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Língua e poder em Cabo Verde : a situação de diglossia nas escolas primárias


Neves, Ana Cristina Viegas das. Língua e poder em Cabo Verde : a situação de diglossia nas escolas primárias. 2007, University of Zurich.

Abstract

Der Forschungsgegenstand dieser Arbeit ist zwischen der kapverdischen Sprache und der offiziellen portugiesischen Sprache angesiedelt: die nicht-native Varietät (NNV) des Portugiesischen der Kapverdischen Inseln. In wissenschaftlicher Hinsicht stellt dieses Projekt eine Herausforderung dar, denn das untersuchte sprachliche Material entstammt vornehmlich dem mesolektalen Teil eines Sprachkontinuums mit zwei Extremen: Auf der einen Seite steht die Kreolsprache, die aus soziopolitischer Perspektive die Rolle der Niedrigsprachvarietät übernommen hat, obwohl sie die Nationalsprache ist, auf der anderen steht die Hochsprachvarietät bzw. Amtssprache, das Portugiesische. Darüber hinaus wird das Zweitspracherlernen von Kindern, welche die 4. und 6. Klassen besuchen, zum ersten Mal in einem solchen soziolinguistischen Kontext berücksichtigt. Dabei wurde von folgenden Grundannahmen ausgegangen: 1. Beim Erlernen der Zweitsprache eignen sich die kapverdischen Sprecher eine Varietät des Portugiesischen an, die auf jeder Stufe des Spracherlernens von soziolinguistischen, nämlich arealen Faktoren beeinflusst wird; 2. Zwischen den Lernenden der 4. und denen der 6. Klassen bestehen trotz des längeren Kontakts der Sechstklässler mit der Zweitsprache Ähnlichkeiten hinsichtlich der von der Standardsprache abweichenden Konstruktionen; 3. Beim Erlernen einer Zweitsprache gibt es grammatische Kategorien, welche der Sprachveränderung im Vertikalkontinuum (Jahrgangsstufen und Altersgruppen) und im Horizontalkontinuum (also im physischen und sozialen Raum) ausgesetzt sind, und es gibt Kategorien, welche eher von inter- und intrasprachlichen Interferenzen betroffen sind. In beiden Fällen werden abweichende Konstruktionen als Beispiele für echte sprachliche Kreativität betrachtet. Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Beschreibung der nicht-nativen Varietät des Portugiesischen von Kap Verde, so wie sie von Kindern zwischen 8 und 13 Jahren in der Pflichtschule benutzt wird, wobei diejenigen zwei Jahrgangsstufen berücksichtigt werden, in denen die Nichtversetzung von Schülern am häufigsten ist: die 4. und die 6. Klasse, welche gleichzeitig das Stufenende innerhalb der Pflichtschule darstellen. Ziel war es, den NNV-Entwicklungszustand der portugiesischen Sprache zu beschreiben. Dafür wurden die Schüler aufgefordert, einen soziolinguistischen Fragebogen auszufüllen, einen Aufsatz zu schreiben und anschliessend eine Bildergeschichte mündlich nachzuerzählen. In soziolinguistischer Hinsicht hat das Nebeneinander zweier Sprachen mit differenzierten Rollen und unterschiedlichem Status zur Entstehung zweier Kontinua geführt, sowohl auf der horizontalen Ebene, d.h. regional bzw. insular, was auf dem Gebiet der Phonologie aber auch der Lexik offenkundig wird, als auch auf der vertikalen Ebene, d.h. im Zusammenhang mit der kognitiven bzw. altersbedingten Entwicklung, was sich in der Syntax und Morphologie zeigt. Interessanterweise stimmt in dieser Stufe des Spracherlernens das geographische Kontinuum der NNV mit der konventionellen Einteilung des Kapverdischen in nördliche und südliche Varietäten nicht überein; es wird vielmehr eine Trennlinie zwischen West- und Ostinseln erkennbar.

