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Berufsverläufe : eine Längsschnittuntersuchung zur Bedeutung der Identitätsentwicklung im Jugendalter für die berufliche Laufbahn Erwachsener im Lebenslauf


Stuhlmann, Karin. Berufsverläufe : eine Längsschnittuntersuchung zur Bedeutung der Identitätsentwicklung im Jugendalter für die berufliche Laufbahn Erwachsener im Lebenslauf. 2009, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

According to Holland’s (1997) theory of vocational choices, congruence between personality and occupational environment makes possible optimal development of a person’s abilities and will result in fairly long-term satisfaction, motivation, and stable career path. Persons with a more advanced identity development – that is, people who are more aware of their interests and skills – are in addition better able to make more congruent career choices. This study tested these theses, following Marcia’s (1993) ego identity status model. The study data was from the longitudinal study, “Pathways from Late Childhood to Adulthood (LifE),” which provides data on the life courses of 1,527 persons from the age of 12 to 35. The study found that the pace of identity development depended upon duration of schooling: Persons who were in school for more years showed a less advanced occupational identity development. Also when controlling for this school system effect, identity development in adolescence predicted the continuity (discontinuity) of career course: Identity diffusion led to more career changes; identity foreclosure led to more constancy. In general, from the point of view of similarity among occupations, careers are characterized by marked continuity. After 20 years, 75% of the participants were still working in the same or only slightly different fields of work. If changes in the occupational field were made, they more frequently reflected status-related career than any subject-matter reorientation in the narrower sense. No associations could be demonstrated between the interplay of identity development and career choice and indicators of occupational success such as satisfaction or motivation. Apparently there are many routes to desired vocational situations.

Nach der psychologischen Passungstheorie von Holland (1997) ermöglicht die Kongruenz zwi- schen Berufstätigkeit und Persönlichkeit eine optimale Entfaltung der eigenen Fähigkeiten und verspricht dadurch längerfristig Zufriedenheit, Motivation und Stabilität im Beruf. Wer in seiner Identitätsentwicklung fortgeschritten ist, d.h. wem seine eigenen Neigungen und Fähigkeiten be- kannt sind, vermag sich zudem eher für eine kongruente Berufstätigkeit zu entscheiden. Diese Thesen werden in der vorliegenden Arbeit geprüft, wobei die Identitätsentwicklung nach dem Ego-Identity-Status-Modell von Marcia (1993) gefasst wird. Datengrundlage bildet die Längsschnittstudie „Lebensverläufe von der späten Kindheit ins frühe Erwachsenenalter“ (LifE), die 1527 Lebensverläufe vom 12. bis zum 35. Altersjahr umfasst. Es zeigt sich, dass das Tempo der Identitätsentwicklung von der Verweildauer im Schulsystem abhängt: Wer länger zur Schule geht, ist in der beruflichen Identitätsentwicklung weniger fortge- schritten. Auch unter Kontrolle dieses Bildungssystemeffekts lässt sich die (Dis-)Kontinuität von Berufsverläufen durch die Identitätsentwicklung im Jugendalter vorhersagen: Eine diffuse Identität führt zu mehr Wechseln, während ein festgelegter Status zu mehr Beständigkeit führt. Generell sind Laufbahnen unter dem Gesichtspunkt der psychologischen Verwandtschaft von Berufen von ausgeprägter Kontinuität gekennzeichnet. 75% der Befragten arbeiten nach 20 Jahren noch im selben Berufsfeld oder haben ihre Tätigkeit nur leicht modifiziert. Finden Berufsfeldwechsel statt, sind sie zudem häufiger Abbild der statusbezogenen Karriere als eine thematische Neuorientierung im engeren Sinne. Keine Zusammenhänge konnten zwischen dem Zusammenspiel von Identitätsentwicklung und Berufswahl mit beruflichen Erfolgsmerkmalen wie Zufriedenheit und Motivation nachgewiesen werden. Offenbar führen viele Wege zu erwünschten beruflichen Situationen.

