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Konstruktion im Lexikon, Konstruktionen in der Erzählanalyse


Luder, Marc. Konstruktion im Lexikon, Konstruktionen in der Erzählanalyse. 2011, University of Zurich, Faculty of Arts.

Abstract

Welche sprachlichen Konstruktionen und Gesprächspraktiken verwenden Klient und Therapeut, um sich im Therapiegespräch verständlich zu machen und um in der Interaktion Bedeutung/Sinn herzustellen? Wie werden Wörter und Ausdrücke im Gespräch mit Bedeutung versehen und wie verstehen Zuhörer das von Sprechern Gemeinte?

In der vorliegenden Arbeit wird ein elektronisches Konstruktionslexikon entworfen, mit dem Wörter und Ausdrücke mit linguistischen und extralinguistischen Informationen versehen abgebildet werden können. Im Hintergrund steht das erzählanalytische Verfahren Erzählanalyse JAKOB und die damit verbundene Analyse und Interpretation der lexikalischen Wahlen in den Erzählungen von Psychotherapiepatienten.

Konzepte der Konstruktionsgrammatik erweisen sich als geeignet für die Modellierung von Lexikoneinträgen, die aus in Mustern eingebetteten Einzelwörtern, vor allem aber aus variablen oder fixen Ausdrücken und Redewendungen bestehen. Eine Konstruktion ist eine Form-Bedeutungseinheit und umfasst Merkmale von Morphologie über Syntax und Semantik bis hin zu pragmatischen und funktionalen Eigenschaften der Wortverbindung und des Diskurskontextes. Der Diskurskontext erweist sich dabei als der Knackpunkt und führt immer wieder zur Frage, welche (kognitiven) Prozesse für die Auswahl und Kombination von Wortverbindungen beim Meinen und Verstehen verantwortlich sind. Einerseits verfügen wir über ein grosses Repertoire von schnell abrufbaren vorgefertigten Phrasen, von konventionalisierten Wortkombinationen bis zu Metaphern und Idiomen, andererseits können wir diese Ausdrücke oder Teile davon im Sprachgebrauch auch auf kreative Weise neu kombinieren.

Für den Aufbau des Konstruktionslexikons werden Gesprächsausschnitte aus Transkripten mit gesprächsanalytischen Methoden untersucht; korpuslinguistische Verfahren belegen das Vorkommen der Wortverbindungen in den Gesprächskorpora in Bezug auf Häufigkeit, Kontext und weitere Eigenarten des Sprachgebrauchs. Aus diesen Befunden werden Hypothesen über die Funktionen einer Wortverbindung gebildet und die Lexikoneinträge modelliert. Datengrundlage sind drei Gesprächskorpora mit Psychotherapiegesprächen (ca. 500 transkribierte Stunden). Zu Vergleichszwecken werden ausserdem Daten aus dem Archiv für gesprochenes Deutsch, aus dem Schweizer Textkorpus und aus einem grossen deutschsprachigen Internet-Korpus verwendet. What kind of linguistic constructions and conversation practices do client and therapist use to make themselves understood and to constitute meaning in therapy conversation? How are words and expressions charged with meanings during conversation, and how do listeners understand the meaning of what is said by speakers?

This dissertation project presents the implementation of an electronic construction lexicon, wherein words and expressions are annotated with linguistic and extra linguistic information. Starting point of the project is the JAKOB Narrative Analysis and the analysis and interpretation of the lexical choice in the narrations of psychotherapy clients applied therein.

Concepts of construction grammar prove to be suitable for the modeling of lexical entries. A construction is a form-meaning unit, and comprises all properties from morphology, syntax and semantics to pragmatic and functional characteristics of a word combination. The context of discourse reveals insights into the cognitive processes which are responsible for the choice of lexical units during sense-making (in meaning and understanding). On the one hand, we have a large stock of prefabricated phraseologisms, from conventionalized word combinations until metaphors and idioms, on the other hand we can creatively combine these expressions or parts of them.

For lexicon building, excerpts of conversations are examined by methods and ideas from conversation analysis and interactional linguistics, the view onto the entire corpora shows the occurrence of the word combinations in relation to frequency and context. From these findings, hypotheses about the function of an expression are formed and modeled in lexicon entries. Data basis are transcripts from psychotherapy conversations out of our department’s archive (ca. 500 transcribed sessions). For comparison, data from the archive for spoken German, from the Swiss text corpus, and from a big internet-based German- language corpus are used.

Abstract

Welche sprachlichen Konstruktionen und Gesprächspraktiken verwenden Klient und Therapeut, um sich im Therapiegespräch verständlich zu machen und um in der Interaktion Bedeutung/Sinn herzustellen? Wie werden Wörter und Ausdrücke im Gespräch mit Bedeutung versehen und wie verstehen Zuhörer das von Sprechern Gemeinte?