The subject under study in this dissertation occupies a position between the Capeverdean language and the official Portuguese language: the indigenized variety (IV) of Portuguese spoken in Cape Verde. The challenge of this research project is that the source of the linguistic material analyzed is principally the mesolectal portion of a linguistic continuum with two extremes: at one end of the continuum the Creole language, which sociopolitically has assumed the role of the low language variety, even though it is the national language; and, at the other end, the high variety and official language, Portuguese. Furthermore, second language (L2) learning by children in grades 4 and 6 is taken into account for the first time in this specific sociolinguistic context. The analysis was based on the following assumptions: 1) when learning their L2 the Cape Verdean speakers learn a variety of Portuguese which is influenced by sociolinguistic factors, such as the geographical area at every learning level; 2) the pupils in grades 4 and 6 use similar non-standard constructions, despite the longer exposure of the latter to the L2; 3) during the L2 learning process, there are grammatical categories which are more readily observable as language change in the vertical (grades/school years and age groups) and horizontal continua (physical and social space), while other categories are more sensitive to inter- and intralinguistic interference. In either case, non-standard constructions were considered to be instances of true linguistic creativity. The main objective of this dissertation is the description of the indigenized Cape Verdean variety of Portuguese as used by children aged 8 to 13 at school. This age group includes two of the grades most often repeated in this school system, namely grades 4 and 6, which also mark transitions between levels of compulsory education. The target population was asked to fill out a sociolinguistic questionnaire, write a composition and orally retell a story based on a given picture. From the sociolinguistic point of view, the coexistence of two languages with differentiated roles has led to the formation of two continua: on the horizontal axis, i.e., between regions and islands, which is evident in the area of phonology but also in the lexicon, and on the vertical axis, i.e. in connection with students’ age and cognitive development, as is more clearly visible in the syntactic and morphological subcategories. Interestingly, the geographical continuum of this IV does not correspond to the conventional division of the Cape Verdean language into northern and southern varieties. Instead, a dividing line between western and eastern islands emerged.

Abstract

Der Forschungsgegenstand dieser Arbeit ist zwischen der kapverdischen Sprache und der offiziellen portugiesischen Sprache angesiedelt: die nicht-native Varietät (NNV) des Portugiesischen der Kapverdischen Inseln. In wissenschaftlicher Hinsicht stellt dieses Projekt eine Herausforderung dar, denn das untersuchte sprachliche Material entstammt vornehmlich dem mesolektalen Teil eines Sprachkontinuums mit zwei Extremen: Auf der einen Seite steht die Kreolsprache, die aus soziopolitischer Perspektive die Rolle der Niedrigsprachvarietät übernommen hat, obwohl sie die Nationalsprache ist, auf der anderen steht die Hochsprachvarietät bzw. Amtssprache, das Portugiesische. Darüber hinaus wird das Zweitspracherlernen von Kindern, welche die 4. und 6. Klassen besuchen, zum ersten Mal in einem solchen soziolinguistischen Kontext berücksichtigt. Dabei wurde von folgenden Grundannahmen ausgegangen: 1. Beim Erlernen der Zweitsprache eignen sich die kapverdischen Sprecher eine Varietät des Portugiesischen an, die auf jeder Stufe des Spracherlernens von soziolinguistischen, nämlich arealen Faktoren beeinflusst wird; 2. Zwischen den Lernenden der 4. und denen der 6. Klassen bestehen trotz des längeren Kontakts der Sechstklässler mit der Zweitsprache Ähnlichkeiten hinsichtlich der von der Standardsprache abweichenden Konstruktionen; 3. Beim Erlernen einer Zweitsprache gibt es grammatische Kategorien, welche der Sprachveränderung im Vertikalkontinuum (Jahrgangsstufen und Altersgruppen) und im Horizontalkontinuum (also im physischen und sozialen Raum) ausgesetzt sind, und es gibt Kategorien, welche eher von inter- und intrasprachlichen Interferenzen betroffen sind. In beiden Fällen werden abweichende Konstruktionen als Beispiele für echte sprachliche Kreativität betrachtet. Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Beschreibung der nicht-nativen Varietät des Portugiesischen von Kap Verde, so wie sie von Kindern zwischen 8 und 13 Jahren in der Pflichtschule benutzt wird, wobei diejenigen zwei Jahrgangsstufen berücksichtigt werden, in denen die Nichtversetzung von Schülern am häufigsten ist: die 4. und die 6. Klasse, welche gleichzeitig das Stufenende innerhalb der Pflichtschule darstellen. Ziel war es, den NNV-Entwicklungszustand der portugiesischen Sprache zu beschreiben. Dafür wurden die Schüler aufgefordert, einen soziolinguistischen Fragebogen auszufüllen, einen Aufsatz zu schreiben und anschliessend eine Bildergeschichte mündlich nachzuerzählen. In soziolinguistischer Hinsicht hat das Nebeneinander zweier Sprachen mit differenzierten Rollen und unterschiedlichem Status zur Entstehung zweier Kontinua geführt, sowohl auf der horizontalen Ebene, d.h. regional bzw. insular, was auf dem Gebiet der Phonologie aber auch der Lexik offenkundig wird, als auch auf der vertikalen Ebene, d.h. im Zusammenhang mit der kognitiven bzw. altersbedingten Entwicklung, was sich in der Syntax und Morphologie zeigt. Interessanterweise stimmt in dieser Stufe des Spracherlernens das geographische Kontinuum der NNV mit der konventionellen Einteilung des Kapverdischen in nördliche und südliche Varietäten nicht überein; es wird vielmehr eine Trennlinie zwischen West- und Ostinseln erkennbar.

