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Mediennutzung und persönliche Themenagenda – wie das Newsrepertoire die Wahrnehmung von Kommunikationsereignissen prägt


Schneider, Jörg; Eisenegger, Mark (2020). Mediennutzung und persönliche Themenagenda – wie das Newsrepertoire die Wahrnehmung von Kommunikationsereignissen prägt. Zürich: fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/UZH.

Abstract

Seit mehreren Jahren untersucht das fög - Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich die Entwicklung der Newsrepertoires in der Schweiz. Newsrepertoires geben darüber Auskunft, welche Medien eine Person typischerweise nutzt, um sich über das aktuelle Geschehen zu informieren. Das aktuelle Geschehen wird anhand von Kommunikationsereignissen erfasst. Kommunikationsereignisse ergeben sich, wenn Medien aus aktuellem Anlass über einen gewissen Zeitraum hinweg über ein Thema berichten. Die persönliche Themenagenda, also die Zusammenstellung von Kommunikationsereignissen, die eine Person wahrnimmt und als wichtig erachtet, ist wesentlich von ihrem Newsrepertoire geprägt. Repertoiretypen der «Old World», die sich in ihrem Newskonsum vor allem auf traditionelle Nachrichtenmedien abstützen, haben Themenagenden, die nur wenig von der durchschnittlichen Themenagenda der Gesamtbevölkerung abweichen. Die Repertoiretypen der «New World», die vor allem durch die Nutzung von Onlinemedien und Social Media gekennzeichnet sind, zeigen dagegen grössere Abweichungen von der Themenagenda der Gesamtbevölkerung. Während «Intensivnutzer/innen» oft komplexe politische und wirtschaftliche Debatten auf ihrer Agenda haben, sind «Global Surfer» von der nationalen Politikagenda weitgehend abgekoppelt und nehmen eher internationale Kommunikationsereignisse wahr. Die Themenagenden der «News-Deprivierten», also der Mediennutzerinnen und -nutzer mit einem unterdurchschnittlichen Newskonsum, weisen typischerweise folgende Merkmale auf: hoher Softnewsgehalt, hoher Anteil an emotionalen und bedrohlichen Themen sowie personalisierte Kommunikationsereignisse. Es wird aber deutlich, dass die «News-Deprivierten» für gesellschaftspolitisch relevante Themen keineswegs verloren sind. Sie haben eine starke Affinität zu Kommunikationsereignissen mit Bewegungscharakter wie «Fridays for Future» oder die #MeToo-Debatte. Themen aus der eigenen Lebenswelt, die mit Identifikationsfiguren verbunden sind, haben das Potenzial, «News-Deprivierte» für das politische Geschehen zu interessieren.

Abstract

Seit mehreren Jahren untersucht das fög - Forschungszentrum Öffentlichkeit und Gesellschaft der Universität Zürich die Entwicklung der Newsrepertoires in der Schweiz. Newsrepertoires geben darüber Auskunft, welche Medien eine Person typischerweise nutzt, um sich über das aktuelle Geschehen zu informieren. Das aktuelle Geschehen wird anhand von Kommunikationsereignissen erfasst. Kommunikationsereignisse ergeben sich, wenn Medien aus aktuellem Anlass über einen gewissen Zeitraum hinweg über ein Thema berichten. Die persönliche Themenagenda, also die Zusammenstellung von Kommunikationsereignissen, die eine Person wahrnimmt und als wichtig erachtet, ist wesentlich von ihrem Newsrepertoire geprägt. Repertoiretypen der «Old World», die sich in ihrem Newskonsum vor allem auf traditionelle Nachrichtenmedien abstützen, haben Themenagenden, die nur wenig von der durchschnittlichen Themenagenda der Gesamtbevölkerung abweichen. Die Repertoiretypen der «New World», die vor allem durch die Nutzung von Onlinemedien und Social Media gekennzeichnet sind, zeigen dagegen grössere Abweichungen von der Themenagenda der Gesamtbevölkerung. Während «Intensivnutzer/innen» oft komplexe politische und wirtschaftliche Debatten auf ihrer Agenda haben, sind «Global Surfer» von der nationalen Politikagenda weitgehend abgekoppelt und nehmen eher internationale Kommunikationsereignisse wahr. Die Themenagenden der «News-Deprivierten», also der Mediennutzerinnen und -nutzer mit einem unterdurchschnittlichen Newskonsum, weisen typischerweise folgende Merkmale auf: hoher Softnewsgehalt, hoher Anteil an emotionalen und bedrohlichen Themen sowie personalisierte Kommunikationsereignisse. Es wird aber deutlich, dass die «News-Deprivierten» für gesellschaftspolitisch relevante Themen keineswegs verloren sind. Sie haben eine starke Affinität zu Kommunikationsereignissen mit Bewegungscharakter wie «Fridays for Future» oder die #MeToo-Debatte. Themen aus der eigenen Lebenswelt, die mit Identifikationsfiguren verbunden sind, haben das Potenzial, «News-Deprivierte» für das politische Geschehen zu interessieren.

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Item Type:Scientific Publication in Electronic Form
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Communication and Media Research
06 Faculty of Arts > Institute for Research on the Public Sphere and Society
Dewey Decimal Classification:700 Arts
Editors:fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/UZH -
Language:German
Date:October 2020
Deposited On:09 Feb 2021 16:08
Last Modified:23 Feb 2021 13:57
Publisher:fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/UZH
Series Name:Qualität der Medien
Number of Pages:14
ISSN:1664-4131
Additional Information:Herausgegeben vom fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/Universität Zürich im Auftrag der Kurt Imhof Stiftung für Medienqualität, Zürich
OA Status:Green
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:http://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:a5abedaf-b325-4c85-8096-bb5bd072d641/Studie_06_2020.pdf

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