In der vorliegenden Arbeit wird ein elektronisches Konstruktionslexikon entworfen, mit dem Wörter und Ausdrücke mit linguistischen und extralinguistischen Informationen versehen abgebildet werden können. Im Hintergrund steht das erzählanalytische Verfahren Erzählanalyse JAKOB und die damit verbundene Analyse und Interpretation der lexikalischen Wahlen in den Erzählungen von Psychotherapiepatienten.

Konzepte der Konstruktionsgrammatik erweisen sich als geeignet für die Modellierung von Lexikoneinträgen, die aus in Mustern eingebetteten Einzelwörtern, vor allem aber aus variablen oder fixen Ausdrücken und Redewendungen bestehen. Eine Konstruktion ist eine Form-Bedeutungseinheit und umfasst Merkmale von Morphologie über Syntax und Semantik bis hin zu pragmatischen und funktionalen Eigenschaften der Wortverbindung und des Diskurskontextes. Der Diskurskontext erweist sich dabei als der Knackpunkt und führt immer wieder zur Frage, welche (kognitiven) Prozesse für die Auswahl und Kombination von Wortverbindungen beim Meinen und Verstehen verantwortlich sind. Einerseits verfügen wir über ein grosses Repertoire von schnell abrufbaren vorgefertigten Phrasen, von konventionalisierten Wortkombinationen bis zu Metaphern und Idiomen, andererseits können wir diese Ausdrücke oder Teile davon im Sprachgebrauch auch auf kreative Weise neu kombinieren.

Für den Aufbau des Konstruktionslexikons werden Gesprächsausschnitte aus Transkripten mit gesprächsanalytischen Methoden untersucht; korpuslinguistische Verfahren belegen das Vorkommen der Wortverbindungen in den Gesprächskorpora in Bezug auf Häufigkeit, Kontext und weitere Eigenarten des Sprachgebrauchs. Aus diesen Befunden werden Hypothesen über die Funktionen einer Wortverbindung gebildet und die Lexikoneinträge modelliert. Datengrundlage sind drei Gesprächskorpora mit Psychotherapiegesprächen (ca. 500 transkribierte Stunden). Zu Vergleichszwecken werden ausserdem Daten aus dem Archiv für gesprochenes Deutsch, aus dem Schweizer Textkorpus und aus einem grossen deutschsprachigen Internet-Korpus verwendet. What kind of linguistic constructions and conversation practices do client and therapist use to make themselves understood and to constitute meaning in therapy conversation? How are words and expressions charged with meanings during conversation, and how do listeners understand the meaning of what is said by speakers?

This dissertation project presents the implementation of an electronic construction lexicon, wherein words and expressions are annotated with linguistic and extra linguistic information. Starting point of the project is the JAKOB Narrative Analysis and the analysis and interpretation of the lexical choice in the narrations of psychotherapy clients applied therein.

Concepts of construction grammar prove to be suitable for the modeling of lexical entries. A construction is a form-meaning unit, and comprises all properties from morphology, syntax and semantics to pragmatic and functional characteristics of a word combination. The context of discourse reveals insights into the cognitive processes which are responsible for the choice of lexical units during sense-making (in meaning and understanding). On the one hand, we have a large stock of prefabricated phraseologisms, from conventionalized word combinations until metaphors and idioms, on the other hand we can creatively combine these expressions or parts of them.

For lexicon building, excerpts of conversations are examined by methods and ideas from conversation analysis and interactional linguistics, the view onto the entire corpora shows the occurrence of the word combinations in relation to frequency and context. From these findings, hypotheses about the function of an expression are formed and modeled in lexicon entries. Data basis are transcripts from psychotherapy conversations out of our department’s archive (ca. 500 transcribed sessions). For comparison, data from the archive for spoken German, from the Swiss text corpus, and from a big internet-based German- language corpus are used.

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Item Type:Dissertation (monographical)
Referees:Boothe Brigitte, Deppermann Arnulf
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Psychology
UZH Dissertations
Dewey Decimal Classification:150 Psychology
Language:German
Place of Publication:Zürich
Date:2011
Deposited On:19 Mar 2012 16:32
Last Modified:07 Apr 2020 06:30
Number of Pages:315
Additional Information:Register
OA Status:Green
Official URL:http://www.dissertationen.uzh.ch/
Related URLs:https://www.recherche-portal.ch/primo-explore/fulldisplay?docid=ebi01_prod006622206&context=L&vid=ZAD&search_scope=default_scope&tab=default_tab&lang=de_DE (Library Catalogue)

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