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Wahrnehmung von Desinformation in der Schweiz


Vogler, Daniel; Schwaiger, Lisa; Rauchfleisch, Adrian; Marschlich, Sarah; Siegen, Dario; Udris, Linards; Eisenegger, Mark; Schneider, Jörg (2021). Wahrnehmung von Desinformation in der Schweiz. Zürich: Schwabe.

Abstract

Absichtlich verbreitete Falschinformationen, kurz als «Desinformation» bezeichnet, sind ein ernst zu nehmendes Problem für die Gesellschaft. Sie sind eine grosse Herausforderung für Demokratien und damit auch für den Informationsjournalismus. Vor allem über Social-Media-Plattformen und Messenger-Dienste können sich desinformative Inhalte rasch und an eine grosse Anzahl von Nutzer:innen verbreiten. Die vorliegende Studie fragt vor diesem Hintergrund, inwiefern Menschen in der Schweiz Desinformation als Problem wahrnehmen, welche Kanäle und Urheber:innen sie als Ursprung von Desinformation identifizieren und wie sie mit desinformativen Inhalten umgehen. Dazu wurde eine repräsentative Befragung von erwachsenen Personen in der Schweiz durchgeführt. Insgesamt zeigen die Resultate in Bezug auf die Problemwahrnehmung ein ambivalentes Bild: Einerseits schätzt fast die Hälfte der Befragten (49%) Desinformation als ein grosses oder sehr grosses Problem ein. Andererseits beurteilt eine knappe Mehrheit (51%) das Problem als nicht besonders gefährlich. Menschen in der Schweiz stossen nach eigenen Angaben vor allem in den sozialen Medien (62%), in Messenger-Apps (28%) und in alternativen Medien (39%) auf Falschinformationen. Professionelle Informationsmedien – allen voran Radio (5%), gedruckte Zeitungen (11%) und Fernsehen (13%) – werden hingegen deutlich weniger als Quellen von desinformativen Inhalten bezeichnet. Nach den konkreten Schäden befragt, die Desinformation nach sich ziehen kann, werden die Bewältigung von Krisen und das Vertrauen in die Medien und die Politik als die anfälligsten Bereiche genannt. Zudem zeigt die Studie, dass sich die Bevölkerung in der Schweiz im Umgang mit Falschinformationen überwiegend als kompetent einschätzt. Um potenzielle Falschinformationen zu prüfen, nutzen die Befragten vornehmlich die Seiten von Bund und Behörden, von journalistischen Medien sowie Google. Bei identifizierten Falschinformationen reagieren sie gemäss Selbstauskunft häufig mit einem aufklärenden Verhalten, beispielsweise, indem sie ihr Umfeld informieren oder indem sie die Quelle von Desinformation blockieren. Zusammengefasst zeigt sich, dass die Menschen in der Schweiz dem Thema Desinformation aktuell eine erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Das ist eine Chance, um die Bevölkerung für die Problematik weiter zu sensibilisieren und einen kritischen Umgang mit desinformativen Inhalten und Quellen zu fördern.

Abstract

Absichtlich verbreitete Falschinformationen, kurz als «Desinformation» bezeichnet, sind ein ernst zu nehmendes Problem für die Gesellschaft. Sie sind eine grosse Herausforderung für Demokratien und damit auch für den Informationsjournalismus. Vor allem über Social-Media-Plattformen und Messenger-Dienste können sich desinformative Inhalte rasch und an eine grosse Anzahl von Nutzer:innen verbreiten. Die vorliegende Studie fragt vor diesem Hintergrund, inwiefern Menschen in der Schweiz Desinformation als Problem wahrnehmen, welche Kanäle und Urheber:innen sie als Ursprung von Desinformation identifizieren und wie sie mit desinformativen Inhalten umgehen. Dazu wurde eine repräsentative Befragung von erwachsenen Personen in der Schweiz durchgeführt. Insgesamt zeigen die Resultate in Bezug auf die Problemwahrnehmung ein ambivalentes Bild: Einerseits schätzt fast die Hälfte der Befragten (49%) Desinformation als ein grosses oder sehr grosses Problem ein. Andererseits beurteilt eine knappe Mehrheit (51%) das Problem als nicht besonders gefährlich. Menschen in der Schweiz stossen nach eigenen Angaben vor allem in den sozialen Medien (62%), in Messenger-Apps (28%) und in alternativen Medien (39%) auf Falschinformationen. Professionelle Informationsmedien – allen voran Radio (5%), gedruckte Zeitungen (11%) und Fernsehen (13%) – werden hingegen deutlich weniger als Quellen von desinformativen Inhalten bezeichnet. Nach den konkreten Schäden befragt, die Desinformation nach sich ziehen kann, werden die Bewältigung von Krisen und das Vertrauen in die Medien und die Politik als die anfälligsten Bereiche genannt. Zudem zeigt die Studie, dass sich die Bevölkerung in der Schweiz im Umgang mit Falschinformationen überwiegend als kompetent einschätzt. Um potenzielle Falschinformationen zu prüfen, nutzen die Befragten vornehmlich die Seiten von Bund und Behörden, von journalistischen Medien sowie Google. Bei identifizierten Falschinformationen reagieren sie gemäss Selbstauskunft häufig mit einem aufklärenden Verhalten, beispielsweise, indem sie ihr Umfeld informieren oder indem sie die Quelle von Desinformation blockieren. Zusammengefasst zeigt sich, dass die Menschen in der Schweiz dem Thema Desinformation aktuell eine erhöhte Aufmerksamkeit schenken. Das ist eine Chance, um die Bevölkerung für die Problematik weiter zu sensibilisieren und einen kritischen Umgang mit desinformativen Inhalten und Quellen zu fördern.

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Item Type:Published Research Report
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Department of Communication and Media Research
06 Faculty of Arts > Institute for Research on the Public Sphere and Society
08 Research Priority Programs > Digital Society Initiative
Dewey Decimal Classification:070 News media, journalism & publishing
Language:German
Date:2021
Deposited On:29 Dec 2021 09:05
Last Modified:13 Mar 2024 14:50
Publisher:Schwabe
Series Name:Jahrbuch Qualität der Medien
ISSN:1664-4131
Additional Information:Diese Studie wurde vom Bundesamt für Kommunikation (BAKOM) und von der Stiftung Avenira gefördert.
OA Status:Green
Free access at:Official URL. An embargo period may apply.
Official URL:https://www.foeg.uzh.ch/dam/jcr:96eb88c7-f0a2-4fc8-8fc2-6591e39195fa/Studie_01_2021.pdf
  • Content: Published Version
  • Language: German