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Medien im Social Web − Journalistischer Mehrwert?


Eisenegger, Mark; Orizet, Joel; Schranz, Mario (2013). Medien im Social Web − Journalistischer Mehrwert? Basel: Schwabe.

Abstract

Die vorliegende Vertiefungsstudie untersucht «Tweets» im Social-Media-Kanal Twitter von Medienredaktionen einerseits und Journalisten andererseits. Die Ergebnisse zeigen, dass auf der Ebene der Medienredaktionen kaum ein publizistischer Mehrwert der Twitterkommunikation auszumachen ist. Twitter wird hier primär als Promotionskanal für Beiträge aus dem eigenen Haus verwendet. Die Möglichkeiten zur Interaktion mit anderen Nutzern werden von den Redaktionen praktisch nicht genutzt. Twitter zeigt auf der Ebene der redaktionellen Verwendung starke Züge massenkommunikativer Einwegkommunikation, die dem Zusatz «sozial» (Social Media) in keiner Weise gerecht wird. Auf der Ebene der individuellen Accounts von Journalisten sind hingegen durchaus positive Effekte zu verzeichnen: Die Twitterkommunikation von Journalisten zeichnet sich erstens durch eine grössere Umweltoffenheit aus, es wird ein grösseres Quellenspektrum referenziert und die Kommunikation ist interaktiver. Zweitens wird Twitter unter Journalistinnen und Journalisten vergleichsweise intensiv zur Erörterung und Kanalisierung medienbezogener und medienkritischer Fragen genutzt. Die auf Twitter geäusserte Medienkritik zeigt allerdings auch Defizite: So bestehen «Beisshemmungen» gegenüber den publizistischen Erzeugnissen aus dem eigenen Haus. Ausserdem fristet die kritische Reflexion des Journalismus ein Schattendasein. Die auf Twitter formulierte Medienkritik manifestiert sich hauptsächlich als negative Beurteilung von partikulären Medieninhalten und konkurrierenden Medientiteln. Es dominiert die Beschäftigung mit Einzelfällen zu Lasten einer generalisierenden Reflexion der Entwicklungstendenzen im Mediensystem insgesamt. Zudem bleibt die auf Twitter geäusserte Medienkritik in ihrer Reichweite stark limitiert und diffundiert nicht in die Leitmedien.

Abstract

Die vorliegende Vertiefungsstudie untersucht «Tweets» im Social-Media-Kanal Twitter von Medienredaktionen einerseits und Journalisten andererseits. Die Ergebnisse zeigen, dass auf der Ebene der Medienredaktionen kaum ein publizistischer Mehrwert der Twitterkommunikation auszumachen ist. Twitter wird hier primär als Promotionskanal für Beiträge aus dem eigenen Haus verwendet. Die Möglichkeiten zur Interaktion mit anderen Nutzern werden von den Redaktionen praktisch nicht genutzt. Twitter zeigt auf der Ebene der redaktionellen Verwendung starke Züge massenkommunikativer Einwegkommunikation, die dem Zusatz «sozial» (Social Media) in keiner Weise gerecht wird. Auf der Ebene der individuellen Accounts von Journalisten sind hingegen durchaus positive Effekte zu verzeichnen: Die Twitterkommunikation von Journalisten zeichnet sich erstens durch eine grössere Umweltoffenheit aus, es wird ein grösseres Quellenspektrum referenziert und die Kommunikation ist interaktiver. Zweitens wird Twitter unter Journalistinnen und Journalisten vergleichsweise intensiv zur Erörterung und Kanalisierung medienbezogener und medienkritischer Fragen genutzt. Die auf Twitter geäusserte Medienkritik zeigt allerdings auch Defizite: So bestehen «Beisshemmungen» gegenüber den publizistischen Erzeugnissen aus dem eigenen Haus. Ausserdem fristet die kritische Reflexion des Journalismus ein Schattendasein. Die auf Twitter formulierte Medienkritik manifestiert sich hauptsächlich als negative Beurteilung von partikulären Medieninhalten und konkurrierenden Medientiteln. Es dominiert die Beschäftigung mit Einzelfällen zu Lasten einer generalisierenden Reflexion der Entwicklungstendenzen im Mediensystem insgesamt. Zudem bleibt die auf Twitter geäusserte Medienkritik in ihrer Reichweite stark limitiert und diffundiert nicht in die Leitmedien.

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Other titles:Studien Qualität der Medien
Item Type:Published Research Report
Communities & Collections:06 Faculty of Arts > Institute of Sociology
06 Faculty of Arts > Department of Communication and Media Research
06 Faculty of Arts > Institute for Research on the Public Sphere and Society
Dewey Decimal Classification:700 Arts
300 Social sciences, sociology & anthropology
Language:German
Date:25 September 2013
Deposited On:17 Jan 2014 08:01
Last Modified:18 Mar 2022 10:47
Publisher:Schwabe
ISBN:978-3-7965-3232-0
Additional Information:Herausgegeben vom fög – Forschungsinstitut Öffentlichkeit und Gesellschaft/Universität Zürich im Auftrag der Stiftung Öffentlichkeit und Gesellschaft, Zürich
OA Status:Green
Official URL:http://www.foeg.uzh.ch

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