Prädiktor. Kindheitstraumatisierungen wirkten sich auf das symptombezogene Behandlungsergebnis aus, nicht auf die Veränderungen der interpersonalen Probleme. Die Ergebnisse waren, abhängig von der Operationalisierung von Therapie(miss)erfolg und der Auswertungsstrategie, inkonsistent, was mit der z. T. widersprüchlichen Studienlage korrespondiert. Mögliche Hintergründe für diese Divergenzen werden diskutiert und die Relevanz einer differenzierten Betrachtung von Kindheitstraumatisierungen betont, um die Komplexität ihrer Auswirkungen und Korrelate angemessen abzubilden.

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Other titles:Childhood trauma and treatment outcome after inpatient psychotherapy: Childhood trauma and treatment outcome after inpatient psychotherapy
Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > University Hospital Zurich > Klinik für Konsiliarpsychiatrie und Psychosomatik
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Scopus Subject Areas:Social Sciences & Humanities > Clinical Psychology
Language:English
Date:2019
Deposited On:19 Feb 2020 10:07
Last Modified:29 Jul 2020 14:42
Publisher:Springer
ISSN:0935-6185
OA Status:Closed
Publisher DOI:https://doi.org/10.1007/s00278-019-0360-2

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