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Das Gewicht der Schweiz: Eine quantitative Synthesestudie zum Body Mass Index und Bauchumfang sowie den damit verbundenen Kofaktoren bei erwachsenen Männern und Frauen in der Schweiz


Matthes, Katarina L; Floris, Joel; Hartmann, Christina; Burnier, Michel; Bochud, Murielle; Bührer, Thomas; Reber, Emilie; Stanga, Zeno; Gültekin, Nejla; Zwahlen, Marcel; Bender, Nicole; Staub, Kaspar (2020). Das Gewicht der Schweiz: Eine quantitative Synthesestudie zum Body Mass Index und Bauchumfang sowie den damit verbundenen Kofaktoren bei erwachsenen Männern und Frauen in der Schweiz. Zurich/Bern: Bundesamt für Gesundheit BAG.

Abstract

Übergewicht wird multifaktoriell verursacht und hat in der Schweiz seit den 1990er Jahren stark zugenommen. Eine breit abgestützte Untersuchung der involvierten Kofaktoren würde es ermöglichen, Risikofaktoren und damit auch Interventionsprogramme präziser als bisher zu definieren. Für die erwachsene Bevölkerung in der Schweiz wurden bisher die bestehenden gesamtschweizerischen bevölkerungsweiten Studien zu Übergewicht noch nie zusammengefasst in einer Synthesestudie ausgewertet. Wir haben alle uns bekannten gesamtschweizerischen und bevölkerungsbezogenen Studien aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Wirtschaft zusammengetragen, die auch Informationen über den Body Mass Index (BMI) sowie wenn möglich auch zu Bauchumfang/Taillenumfang (Waist Circumference, WC) und Waist-to-Height-Ratio (WHtR) enthielten. Eingeschlossen wurden die Nationale Ernährungserhebung Schweiz (menuCH, 2014/2015), die Schweizerischen Gesundheitsbefragungen 2012 und 2017, das Swiss Household Panel 2013-2017, die Schweizer Erhebung über Einkommen & Lebensbedingungen (SILC, 2017), das Swiss Food Panel (2010 und 2017) sowie der Swiss Survey on Salt Intake (2010/2011). Wir haben die mehrheitlich repräsentativen Datensätze nicht gepoolt, sondern mittels mixed multinomial logistic Regressionsanalysen übergreifende Gesamteffekte geschätzt. Zusätzlich haben wir die anthropometrischen Monitoring-Daten der Stellungspflichtigen 2019 vergleichend hinzugezogen. Grundsätzlich sind von zehn erwachsenen Menschen in der Schweiz rund drei Personen (31.7 %) von Übergewicht und rund eine Person (11.2 %) von Adipositas betroffen. Die Analyse der acht bevölkerungsbasierten Studien zeigt, dass die Kofaktoren Geschlecht, Alter, Bildung, Körperhöhe, Sprachregion und körperliche Aktivität signifikant mit dem BMI zusammenhängen. Betrachtet man auch die Kofaktoren, welche nicht in allen Studien erhoben worden sind, dann finden sich weitere signifikante Assoziationen zu Stadt/Land, Nationalität, Fleischkonsum, Konsum von Süssgetränken, Einhalt der Empfehlungen zu körperlicher Aktivität, selbsteingeschätztem Gesundheitszustand und Schlafstörungen. Die Daten der Stellungspflichtigen für die Armee decken sich in der Aussagerichtung weitgehend mit diesem Bild: Der BMI der jungen Schweizer Männer 2019 ist assoziiert mit Alter, Körperhöhe, Sprachregionen, Stadt/Land, sozioökonomischem Berufsstatus, sozioökonomischem Nachbarschaftsindex, Blutdruck und Leistung im Sporttest. Die vergleichende Analyse zwischen BMI, WC und WHtR in den beiden populationsbasierten Studien menuCH und Swiss Salt Survey sowie bei den Stellungspflichtigen zeigt einerseits eine weitgehende Kongruenz zwischen den anthropometrischen Massen auf, anderseits aber auch den Mehrwert des WHtR, welcher den WC relativiert zur Körperhöhe und zu mehr akzentuierten Koeffizienten führt. Unsere Resultate zur Bedeutung der Körperhöhe als relevanter Kofaktor bestätigen, dass es sich beider Prävention von Übergewicht gleich mehrfach lohnt, bereits im Kindesalter anzusetzen: Einerseits wird dadurch ein günstiger kindlicher Gesundheitsstatus (Balance zwischen Ernährung, Bewegung und Gesundheit) gefördert, welcher sich auch auf das Wachstum auswirkt, andererseits werden damit früh gesundheitsrelevante Verhaltensmuster erlernt (Ernährung, Schlaf, Bewegung), was ebenfalls bis ins Erwachsenenleben nachwirkt. Dieser Ansatz ist ganz im Sinne des Life Course Approach to Health, wie er beispielweise auch in der NCD-Strategie des Bundesrates eingeflossen ist. Weiter haben sich in unseren Modellen die soziodemografischen Faktoren als besonders wichtig herausgestellt. Zukünftige Studien sollten Interaktionen zwischen soziodemografischen Faktoren, Lebensstilfaktoren und Gesundheitsfaktoren, welche für einzelne Datensätze gut dokumentiert sind, ebenfalls im Sinne einer Synthese über verschiedene Datensätze hinweg untersuchen. Unsere Ergebnisse schlagen vor, dabei ein besonderes Augenmerk auf Süssgetränke, Schlafstörungen und den selbsteingeschätzten Gesundheitszustand zu legen.

