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Helmut M. Dietlhttp://www.iconomix.ch/de/blog/author/56/, Sonntag, 1. Juni 2008, 19:06

Welchen Wert hat die Euro 2008 für die Schweiz?

Sportgrossveranstaltungen wie die Fussball Europameisterschaft verschlingen häufig umfangreiche öffentliche Ressourcen. Nicht selten werden Steuergelder in mehrstelliger Millionenhöhe für den Bau, die Erschliessung und die Modernisierung von Sportstätten ausgegeben. Aber auch für die Durchführung der Veranstaltung müssen grössere öffentliche Budgets bereitgestellt werden.

In den letzten Jahrzehnten wurde zunehmend versucht, diese öffentlichen Ausgaben zu rechtfertigen, indem man mittels so genannter Impact-Studien die unmittelbaren Einnahmen sowie die mittelbaren Investitions- und Beschäftigungswirkungen für die Volkswirtschaft des Veranstaltungslandes berechnete. Solche Studien sind umstritten. Insbesondere treten immer wieder vier Hauptprobleme auf:

  1. Trennung von Brutto- und Nettoeffekten: Eine einfache Addition aller Ausgaben anlässlich der Euro ist problematisch, da ein Teil der Ausgaben entweder woanders eingespart wurde oder ohnehin angefallen wäre (auch ohne die Euro wären z. B. die Hotels nicht leer).
  2. Geographische Zuordnung der ökonomischen Effekte: Beispielsweise wird ein Teil der Euro-Einnahmen von der UEFA an ihre Mitgliederverbände in ganz Europa verteilt und kommt somit der Schweizer Volkswirtschaft nicht zugute.
  3. Ableitung der mittelbaren Investitions- und Beschäftigungswirkungen: Diese hängen u. a. davon ab, inwieweit ein anlässlich der Euro zusätzlich ausgegebener Franken vom Empfänger gespart oder wieder ausgegeben wird und in welchem Zustand sich die Volkswirtschaft befindet. Je grösser die Arbeitslosigkeit, desto höher ist die Beschäftigungswirkung.
  4. Messung intangibler Effekte: Beispielsweise ist es sehr schwierig, die Image- oder Gesundheitswirkungen der Euro präzise zu messen.

Unter Berücksichtigung dieser Probleme kommen seriöse Studien zunehmend zu dem Ergebnis, dass die makroökonomischen Wirkungen von Sportgrossveranstaltungen eher gering sind. Beispielsweise schätzt eine vom Bundesamt für Sport in Auftrag gegebene Studie, dass die Euro 2008 in der Schweiz eine Bruttowertschöpfung von 640 bis 860 Mio. Franken und damit einen Beitrag von 0.14% bis 0.18% zum Bruttoinlandsprodukt generiert.

Damit fällt der Beitrag der Euro eher bescheiden aus. Dies ist in unseren Augen aber auch nicht verwunderlich. Sobald wir die Euro instrumentalisieren und als Mittel für irgendwelche makroökonomischen Ziele ansehen, muss sie zwangsläufig schlecht abschneiden. Die Euro ist nämlich kein Mittel, sondern Selbstzweck. Wir richten die Euro aus, weil wir Spass an der Euro haben, nicht weil wir die Wirtschaft ankurbeln wollen. Wir investieren quasi in ein nationales Erlebnis.

Aus der Glücksforschung wissen wir, dass uns Erlebnisse, insbesondere soziale Erlebnisse, glücklicher machen als materielle Dinge. Im Gegensatz zu materiellen Dingen haben Erlebnisse den Vorteil, dass ihr Wert im Zeitablauf sogar zunimmt, während materielle Dinge tendenziell an Wert verlieren. Erlebnisse sind auch relativ resistent gegenüber ungünstigen Vergleichen. Demgegenüber sinkt unsere Freude an unserem Auto, wenn andere ein grösseres haben. Schliesslich geniessen unsere Erlebnisse auch ein anderes soziales Ansehen als materielle Dinge. Für materielle Dinge werden wir häufig beneidet, während Erlebnisse Freundschaften fördern.

Vor diesem Hintergrund bleibt uns nur zu hoffen, dass uns die Euro 08 möglichst schöne Erlebnisse beschert und glücklich macht. Dafür darf sie dann auch etwas kosten.

Thema: Sport und Ökonomiehttp://www.iconomix.ch/de/blog/list/3-sport-und-oekonomie/, Beschäftigung, Einkommen, Konjunkturhttp://www.iconomix.ch/de/blog/list/11-beschaeftigung-einkommen-konjunktur/
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