Header

UZH-Logo

Maintenance Infos

Wahn der Gewissheit. Amerikanische Paranoia, amerikanisches Kino


Binotto, Johannes (2020). Wahn der Gewissheit. Amerikanische Paranoia, amerikanisches Kino. Filmbulletin: Zeitschrift für Film und Kino, (389):4-13.

Abstract

Die Angst geht um im Land. Wieder einmal und mehr denn je. Sogar der Präsident spricht von Verschwörungen und verbreitet dabei selber gezielt Lügen. Derweil formieren sich seine radikalsten Anhänger_innen und bereiten sich auf einen möglichen Bürgerkrieg vor. Sie lassen Theorien darüber kursieren, dass die politische Elite von Schattenmächten eingesetzt, von finanzstarken Geheimbünden aufgekauft, wenn nicht gar von ausserirdischen Mächten gesteuert ist, die in Militärlabors Viren entwickeln, damit die Bevölkerung erst verängstigt und dann bei einer Impfung mit einem Mikrochip versehen werden kann, der sie vollends überwachbar machen soll.

Das Land sind die USA, die Zeit ist die Gegenwart, und was nach dem Stoff für einen reichlich abstrusen Science-Fiction-Film klingt, wird in diesem Augenblick in Onlineforen und sozialen Netzwerken auch bei uns von manchen als angebliche Fakten herumgereicht. Was als Verschwörungsfantasie herumgeistert, imitiert und überbietet noch, worüber man einst auf der Leinwand den Kopf geschüttelt hätte.

Was mal Kino war, scheint Realität geworden zu sein. Dass man aus den Ängsten der Gegenwart in Zukunft selbst wieder neues Kino machen kann, werden wir sehen. Reale und filmische Paranoia bildeten schon immer eine Feedbackschleife. Eben deswegen lohnt sich der Blick auf die Paranoia im amerikanischen Kino. Dieser ist nicht nur filmhistorisch faszinierend, sondern auch ganz akut brisant, weil er uns einen Schlüssel bietet zum Verständnis nicht nur einer aktuell oft unverständlichen Nation, deren Verschwörungsängste längst nach Europa geschwappt sind. Es lässt sich zudem zeigen, dass vielleicht gerade diese Filme auch einen Ausweg aus der Verschwörungsangst bergen.

Abstract

Die Angst geht um im Land. Wieder einmal und mehr denn je. Sogar der Präsident spricht von Verschwörungen und verbreitet dabei selber gezielt Lügen. Derweil formieren sich seine radikalsten Anhänger_innen und bereiten sich auf einen möglichen Bürgerkrieg vor. Sie lassen Theorien darüber kursieren, dass die politische Elite von Schattenmächten eingesetzt, von finanzstarken Geheimbünden aufgekauft, wenn nicht gar von ausserirdischen Mächten gesteuert ist, die in Militärlabors Viren entwickeln, damit die Bevölkerung erst verängstigt und dann bei einer Impfung mit einem Mikrochip versehen werden kann, der sie vollends überwachbar machen soll.

Das Land sind die USA, die Zeit ist die Gegenwart, und was nach dem Stoff für einen reichlich abstrusen Science-Fiction-Film klingt, wird in diesem Augenblick in Onlineforen und sozialen Netzwerken auch bei uns von manchen als angebliche Fakten herumgereicht. Was als Verschwörungsfantasie herumgeistert, imitiert und überbietet noch, worüber man einst auf der Leinwand den Kopf geschüttelt hätte.

Was mal Kino war, scheint Realität geworden zu sein. Dass man aus den Ängsten der Gegenwart in Zukunft selbst wieder neues Kino machen kann, werden wir sehen. Reale und filmische Paranoia bildeten schon immer eine Feedbackschleife. Eben deswegen lohnt sich der Blick auf die Paranoia im amerikanischen Kino. Dieser ist nicht nur filmhistorisch faszinierend, sondern auch ganz akut brisant, weil er uns einen Schlüssel bietet zum Verständnis nicht nur einer aktuell oft unverständlichen Nation, deren Verschwörungsängste längst nach Europa geschwappt sind. Es lässt sich zudem zeigen, dass vielleicht gerade diese Filme auch einen Ausweg aus der Verschwörungsangst bergen.

Statistics

Additional indexing

Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > English Department
Dewey Decimal Classification:820 English & Old English literatures
Uncontrolled Keywords:Paranoia, Verschwörungstheorie, conspiracy theory, psychoanalysis, psychiatry, film studies, cultural studies, american studies, Richard Hofstadter, Eugen Bleuler
Language:German
Date:2020
Deposited On:19 Feb 2021 08:52
Last Modified:19 Feb 2021 08:52
Publisher:Filmbulletin
ISSN:0257-7852
OA Status:Closed

Download

Full text not available from this repository.
Get full-text in a library