Abstract

According to Holland’s (1997) theory of vocational choices, congruence between personality and occupational environment makes possible optimal development of a person’s abilities and will result in fairly long-term satisfaction, motivation, and stable career path. Persons with a more advanced identity development – that is, people who are more aware of their interests and skills – are in addition better able to make more congruent career choices. This study tested these theses, following Marcia’s (1993) ego identity status model. The study data was from the longitudinal study, “Pathways from Late Childhood to Adulthood (LifE),” which provides data on the life courses of 1,527 persons from the age of 12 to 35. The study found that the pace of identity development depended upon duration of schooling: Persons who were in school for more years showed a less advanced occupational identity development. Also when controlling for this school system effect, identity development in adolescence predicted the continuity (discontinuity) of career course: Identity diffusion led to more career changes; identity foreclosure led to more constancy. In general, from the point of view of similarity among occupations, careers are characterized by marked continuity. After 20 years, 75% of the participants were still working in the same or only slightly different fields of work. If changes in the occupational field were made, they more frequently reflected status-related career than any subject-matter reorientation in the narrower sense. No associations could be demonstrated between the interplay of identity development and career choice and indicators of occupational success such as satisfaction or motivation. Apparently there are many routes to desired vocational situations.

Nach der psychologischen Passungstheorie von Holland (1997) ermöglicht die Kongruenz zwi- schen Berufstätigkeit und Persönlichkeit eine optimale Entfaltung der eigenen Fähigkeiten und verspricht dadurch längerfristig Zufriedenheit, Motivation und Stabilität im Beruf. Wer in seiner Identitätsentwicklung fortgeschritten ist, d.h. wem seine eigenen Neigungen und Fähigkeiten be- kannt sind, vermag sich zudem eher für eine kongruente Berufstätigkeit zu entscheiden. Diese Thesen werden in der vorliegenden Arbeit geprüft, wobei die Identitätsentwicklung nach dem Ego-Identity-Status-Modell von Marcia (1993) gefasst wird. Datengrundlage bildet die Längsschnittstudie „Lebensverläufe von der späten Kindheit ins frühe Erwachsenenalter“ (LifE), die 1527 Lebensverläufe vom 12. bis zum 35. Altersjahr umfasst. Es zeigt sich, dass das Tempo der Identitätsentwicklung von der Verweildauer im Schulsystem abhängt: Wer länger zur Schule geht, ist in der beruflichen Identitätsentwicklung weniger fortge- schritten. Auch unter Kontrolle dieses Bildungssystemeffekts lässt sich die (Dis-)Kontinuität von Berufsverläufen durch die Identitätsentwicklung im Jugendalter vorhersagen: Eine diffuse Identität führt zu mehr Wechseln, während ein festgelegter Status zu mehr Beständigkeit führt. Generell sind Laufbahnen unter dem Gesichtspunkt der psychologischen Verwandtschaft von Berufen von ausgeprägter Kontinuität gekennzeichnet. 75% der Befragten arbeiten nach 20 Jahren noch im selben Berufsfeld oder haben ihre Tätigkeit nur leicht modifiziert. Finden Berufsfeldwechsel statt, sind sie zudem häufiger Abbild der statusbezogenen Karriere als eine thematische Neuorientierung im engeren Sinne. Keine Zusammenhänge konnten zwischen dem Zusammenspiel von Identitätsentwicklung und Berufswahl mit beruflichen Erfolgsmerkmalen wie Zufriedenheit und Motivation nachgewiesen werden. Offenbar führen viele Wege zu erwünschten beruflichen Situationen.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Fend Helmut, Schallberger Urs
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:370 Education
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2009
Deposited On:27 Jun 2009 09:43
Last Modified:24 Sep 2019 16:10
Number of Pages:237
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005817623&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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