The subject under study in this dissertation occupies a position between the Capeverdean language and the official Portuguese language: the indigenized variety (IV) of Portuguese spoken in Cape Verde. The challenge of this research project is that the source of the linguistic material analyzed is principally the mesolectal portion of a linguistic continuum with two extremes: at one end of the continuum the Creole language, which sociopolitically has assumed the role of the low language variety, even though it is the national language; and, at the other end, the high variety and official language, Portuguese. Furthermore, second language (L2) learning by children in grades 4 and 6 is taken into account for the first time in this specific sociolinguistic context. The analysis was based on the following assumptions: 1) when learning their L2 the Cape Verdean speakers learn a variety of Portuguese which is influenced by sociolinguistic factors, such as the geographical area at every learning level; 2) the pupils in grades 4 and 6 use similar non-standard constructions, despite the longer exposure of the latter to the L2; 3) during the L2 learning process, there are grammatical categories which are more readily observable as language change in the vertical (grades/school years and age groups) and horizontal continua (physical and social space), while other categories are more sensitive to inter- and intralinguistic interference. In either case, non-standard constructions were considered to be instances of true linguistic creativity. The main objective of this dissertation is the description of the indigenized Cape Verdean variety of Portuguese as used by children aged 8 to 13 at school. This age group includes two of the grades most often repeated in this school system, namely grades 4 and 6, which also mark transitions between levels of compulsory education. The target population was asked to fill out a sociolinguistic questionnaire, write a composition and orally retell a story based on a given picture. From the sociolinguistic point of view, the coexistence of two languages with differentiated roles has led to the formation of two continua: on the horizontal axis, i.e., between regions and islands, which is evident in the area of phonology but also in the lexicon, and on the vertical axis, i.e. in connection with students’ age and cognitive development, as is more clearly visible in the syntactic and morphological subcategories. Interestingly, the geographical continuum of this IV does not correspond to the conventional division of the Cape Verdean language into northern and southern varieties. Instead, a dividing line between western and eastern islands emerged.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Bossong Georg, Lienhard Martin
Communities & Collections:UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:470 Latin & Italic languages
410 Linguistics
450 Italian, Romanian & related languages
800 Literature, rhetoric & criticism
440 French & related languages
460 Spanish & Portuguese languages
Language:Portuguese
Place of Publication:Zurique
Date:2007
Deposited On:06 May 2010 09:58
Last Modified:08 Feb 2019 14:41
Number of Pages:287
OA Status:Green
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod005464699&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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