Abstract

Übergewicht wird multifaktoriell verursacht und hat in der Schweiz seit den 1990er Jahren stark zugenommen. Eine breit abgestützte Untersuchung der involvierten Kofaktoren würde es ermöglichen, Risikofaktoren und damit auch Interventionsprogramme präziser als bisher zu definieren. Für die erwachsene Bevölkerung in der Schweiz wurden bisher die bestehenden gesamtschweizerischen bevölkerungsweiten Studien zu Übergewicht noch nie zusammengefasst in einer Synthesestudie ausgewertet. Wir haben alle uns bekannten gesamtschweizerischen und bevölkerungsbezogenen Studien aus den Bereichen Gesundheit, Ernährung und Wirtschaft zusammengetragen, die auch Informationen über den Body Mass Index (BMI) sowie wenn möglich auch zu Bauchumfang/Taillenumfang (Waist Circumference, WC) und Waist-to-Height-Ratio (WHtR) enthielten. Eingeschlossen wurden die Nationale Ernährungserhebung Schweiz (menuCH, 2014/2015), die Schweizerischen Gesundheitsbefragungen 2012 und 2017, das Swiss Household Panel 2013-2017, die Schweizer Erhebung über Einkommen & Lebensbedingungen (SILC, 2017), das Swiss Food Panel (2010 und 2017) sowie der Swiss Survey on Salt Intake (2010/2011). Wir haben die mehrheitlich repräsentativen Datensätze nicht gepoolt, sondern mittels mixed multinomial logistic Regressionsanalysen übergreifende Gesamteffekte geschätzt. Zusätzlich haben wir die anthropometrischen Monitoring-Daten der Stellungspflichtigen 2019 vergleichend hinzugezogen. Grundsätzlich sind von zehn erwachsenen Menschen in der Schweiz rund drei Personen (31.7 %) von Übergewicht und rund eine Person (11.2 %) von Adipositas betroffen. Die Analyse der acht bevölkerungsbasierten Studien zeigt, dass die Kofaktoren Geschlecht, Alter, Bildung, Körperhöhe, Sprachregion und körperliche Aktivität signifikant mit dem BMI zusammenhängen. Betrachtet man auch die Kofaktoren, welche nicht in allen Studien erhoben worden sind, dann finden sich weitere signifikante Assoziationen zu Stadt/Land, Nationalität, Fleischkonsum, Konsum von Süssgetränken, Einhalt der Empfehlungen zu körperlicher Aktivität, selbsteingeschätztem Gesundheitszustand und Schlafstörungen. Die Daten der Stellungspflichtigen für die Armee decken sich in der Aussagerichtung weitgehend mit diesem Bild: Der BMI der jungen Schweizer Männer 2019 ist assoziiert mit Alter, Körperhöhe, Sprachregionen, Stadt/Land, sozioökonomischem Berufsstatus, sozioökonomischem Nachbarschaftsindex, Blutdruck und Leistung im Sporttest. Die vergleichende Analyse zwischen BMI, WC und WHtR in den beiden populationsbasierten Studien menuCH und Swiss Salt Survey sowie bei den Stellungspflichtigen zeigt einerseits eine weitgehende Kongruenz zwischen den anthropometrischen Massen auf, anderseits aber auch den Mehrwert des WHtR, welcher den WC relativiert zur Körperhöhe und zu mehr akzentuierten Koeffizienten führt. Unsere Resultate zur Bedeutung der Körperhöhe als relevanter Kofaktor bestätigen, dass es sich beider Prävention von Übergewicht gleich mehrfach lohnt, bereits im Kindesalter anzusetzen: Einerseits wird dadurch ein günstiger kindlicher Gesundheitsstatus (Balance zwischen Ernährung, Bewegung und Gesundheit) gefördert, welcher sich auch auf das Wachstum auswirkt, andererseits werden damit früh gesundheitsrelevante Verhaltensmuster erlernt (Ernährung, Schlaf, Bewegung), was ebenfalls bis ins Erwachsenenleben nachwirkt. Dieser Ansatz ist ganz im Sinne des Life Course Approach to Health, wie er beispielweise auch in der NCD-Strategie des Bundesrates eingeflossen ist. Weiter haben sich in unseren Modellen die soziodemografischen Faktoren als besonders wichtig herausgestellt. Zukünftige Studien sollten Interaktionen zwischen soziodemografischen Faktoren, Lebensstilfaktoren und Gesundheitsfaktoren, welche für einzelne Datensätze gut dokumentiert sind, ebenfalls im Sinne einer Synthese über verschiedene Datensätze hinweg untersuchen. Unsere Ergebnisse schlagen vor, dabei ein besonderes Augenmerk auf Süssgetränke, Schlafstörungen und den selbsteingeschätzten Gesundheitszustand zu legen.

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Item Type:Published Research Report
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Institute of Evolutionary Medicine
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:2020
Deposited On:04 Dec 2020 12:38
Last Modified:23 Aug 2021 15:45
Publisher:Bundesamt für Gesundheit BAG
OA Status:Green
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:https://www.bag.admin.ch/dam/bag/de/dokumente/npp/forschungsberichte/forschungsberichte-e-und-b/schlussbericht-bmi.pdf.download.pdf/Schlussbericht%20BMI_V7.pdf

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