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Doping im Sport

Für den Sport scheint Doping ein unlösbares Problem zu sein. Das beginnt bereits bei der Definition. Was ist Doping? — Fakt ist: Sport ist grundsätzlich nicht fair.

Doping ist ein uraltes Problem des Sports. Bereits bei den antiken Spielen wurde gedopt. Während Athleten damals Stierblut tranken, Stierhoden assen und das aus der Alraunwurzel gewonnene Atropin zur Leistungssteigerung einnahmen, werden heutzutage unter anderem Kreatin, Anabolika, Wachstumshormone, Erythropoetin (Epo) und Blutdoping eingesetzt, um die Siegwahrscheinlichkeit zu erhöhen.

Für den Sport scheint Doping ein unlösbares Problem zu sein. Das beginnt bereits bei der Definition. Was ist Doping? Der Europarat bezeichnete im Jahre 1963 Doping als «die Verabreichung oder den Gebrauch körperfremder Substanzen in jeder Form und physiologischer Substanzen in abnormaler Form oder auf abnormalem Weg an gesunde Personen mit dem einzigen Ziel der künstlichen und unfairen Steigerung der Leistung für den Wettkampf.»  Diese Definition ist aufgrund ihrer Interpretationsspielräume für die praktische Dopingbekämpfung ungeeignet. Die Welt-Antidoping-Agentur (WADA) orientiert sich deshalb an einer Negativlistendefinition. Demzufolge gilt als Doping, was auf der Prohibited List der WADA steht. Diese Liste wird regelmässig an den medizinischen Fortschritt angepasst, wodurch zwangsläufig ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen WADA und Dopingentwicklern entsteht.

Um dieses Katz-und-Maus-Spiel einzudämmen, hat Frank Daumann, Professor für Sportökonomie an der Universität Jena, einen sogenannten Innovationsbonus ins vorgeschlagen, der denjenigen ausbezahlt wird, die ein wirksames Dopingmittel anmelden, das bislang noch nicht auf der Negativliste steht. Auf diese Weise würde die Negativliste schneller aktualisiert. 

Auch die Fragen, ob Doping fair ist und ob Doping gesundheitsschädlich ist, sind nicht eindeutig zu beantworten. Sport ist grundsätzlich nicht fair, wenn man Fairness daran misst, ob alle die gleichen Siegchancen besitzen. In jeder Sportart gibt es talentiertere und weniger talentierte Sportler. Die Siegchancen sind immer, mit und ohne Doping, ungleich verteilt.

Aus medizinischer Sicht ist Doping nicht nur gesundheitsgefährdend. Da der Hochleistungssport extreme Belastungen mit sich bringt, argumentieren einige Ärzte, dass medizinisch kontrolliertes Doping im Hochleistungssport unter gewissen Umständen auch gesundheitsfördernd sein kann.

Aus diesen Gründen und um die derzeit mit dem Doping verbundene Heuchelei zu beenden, wird vereinzelt eine kontrollierte Freigabe leistungssteigernder Substanzen gefordert. Beispielsweise plädiert Julian Savulescu, Professor für Angewandte Ethik an der Universität Oxford, für einen offenen Dopingmarkt als «zweitbeste» Lösung, da ein dopingfreier Sport als erstbeste Lösung praktisch nicht realisierbar ist. Laut Savulescu sollte In einem offenen System nur drei Arten des Doping verboten und sanktioniert werden: Doping bei Kindern, Doping mit unsicheren, gesundheitsgefährdenden Substanzen und Doping mit Substanzen, die dem Geist des jeweiligen Sports widersprechen. Letzteres wären beispielsweise im Schiesssport Betablocker und in den Kampfsportarten Substanzen, die Angst und Schmerzen unterdrücken. Der kontrollierte Einsatz von Wachstumshormonen, anabolischen Steroiden, Epo, Betablockern und psychostimulierenden Medikamenten wie etwa Modafinil, sollte gemäss Savulescu hingegen erlaubt sein. 

