Abstract
Während der Unwetter im August 2005 wurden in Guttannen (BE) über 500 000 m3 Geschiebe durch einen Murgang im Talboden abgelagert. Ein Rückstau bzw. eine Verlagerung der Aare aus ihrem ursprünglichen Gerinne mit anschliessender Überflutung des Dorfes waren die Folgen. Auslöser für dieses
ausserordentliche Ereignis stellten nebst den intensiven Niederschlägen auch die begünstigenden hydro geologischen Verhältnisse im Anrissgebiet dar (Geologie, Geschiebepotenzial und Permafrost). Mittels eines Fliess- und Massenbewegungsmodells (MSF) sowie eines dynamisch-
physikalischen Modellansatzes(RAMMS) wurde das Ereignis nachmodelliert, um einerseits Rückschlüsse bezüglich
Plausibilität und andererseits Hinweise auf die Kalibrierung des Modells zu erhalten. Die Resultate korrelieren dabei gut mit den tatsächlichen Ablagerungscharakteristiken. Die Modelle können daher für unterschiedliche Fragestellungen (z.B. bei der Gefahrenkartierung) als wertvolle Unterstützung dienen. Der
Einsatz von RAMMS in der Praxis steht in Kürze bevor.