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Rückzug aus Kalkül: das Palastkaisertum im Weströmischen Reich unter Honorius


Maier, Felix K (2021). Rückzug aus Kalkül: das Palastkaisertum im Weströmischen Reich unter Honorius. Historische Zeitschrift, 313:300-330.

Abstract

Im Jahr 395 wurde der zehnjährige Honorius Kaiser des Weströmischen Reiches. Honorius verbrachte die meiste Zeit seiner Herrschaft zurückgezogen im Palast und überließ seinen Heermeistern die Kommandogewalt bei militärischen Operationen. In der Forschung hat man die Regierungsphase des Honorius oft als Symptom für einen Niedergang angesehen. Das neu entstandene Palastkaisertum habe den Machtkämpfen am Hof und innerhalb des Reiches Vorschub geleistet und die Zentralgewalt sukzessive ausgehöhlt, so dass Rom – vor allem im Westen – den Bedrohungen an der Reichsgrenze schutzlos ausgeliefert gewesen sei. Die vorliegende Studie wendet sich gegen eine solche Sichtweise und argumentiert stattdessen, dass das Palastkaisertum des Honorius nicht dem jungen Alter des Kaisers geschuldet war und auch nicht den Niedergang des Weströmischen Reiches einläutete; das vermeintlich ,passive‘ Regieren stellte vielmehr eine adäquate Reaktion auf die komplexen außen- und innenpolitischen Herausforderungen der Zeit dar und trug zu einer Stabilisierung der Verhältnisse bei. Die Konsolidierung der Zentralgewalt erfolgte nicht über herkömmliche, traditionelle und geradezu stereotype Manifestationen von Macht, sondern durch die Kombination aus scheinbar diskreditierenden Faktoren und paradox anmutender Entwicklungen.

Abstract

Im Jahr 395 wurde der zehnjährige Honorius Kaiser des Weströmischen Reiches. Honorius verbrachte die meiste Zeit seiner Herrschaft zurückgezogen im Palast und überließ seinen Heermeistern die Kommandogewalt bei militärischen Operationen. In der Forschung hat man die Regierungsphase des Honorius oft als Symptom für einen Niedergang angesehen. Das neu entstandene Palastkaisertum habe den Machtkämpfen am Hof und innerhalb des Reiches Vorschub geleistet und die Zentralgewalt sukzessive ausgehöhlt, so dass Rom – vor allem im Westen – den Bedrohungen an der Reichsgrenze schutzlos ausgeliefert gewesen sei. Die vorliegende Studie wendet sich gegen eine solche Sichtweise und argumentiert stattdessen, dass das Palastkaisertum des Honorius nicht dem jungen Alter des Kaisers geschuldet war und auch nicht den Niedergang des Weströmischen Reiches einläutete; das vermeintlich ,passive‘ Regieren stellte vielmehr eine adäquate Reaktion auf die komplexen außen- und innenpolitischen Herausforderungen der Zeit dar und trug zu einer Stabilisierung der Verhältnisse bei. Die Konsolidierung der Zentralgewalt erfolgte nicht über herkömmliche, traditionelle und geradezu stereotype Manifestationen von Macht, sondern durch die Kombination aus scheinbar diskreditierenden Faktoren und paradox anmutender Entwicklungen.

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Other titles:A deliberate retreat: Honorius' reign in the Western Roman Empire
Item Type:Journal Article, refereed, original work
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of History
Dewey Decimal Classification:900 History
Scopus Subject Areas:Social Sciences & Humanities > History
Language:German
Date:1 October 2021
Deposited On:19 Sep 2022 15:07
Last Modified:29 Jan 2024 02:43
Publisher:De Gruyter
ISSN:0018-2613
OA Status:Green
Publisher DOI:https://doi.org/10.1515/hzhz-2021-0027
Related URLs:https://uzb.swisscovery.slsp.ch/permalink/41SLSP_UZB/1d8t6qj/alma990010053890205508 (Library Catalogue)
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  • Language: German