Wie beispielsweise der Fall Lance Armstrong oder der Mitchell Report verdeutlichen, wird im Profisport systemtisch gedopt. Dies lässt sich aus spieltheoretischer Sicht wie folgt erklären. Sofern die Dopingbekämpfung nicht wirksam genug ist, stellt sich jeder Sportler besser wenn er dopt, egal ob die anderen dopen oder nicht. Dopen ist in diesem Fall eine dominante Strategie und jeder dopt, obwohl alle in einer dopingfreien Welt glücklicher wären. Somit entspricht die Dopingproblematik einer typischen Gefangen-Dilemma-Situation.

Dennoch lehnen die grossen Sportverbände eine kontrollierte Dopingfreigabe ab, da sie fürchten hierdurch erhebliche Einbussen bei der Zuschauernachfrage hinnehmen zu müssen. Hierbei spielt vor allem die Vorbildfunktion der Athleten für Kinder und Jugendliche eine wichtige Rolle. Deshalb versuchen alle grossen Sportverbände die vorherrschende Dopingpraxis zu bekämpfen.

Um das mit dem Doping verbundene Gefangenen-Dilemma aufzulösen, müssen die individuellen Dopinganreize gezielt verändert werden. Aus ökonomischer Sicht nehmen diese Anreize ab, wenn die Siegprämien geringer ausfallen, der Prestigegewinn sportlicher Erfolge sinkt, die Aufdeckungswahrscheinlichkeit ansteigt, die Dopingsanktionen drastischer werden, die leistungsfördernde Wirkung der Dopingmittel abnimmt, die Dopingkosten ansteigen, die dopingbedingten Gesundheitsschäden schneller eintreten und der Reputationsverlust bei nachgewiesenem Doping grösser wird.

Zur weltweiten Dopingbekämpfung hat die Olympische Bewegung 1999 die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) gegründet. Die WADA, die je zur Hälfte von der Olympischen Bewegung und Staatsregierungen finanziert wird, verfolgt die Vision eines dopingfreien Sportumfelds. Sie bekämpft Dopingverstösse rigoros und setzt dabei an der Aufdeckungswahrscheinlichkeit und den Dopingsanktionen an. Um die Aufdeckungswahrscheinlichkeit zu erhöhen, werden neben den Wettkampftests auch umfangreiche Trainingskontrollen durchgeführt. Hierfür müssen alle Athleten sieben Tage in der Woche jeweils eine Stunde für unangemeldete Dopingkontrollen verfügbar sein. Hierzu müssen sie jeweils Quartalsweise im Voraus angeben, wo sie auffindbar sind. Athleten, die dreimal innerhalb von 18 Monaten gegen diese Auflagen verstossen, werden automatisch gesperrt. Zur Unterstützung der Dopingbekämpfung wurde das internetbasierte Anti-Doping-Adminstrations & Management System (ADAMS) entwickelt, über das die Athleten ihre Meldepflichten erfüllen können.

Dopingverstösse werden hart sanktioniert. Ein Dopingverstoss zieht in der Regel eine zweijährige, im Wiederholungsfall eine deutlich längere Sperre, und, falls der Verstoss im Wettkampf stattfand, eine Disqualifikation für den betreffenden Wettkampf nach sich. Grobe und wiederholte Dopingverstösse können, wie beispielsweise im Fall Lance Armstrong, eine lebenslange Sperre nach sich ziehen.

Die WADA-Massnahmen wurden von mehreren Verbänden und Sportlern zum Teil scharf kritisiert. Dies zeigt, dass eine wirkungsvolle Dopingbekämpfung aufgrund des komplexen Interessengeflechts aller Beteiligten nur mit einer unabhängigen und glaubwürdigen Anti-Doping-Agentur funktionieren kann.

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Thema: Sport und Ökonomiehttp://www.iconomix.ch/de/blog/list/3-sport-und-oekonomie/
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