Abstract
Einleitung, Fragestellung: Zurzeit gibt es keine einheitliche Empfehlungen zur korrekten Antithrombotischen Therapie bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma. Es stellt sich die Frage nach der Sicherheit der Thromboseprophylaxe, geeigneten Wirkstoffen, deren Dosierung und dem besten Zeitpunkt des Therapiebeginns. Unser Paper konzentrierte sich bei der Fragestellung auf Unterschiede zwischen einem frühen (<72 Stunden nach Trauma) und einem spätem Beginn (>72 Stunden) einer Thromboseprophylaxe mit einer kontinuierlichen Infusion mit unfraktioniertem Heparin (UFH) bezüglich Auftreten von venösen Thrombembolien (VTE) und ICBProgredienz. Zudem sollte die Studie weitere mögliche Risikofaktoren identifizieren.
Methoden: Patienten mit moderatem und schweren Schädel-Hirn-Trauma des Instituts des Universitätsspital Zürich. Sie wurden in zwei Gruppen eingeteilt, eine frühe Gruppe, bei der die Therapie mit UFH vor 72 Stunden begonnen wurde, und eine späte Gruppe mit Therapiebeginn nach 72 Stunden. Die beiden Gruppen wurden anschliessend retrospektiv analysiert.
Resultate: 177 Patienten wurden evaluiert, davon 31 der frühen Gruppe und 146 der späten. 23 VTE wurden registriert, davon 5 (16.1%) in der frühen Gruppe und 18 (12.3%) in der späten Gruppe ohne signifikanten Unterschied (p>0.05). In 7 (4%) Fällen wurde eine ICB-Progression festgestellt. Davon 1 in der frühen und 6 in der späten Gruppe ohne signifikanten Unterschied (p>0.05). Als Risikofaktoren wurden die Dauer an der mechanischen Beatmung und die Verabreichung von Tranexamsäure
identifiziert.
Schlussfolgerungen: Zusammenfassend kann gesagt werden, dass ein früher Beginn (<72h) einer antithrombotischen Therapie mit unfraktioniertem Heparin gleich sicher ist wie ein später Beginn (>72h). Für Aussagen zu Wirksamkeit, idealem Wirkstoff, Dosierung und idealem Timing der Therapie bedarf es weiterer Studien.