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Wahnsinns Sprache! Eine qualitative Untersuchung zur kommunikativen Darstellung von Wahn im Gespräch


Maatz, Anke; Ilg, Yvonne; Wiemer, Henrike; Kleiner, Rahel; Hofmann, Julian; Schmid, Anja; Hoff, Paul (2022). Wahnsinns Sprache! Eine qualitative Untersuchung zur kommunikativen Darstellung von Wahn im Gespräch. Der Nervenarzt, 93(7):713-719.

Abstract

Hintergrund

Über Wahn zu sprechen gilt allgemein als schwierig, ist aber wesentlich in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und für den Recovery-Prozess.
Material und Methoden

Ausgehend von der Annahme, dass trotz aller Schwierigkeiten vielfältige Ressourcen für die kommunikative Darstellung von Wahn bestehen und kompetent genutzt werden, präsentieren wir in diesem Artikel die gesprächsanalytische Untersuchung zweier narrativer Interviews, in denen über Wahnerfahrungen gesprochen wird. Der Fokus unserer Untersuchung liegt dabei auf dem Wie des Erzählens, weiterhin beachten wir insbesondere die kommunikative Interaktion.
Ergebnisse

Wir zeigen, dass die beiden Sprecher:innen durch Pausen, Abbrüche und Reformulierungen, durch Aushandlung des sog. „common ground“ und durch die Verwendung metaphorischer Ausdrücke vielfältige Aspekte des Wahnerlebens vermitteln. Dabei geht das, was sie auf diese Art zum Ausdruck bringen, weit über das, was sie inhaltlich beschreiben, hinaus.
Diskussion

Diese beispielhaft herausgearbeiteten kommunikativen Strategien können eine Hilfestellung für andere sein, sich der Herausforderung, über Wahn zu sprechen, leichter zu stellen – nicht im Sinne normativer Empfehlungen, sondern im Sinne von Anregung, Sichtbarmachen von Ressourcen und Ermutigung.
=
Background

Communicating about delusions is generally considered a challenging task.
Material and methods

Assuming that there are nevertheless a variety of communicative resources competently employed to meet this challenge, the authors present a conversation analytic study of two narrative interviews in which people talk about their experience of delusions.
Results

It is shown that through pauses, breaks, reformulations, negotiations of the so-called common ground and the use of metaphoric speech, they succeed in conveying many aspects of the experience of delusions that cannot simply be described in terms of content.
Conclusions

These examples of communicative strategies can be a resource for others and encourage mental health professionals and users alike to engage in conversations on delusions.

Abstract

Hintergrund

Über Wahn zu sprechen gilt allgemein als schwierig, ist aber wesentlich in der psychiatrisch-psychotherapeutischen Behandlung und für den Recovery-Prozess.
Material und Methoden

Ausgehend von der Annahme, dass trotz aller Schwierigkeiten vielfältige Ressourcen für die kommunikative Darstellung von Wahn bestehen und kompetent genutzt werden, präsentieren wir in diesem Artikel die gesprächsanalytische Untersuchung zweier narrativer Interviews, in denen über Wahnerfahrungen gesprochen wird. Der Fokus unserer Untersuchung liegt dabei auf dem Wie des Erzählens, weiterhin beachten wir insbesondere die kommunikative Interaktion.
Ergebnisse

Wir zeigen, dass die beiden Sprecher:innen durch Pausen, Abbrüche und Reformulierungen, durch Aushandlung des sog. „common ground“ und durch die Verwendung metaphorischer Ausdrücke vielfältige Aspekte des Wahnerlebens vermitteln. Dabei geht das, was sie auf diese Art zum Ausdruck bringen, weit über das, was sie inhaltlich beschreiben, hinaus.
Diskussion

Diese beispielhaft herausgearbeiteten kommunikativen Strategien können eine Hilfestellung für andere sein, sich der Herausforderung, über Wahn zu sprechen, leichter zu stellen – nicht im Sinne normativer Empfehlungen, sondern im Sinne von Anregung, Sichtbarmachen von Ressourcen und Ermutigung.
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Background

Communicating about delusions is generally considered a challenging task.
Material and methods

Assuming that there are nevertheless a variety of communicative resources competently employed to meet this challenge, the authors present a conversation analytic study of two narrative interviews in which people talk about their experience of delusions.
Results

It is shown that through pauses, breaks, reformulations, negotiations of the so-called common ground and the use of metaphoric speech, they succeed in conveying many aspects of the experience of delusions that cannot simply be described in terms of content.
Conclusions

These examples of communicative strategies can be a resource for others and encourage mental health professionals and users alike to engage in conversations on delusions.

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Other titles:Incredible language! A qualitative investigation of conversations about delusions
Item Type:Journal Article, refereed, further contribution
Communities & Collections:04 Faculty of Medicine > Psychiatric University Hospital Zurich > Clinic for Psychiatry, Psychotherapy, and Psychosomatics
06 Faculty of Arts > Institute of Philosophy
06 Faculty of Arts > Institute of German Studies
Special Collections > Centers of Competence > Competence Centre Language and Medicine Zurich
Dewey Decimal Classification:610 Medicine & health
Language:German
Date:1 July 2022
Deposited On:07 Jan 2022 10:07
Last Modified:27 Mar 2024 03:04
Publisher:Springer
ISSN:0028-2804
OA Status:Closed
Publisher DOI:https://doi.org/10.1007/s00115-021-01246-2
PubMed ID:34984490
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